Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Areal

ID: 141313079108  /  Datum: 27.09.2008
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Zollhüttengasse
Hausnummer: 9
Postleitzahl: 74523
Stadt: Schwäbisch Hall
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Schwäbisch Hall (Landkreis)
Gemeinde: Schwäbisch Hall
Wohnplatz: Schwäbisch Hall
Wohnplatzschlüssel: 8127076049
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

1997 konnte ein weiterer Töpferofen im Bereich der Zollhüttengasse 9 festgestellt werden.
Damit sind neben dem 1993 bei Gebäude Zollhüttengasse 7 angeschnittenen Brennofen sowie verschiedenen Tonlager- und Abfallgruben im heutigen Straßenbereich weitere Befunde zu einem Töpfer- und Ziegeleibetrieb bekannt. Der jetzige Befund 1997 zeigt auch, dass auf dem Areal selbst tonige Lehme für die Produktion angebaut worden waren.
Die festgestellten Befunde gehören damit zu einem größeren, mittelalterlichen Industrieareal im Bereich der Zollhüttengasse in Schwäbisch Hall. Die Herstellung von Dachziegeln und Töpferwaren beginnt hier nach bisherigem Stand im 13. Jahrhundert, also noch vor der späteren Ummauerung der Katharinenvorstadt.
Es ist zu erwarten, dass sich hier noch weitere, aussagekräftige Befunde zur mittelalterlichen Keramik- und Dachziegelproduktion im Boden befinden. Die bisher festgestellten Brennöfen dienten der Keramikherstellung. Zu erwarten sind neben solchen aber auch typische Öfen zur Dachziegelproduktion.


1. Bauphase:
(1300 - 1499)
Die Keramik und damit die Auflassung des Brennofens sind um 1300 datiert.
Südlich des Brennofens ist eine größere Grube vorhanden. Diese ist mit Ofenschutt und Dachziegelfehlbränden verfüllt. Die geborgene Keramik ist in das 13. Jh. datiert. Die Grube war demnach bei Anlage des Brennofens bereits wieder verfüllt. Dass der Ofen nachträglich in bzw. gegen die Grubenverfüllung gesetzt worden ist, bestätigt auch der stratigraphische Befund.
Beide Befunde, Grube und Brennofen werden durch ein Laufniveau abgedeckt, welches nach der Fundkeramik um 1300 existiert hat.
Darüber liegen weitere Schuttplanierungen und Laufniveaus bis in die Zeit des 15. Jh. Dazu gehört auch eine Trockenmauer, die in der Funktion bisher nicht recht eingeordnet werden kann. Weiter südlich liegt eine größere Grube, die unter anderem ebenfalls mit Ofenschutt und Dachziegelfehlbränden verfüllt ist. Die Grube schneidet über 2m tief in den anstehenden Lehm ein. Dieser besitzt hier verschieden starke tonige Bänder, die sich durchaus zur Ziegelherstellung eignen dürften. Es handelt sich hier sicher um eine Tonentnahmegrube für die laufende Produktion des Ziegeleibetriebs.

In Sondage 2 konnte der anstehende Boden beobachtet werden. Darüber liegen ca. 1m hoch künstliche Aufplanierungen, deren Fundmaterial in das 13. bis 15. Jh. weist.

In Sondage 3 ist eine weitere Abfallgrube mit Dachziegelfehlbränden, Ofenschutt etc. angeschnitten.
(gk)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Befundaufnahme im Zuge der Latrinenbergung
  • Archäologische Befundaufnahme

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Areal befindet sich in der Nähe zur Katharinenkirche.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
keine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Im Nordteil der Sondage 1 wurde ein Töpferofen angeschnitten. Erhalten ist noch die annähernd ovale Wandung des Feuerungsraumes mit einer mittleren Erdstütze, die einen Lehmrost trug, auf der das eigentliche Brenngut gestapelt war. Die Wandung der eigentlichen Brennkammer ist noch ca. 35cm hoch vorhanden. Befeuert wurde der Ofen durch ein Schürloch, welches nach Osten gerichtet und mit Steinplatten eingefasst ist. Hier wäre östlich davorliegend eine entsprechende Bedienungsgrube zu erwarten. Der Ofen gehört zu dem sogenannten Stehenden Typ, d.h.: Feuerung und Brennkammer befinden sich übereinander auf verschiedenen Ebenen.
Der Innenraum des Ofens ist mit dem Abbruchschutt desselben verfüllt. Darunter sind verschiedene angeziegelte Lehmstützen, die zur Unterkonstruktion der Lochtenne gedient haben dürften. Weiter waren eine größere Zahl von Keramikfehlbädern vorhanden, die mit Aufgabe des Ofens einplaniert worden waren.
Der Ofen ist künstlich in den Boden eingebaut worden. Der Feuerungsraum ist durch nachträglich eingebrachten Lehm hergestellt. Der Lehm ist durch die Hitzeeinwirkung des Brennvorganges stark gerötet bzw. an der Oberfläche schwarzgrau angeziegelt.

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