Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ehemalige Synagoge

ID: 151311139069  /  Datum: 26.11.2009
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Gustav-Weil-Straße
Hausnummer: 18
Postleitzahl: 79295
Stadt-Teilort: Sulzburg

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8315111005
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

1822/23 Planung durch Johann Ludwig Weinbrenner und Errichtung der Synagoge. Zum Erwerb der Baukosten wird der an einem anderem Platz gelegene Vorgängerbau versteigert. Offenbar gibt es schon während des Baues Umplanungen, wie die erhaltenen Rechnungen angeben. Zwischen 1877 und 1879 Umbau von Synagoge und Frauenbad. Letzteres wird in den schmalen Raum zum Nachbargrundstück hin erweitert. Die ursprünglich einfarbige Aussenfassung wird durch eine Hervorhebung der Architekturglieder in gebranntem Ocker gegenüber einem Grund in hellem Ocker ersetzt. Alle Fensteröffnungen entstammen in der heutigen Form diesem Umbau. Zu Beginn des 20. Jh. gab es zunächst nur weniger Veränderungen. 1920 wurde elektrisches Licht gelegt. Am 10. November 1938 wurde das Gotteshaus im Zuge der Reichspogromnacht verwüstet, wohl aber um nichtjüdischen Besitz in der Nachbarschaft nicht zu gefährden nicht in brand gesetzt. 1977 Erwerb des Gebäudes aus Privatbesitz durch die Gemeinde Sulzburg. 1997 offizieller Abschluss der Restaurierungsarbeiten.


1. Bauphase:
(1822 - 1823)
1822/1823 (a) Errichtung der Synagoge
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1877 - 1879)
1877-1879 (a) in den späten Siebzigerjahren des 19. Jh. umfangreiche Umbauten. Umgestaltung des Inneren. Veränderung der Fenstergliederung und des Westgiebels.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1920)
1920 (a) Versorgung des Gebäudes mit elektrischem Licht
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1938)
1938, 10. November: Verwüstung und Entweihung der Synagoge in der Reichspogromnacht. In der Folgezeit Nutzung als Bücherlager sowie Planung der Einrichtung einer Möbelfabrik.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1977)
1977 (a) Kauf der Synagoge durch die Gemeinde Sulzburg
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1997)
1997 offizieller Abschluss der Restauierungsarbeiten
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Innenaufnahme / Ehemalige Synagoge in 79295 Sulzburg (Gemeinde Sulzburg)
Abbildungsnachweis
1987 nach der Restaurierung 
 / Ehemalige Synagoge in 79295 Sulzburg (Sammlung Hahn, Fotos: R. Rasemann, http://www.alemannia-judaica.de/sulzburg_synagoge.htm)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dokumentation der Bau- und Restaurierungsgeschichte
  • Bau- und Restaurierungsbericht

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die ehemalige Synagoge liegt unmittelbar im Zentrum der Altstadt von Sulzburg in einer Parallelstraße der Haupstraße nahe des Rathauses und des Markplatzes. Das Grundstück ist nur wenig größer als der Bau und fällt nach Norden ab. Die Südseite verläuft parallel zur Straße und die Giebel reichen fast bis an die Nachbarhäuser heran.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Synagoge
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Zweizonig geliederte Bau auf rechteckiger Grundfläche. Flaches Satteldach. Fenster im EG in flachen, von Rundbogen überfangenen Blendnischen im OG als Okuli ausgeführt. EG Fenster durch grob profiliertes Maßwerk in je zwei von einem nicht durchbrochenem Okulus gekrönte Lanzetten gegliedert. Verglasung der Okuli im OG als stehender Sechspass gestaltet. Der Bau ist ansonsten schlicht verputzt, weitere Bauzier oder Gliederung fehlt bis auf einen breiten, flachen Risalit an der Westseite.
Im Westen innerhalb der Außenflucht ausgesparte offene Vorhalle mit Dreiecksgiebel auf robust proportionierten Säulen.
Der Innenraum ist dreischiffig. Das Mittelschiff ist erheblich breiter als die beiden flachgedeckten Seitenschiffe und im Gegensatz zu diesen mit einer korbbogigen Holztonne überwölbt. Der Fußboden der Seitenschiffe ist gegenüber dem Mittelschiff um eine Stufe erhöht. In der Ostwand Nische des Thoraschreines, von einem Baldachin umrahmt.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Gedrungen rechteckiger Grundfläche mit Haupteingang im Westen. Somit typische Ausrichtung der Hauptachse nach Osten. In den Westecken Wendeltreppen als Zugang zur dreiseitig umlaufenden Emporenanlage. Das Gebäude ist nicht unterkellert, jedoch ist unter der Nordwestecke eine gewölbte Mikwe eingebaut.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Das Dachwerk musste komplett ersetzt werden.
Bestand/Ausstattung:
Originale Innenausstattung und bewegliches Inventar hat sich nicht erhalten.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Verwendete Materialien
    • Stein
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Balkendach mit Rofen und liegendem Stuhl
    • Balkendach mit Rofen und stehendem Stuhl
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
Konstruktion/Material:
Bruchsteinmauerwerk mit wenigen Backsteinen und sparsam eingesetzten Werkstücken aus Sandstein.
Dachkonstruktion kombiniert stehenden und liegenden Stuhl und eine Zangenkonstruktion, um die Schubkräfte der am Dachwerk aufgehängten Tonne zu bewältigen.

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