Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 162340661713  /  Datum: 09.05.2020
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Unterer Brühl
Hausnummer: 2
Postleitzahl: 79379
Stadt-Teilort: Müllheim

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8315074012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der Kernbau des ehemaligen Mühlengebäudes stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im Laufe des 18. Jahrhunderts, möglicherweise aber auch erst im Zusammenhang mit der Modernisierung des Hauseinganges im Jahre 1806, wurde der Kernbau durch einen massiven Anbau an der Nordtraufe erweitert. Neben der Erschließung des Mühlenraumes diente er wohl hauptsächlich als sicherer Lager- und Verkaufsraum des Mahlgutes. Eine umfassende Modernisierung des Mühlenbereiches ist offensichtlich in das Jahr 1921 zu datieren. Weitere Baumaßnahmen folgten im 20. Jahrhundert.


1. Bauphase:
(1600 - 1699)
Kernbau
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Mühle

2. Bauphase:
(1700 - 1806)
Erweiterung des Kernbaus durch massiven Anbau an der Nordtraufe
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein

3. Bauphase:
(1806)
Modernisierung Hauseingang
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1900 - 1999)
Bauliche Maßnahmen: umfassende Erneuerung des Daches, dessen teilweiser Ausbau zu Wohnzwecken, der Anbau des Laubenganges OG und letztlich dann auch die Aufgabe der Mühle durch den Einbau der heutigen Zwischendecke. Bei der zuletzt genannten Maßnahme wurde das alte Holzwerk der Mühlentechnik wiederverwendet.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

5. Bauphase:
(1921)
Umfassende Modernisierung; in dieser Zeit erfolgte neben einer Erneuerung der Obergeschossabfangung auch die Erneuerung des Mühlrades, die Zuschaltung unterschiedlicher, auf Beton fixierter Transmissionen und die Neufassung der Wasserzufuhr.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Ausstattung

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Außenansicht / Wohnhaus in 79379 Müllheim (2020 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Baugeschichtliche Dokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Bei dem untersuchten Gebäude handelt es sich um ein ehemaliges Mühlengebäude. Mit seinem Ostgiebel betont es die Einfahrt zum heutigen Mühlenareal, während der zugehörige Mühlenkanal im betonierten Ausbaustand entlang der südlichen Traufe verläuft.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Partiell unterkellert, ist das Erdgeschoss weitgehend massiv, worauf sich ein Fachwerkstock mit einem über einem Drempel aufgeschlagenen Satteldach erhebt. Letzteres ist mit einem zum Mühlenkanal orientierten Quergiebel kombiniert.
An der Nordtraufe wird das Hauptgebäude durch einen Anbau mit zwei Massivgeschossen erweitert. Ein weiterer Anbau befindet sich am westlichen Rückgiebel. Hier ist auf einem massiven Erdgeschoss ein verglaster Laubengang mit Pultdach aufgeständert.
Neben einem giebelseitigen Eingang erfolgt der heutige Zugang im Zuge der Einfahrt an der Nordtraufe. Der Eingangssturz besitzt unter anderem die Jahreszahl 1806.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Mühlenraum
Das wirtschaftliche bzw. gewerbliche Zentrum des Gebäudes, der Mühlenraum mit der zugehörigen Mahltechnik, befand sich eingetieft im Kellerbereich und reichte in seiner Höhe bis zur Decke über dem Erdgeschoss. In dieser Höhe erstreckte er sich über die gesamte Gebäudelänge, wobei er ca. zwei Drittel der südlichen Gebäudebreite einnahm.
Neben einem internen Zugang, dessen Lage heute nicht mehr exakt bestimmbar ist, besaß er zwei weitere Aus- bzw. Eingänge. Sie dienten in erster Linie der Wartung, so der Regelung der Wasserzufuhr bzw. der Zugänglichkeit des Mühlrades. Ersterer befand sich am Ostgiebel in Anlehnung an den Kanal, während die Zugänglichkeit zum Mühlrad über die benachbarte Öffnung an der Südtraufe erfolgte. Durch die westlich davon liegende Öffnung führte die Welle des Mühlrades.
Zum bauzeitlichen Ausbauzustand gehörte eine aufgeständerte Galerie. Sie verlief entlang des Westgiebels, wobei die Lauffläche über Stichbalken, die in die Giebelschwelle einzapften, konstruiert war.
Spätestens im 18. Jahrhundert erhielt der Mühlenraum einen externen Zugang. Dieser erfolgte über ein befahrbares, heute vermauertes Portal des an der Nordtraufe errichteten Anbaus. Es war über eine Rampe mit dem südlich angrenzenden und ebenfalls über ein Portal erreichbaren Seitenkeller verbunden. Dieses Portal ist ebenfalls vermauert.

Das Erdgeschoss
Zum größten Teil den Mühlenraum aufnehmend und insofern bis auf den rückwärtigen Giebel massiv aufgemauert, diente die verbleibende Grundrissfläche neben ihrer Funktion als Vorraum in erster Linie als Verkehrsfläche. So ist hier nicht nur der interne Abgang zum Mühlenraum, sondern auch der Aufgang in das Obergeschoss zu erwarten. Daneben wird sie in der Nordostecke auch noch den zu vermutenden Kontorraum aufgenommen haben.

Das Obergeschoss
Abgezimmert als einfach verriegelter und verzapfter Fachwerkaufsatz, nahm er im 17. Jahrhundert die Wohnung des Müllers auf. Deren wohnliches Zentrum bildete die Stube, deren Ausmaße bis zum heutigen Zeitpunkt unverändert erhalten sind. Dies trifft auch auf die benachbarte Schlafkammer zu, wobei es sich bei dem traufseitigen Fenster um einen ehemaligen Ausgang handelte. Er ermöglichte mit hoher Wahrscheinlichkeit den Zugang und die Wartung des aufgeständerten Kanales, woraus dann ein oberschlächtig betriebenes Mühlrad rekonstruiert werden kann. An Stube und Kammer schloss sich die mittige Flurzone an. Sie ist heute in Anlehnung an die Südtraufe aufgeweitet.
Der verbleibende Grundriss war zwei Kammern vorbehalten. Sie dienten entweder als Lagerräume oder als Kammern für das Gesinde.

Das Dachwerk
Das bauzeitliche Dachwerk des 17. Jahrhunderts ist nicht mehr erhalten.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Zum Zeitpunkt der Untersuchung stand das Gebäude leer. Die Nutzung als Mühle war aufgegeben. Der ehemalige Mühlenraum war in seiner Höhe durch den Einzug einer Decke unterteilt. Das Mühlrad und die Mahltechnik waren abgebaut.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Obergeschoss(e) aus Holz
  • Dachform
    • Pultdach
    • Satteldach
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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