Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Mauerzug bei Gebäude

ID: 168352371219  /  Datum: 19.01.2015
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: 52
Postleitzahl: 79295
Stadt-Teilort: Sulzburg

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8315111005
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

In Ergänzung zu der im November 1998 durchgeführten Baudokumentation von Haus Hauptstraße 50, sollten durch Bauanalysen am Gebäude Hauptstraße 52 und vor allem an den rückwärtigen Nebengebäuden Aussagen zur baugeschichtlichen Einordnung der verschiedenen Mauern genommen werden.
Älter als alle aufgenommenen Bauteile ist die im rückwärtigen Hofbereich von Haus Nr. 50 nach Osten abknickende Massivmauer. Sie gehört zu einem inzwischen abgegangenen Schlossgebäude mit mindestens zweigeschossiger Ausführung und einer auf den im Süden vorhandenen Treppenturm fluchtenden Westwand.
Entlang dieser Westwand erstreckt sich der alte Schlossgarten. Er ist im vorhandenen Gelände eingetieft und war über den besagten Treppenturm zugänglich.
Die nördliche Begrenzung des Schlossgartens stellt heute der südliche Abschluss der Hofstätte Nr.50.
Mit dem oben erwähnten Schlossgebäude reicht der herrschaftliche Bereich weit über die nördliche Grenze des Schlossgartens. Es ist nicht auszuschließen, dass dies auch auf den rückwärtigen Hofbereich von Haus Nr. 50 zutraf.
In diesem Überlappungsbereich wird spätestens um 1701/02 (d) das alte Schloßgebäude partiell abgebrochen und im Bereich des nördlichen Abschlusses ein nach Süden ausgerichtetes Pultdachgebäude errichtet.
Als ehemalige Schlossgartenmauer ist daher allenfalls die südliche Hofstättenbegrenzung hinter dem Gebäude Hauptstraße Nr. 50 zu bewerten.


1. Bauphase:
(1667)
Erbauung des Gebäudes Hauptstraße Nr.52 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1702)
Abbruch des alten Schlossgebäudes um 1701/02 (d), im Bereich des nördlichen Abschlusses wird ein nach Süden ausgerichtetes Pultdachgebäude errichtet.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
keine Angaben
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
keine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Ältester Mauerzug ist eine ca. 1,00m dicke, von Süden her kommende und nach 5,00m nach Osten abknickende Wand. Orientiert an den straßenseitigen Baukörpern ist sie durch ihre abweichende Ausrichtung leicht als Fremdkörper erkennbar. Ihre ehemalige Ostausrichtung ist auch noch im Bereich des Hauses Nr. 54 nachvollziehbar.
Von der rückwärtigen Hoffläche des Hauses Nr. 50 ist der ursprüngliche Eckverband sichtbar. Seine original erhaltene Höhe ist wohl identisch mit der sichtbaren Putz- und Fugenkante. Darüber ist der Pultdachgiebel einer jüngeren Baumaßnahme aufgemauert. Die alte Mauerhöhe reicht nur noch bis zur rückwärtigen Bebauungsflucht. Ab hier ist die Mauer bis auf ca. Brüstungshöhe abgetragen.
In gestutzter Höhe verläuft die Mauer weit nach Süden und fluchtet auf den äußeren Radius des als Backsteinruine erhaltenen Treppenturmes. Mehrere kräftige Steinvorlagen (Strebepfeiler) sichern den Niveausprung zwischen Mauerkrone und tief liegendem, über den Treppenturm erreichbaren Schlossgarten.
Aufschlussreich sind die Beobachtungen an der schon oben erwähnten Nord-West-Ecke. Von Osten gesehen ist die alte Mauerkrone sichtbar, während im Bereich des nördlichen Winkels deutliche Ausbruchspuren erkennbar sind. Innerhalb der Ausbruchmulde sitzt heute eine jüngere Wandscheibe, die offensichtlich die alte Ostflucht beibehält und als Ersatz der abgebrochenen Wand anzusprechen ist.
Bemerkenswert ist ein südlich der Mauerecke eingemauerter Stein. Mit hoher Sicherheit handelt es sich um einen Konsolstein als Auflagerkonstruktion einer ehemaligen Zwischendecke.
Wenige Jahrzehnte nach dem um 1667(d) erbauten Gebäude Nr. 52 ist die Ostflanke der Altmauer abgebrochen. Als Ersatz wird spätestens um die Jahre 1701/02(d) die heute vorhandene Ostwand erbaut. Sie begrenzt einen nach Süden ausgerichteten Schuppen bzw. Nebenbau, dessen nach Süden geneigte Pultdachfläche von der auf der Ostwand aufgesetzten Fachwerkwand abfällt. Die südliche Traufwand gehört zur baulichen Einheit dieses Nebengebäudes. Bemerkenswert ist der Befund, das es zwischen dem Hof des Grundstückes Nr .52 und dem Nebengebäude keine originale Verbindung gibt; der Pultdachbau demnach als eine nach Süden orientierte Baustruktur anzusprechen ist.
Im Schnittpunkt der südlichen Traufe mit der massiven Altwand setzt an die zuletzt genannte Wand eine nach Westen verlaufende Mauer an. Mit einer Dicke von ca 75cm ist sie bedeutend stärker als die ca 40cm starke Südwand des Pultdachgebäudes.
Die Wand begrenzt den südlich gelegenen Gartenbereich, der unter anderem von dem oben erwähnten Treppenturm zugänglich war. Eine Verbindung zwischen dem Hofgebäude Nr. 50 und dem Gartengelände ist nicht vorhanden.
Sofern das dendrochronologische Datum Winter 1770/71 als Bauzeit zutrifft (wiederverwendete Balken?) wurde um diese Zeit eine vergitterte Fensteröffnung ausgebrochen. Der zugehörige, zur Hofstätte Nr.50 ausgerichtete Schuppen ist im Dachbereich erhalten und im EG erneuert.
Ein offensichtlich älterer Vorgängerbau lässt sich über einen Abdruck an der Parzellenwand zu Haus Nr. 48 vermuten. Ob dieser Bau jedoch nach Norden ausgerichtet war, ist mehr als fraglich.

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