Objekt(7011): Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude

ID: 361315049167
Datum: 05.07.2008
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(7011): Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude Objektdaten

Straße: Kirchgasse
Hausnummer: 7
Postleitzahl: 74523
Stadt: Schwäbisch Hall
Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Schwäbisch Hall (Landkreis)
Gemeinde: Schwäbisch Hall
Wohnplatz: Schwäbisch Hall
Wohnplatzschlüssel: 8127076049
Flurstücknummer: 679
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7011): Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude Objektbeziehungen

keinekeine
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Objekt(7011): Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude Umbauzuordnung

keinekeine
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Bauphasen(7011): Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das im Kern aus dem späten Mittelalter - um 1429 (d) - stammende Gebäude stellt ein frühes Beispiel für die Verwendung historisierender Architekturreprisen in Schwäbisch Hall dar.
Bereits im Jahr 1868 ließ der damalige Besitzer Nathan Hess den heute noch erhaltenen gassenseitigen Eckkerker nach dem älteren Vorbild auf der Gartenseite des Gebäudes im Rahmen eines größeren Umbaus nachgestalten. Während Hess auf diese Weise nach außen Traditionsbewusstsein und ästhetisches Empfinden dokumentierte, legte er in den Wohnräumen großen Wert auf modernen Komfort. In beiden Küchen ließ er die alten Schlöte abreißen und durch neue sogenannte russische Schornsteine ersetzen.
Ähnlich wie im Wohnhaus Kirchgasse 11 lebten auch in der Kirchgasse 7 in frühen Jahrhunderten überwiegend privilegierte Haller Bürger, die im öffentlichen Leben wichtige Funktionen hatten.
Man kann durchaus behaupten, dass der Gänsberg bzw. das Pfarrgässle, wie die Kirchgasse im 16./ 17. bzw. 18. Jahrhundert hieß mit dem Pfarrhaus von St. Katharina (Kirchgasse 8), dem Schulhaus (Kirchgasse 2) und den noblen Adressen Kirchgasse 7 und 11 zu den gehobenen Wohnquartieren jenseits des Kochers gehörte.

Desweiteren enthalten die Objektdaten Ergebnisse, die im Zuge eines Bauaushubs im Bereich zwischen Gebäude Kirchstraße 7 und dem bestehenden Altbau der Löwenbrauerei durch einige Erdprofile einsehbar waren. Diese Ergebnisse geben archäologische bzw. geologische Aufschlüsse unter dem sogenannten Akademiegebäude Kirchgasse 7, der Abgrabung bei dem kleinen Hauskeller unter der Ostfassade Kirchstraße 7 und dem Gebäude Kirchstraße 1.


1. Bauphase:
(1429)
Das Gebäude ist im Kern dendrochronologisch auf um 1429 datiert. (d)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

2. Bauphase:
(1620)
Eigentümernennung:
Johann Jakob Feierabend und seine Gattin Ursula erwerben das Gebäude von der Witwe Anna Reiz. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

3. Bauphase:
(1651 - 1683)
Besitzernennung:
1651: Johann David Stattmann mit Frau Ursula Margareta Stattmann, die nach dem verfrühten Tod ihres Mannes, 1672, Georg Sigmund Eichhorn ehelichte und mit ihm weiter das Haus bewohnte.
1683 stirbt Frau Stattmann und der Besitz wird der ältesten Tochter Ursula überlassen. Die verstorbene Margaretha Stattmann hinterließ zudem einen beachtlichen Möbelbestand. Wertvollste Stücke sind ein -Kasten mit Schubladen- und eine -Lotterbettlade-. Verschiedendlich sind auch die Standorte der Möbelstücke angegeben. So standen ein -Tisch in der Stuben-, ein -Siedel in der Speißkammer-, ein -Sessel in der ErckherStuben-, ein -Täfele- befand sich ebenfalls dort und eine ausrangierte -alte Bettlade- lag -im Denn Boden-. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

4. Bauphase:
(1735)
Nach dem Tod von Georg Eichhorn erbt Maria Sibylle Seyboth, Witwe des Predigers an St. Michael, Wilhelm Nikolaus Seyboth, Haus und Garten. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

5. Bauphase:
(1772)
Der Besitz der 1763 verstorbenen Sibylle Seyboth geht 1772 an die Erbgemeinschaft Johann Friedrich Seiferheld, Professor und Rektor am Gymnasium über. Seiferheld veräußert das untere halbe Haus -an der Druckerey mit 3 Heller u. der andere halbe Teil des Hauses auch mit 3 Heller- an Johann Karl Seiferheld, Pfarrer in Westheim. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

6. Bauphase:
(1791)
Georg Heinrich Seiferheld erbt das Anwesen von seinem Vater. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

7. Bauphase:
(1821)
Das Vermögen des verstorbenen Gerichtsassessors Georg Heinrich Seiferheld wird versteigert. Der Glasermeister Bajerdörfer erwirbt es für seinen Schwiegersohn Nikolaus Bölz. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

8. Bauphase:
(1844)
Versteigerung des Anwesens an Ludwig Mayer. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

9. Bauphase:
(1863)
Das Anwesen bestehend aus Wohnhaus, Anbau, Stallung, Waschküche sowie Hofraum, geht aus dem Besitz der Erben von Ludwig Mayer an den aus Crailsheim stammenden Dr. phil August Klinger über. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

10. Bauphase:
(1868)
Der Händler Nathan Hess erwirbt das Haus und den dazugehörigen Garten von dem nach Stuttgart umgezogenen Dr. phil August Klinger. Es erfolgt ein grundlegender Umbau des Hauses durch Nathan Hess. Es soll: -ein Anstoß (Anbau) an das Haus gemacht werden, der im unteren Stock eine Stallung, darüber 2 durch Windöfen heizbare Wohnzimmer enthält. Auch soll an dem Eck (zur Kirchgasse) ein dem älteren entsprechender Erker gesetzt und angebracht werden. Der neue Anstoß soll beiderseits in die Flucht des Wohnhauses. Weiter sollen noch die Kamine der Küche in beiden Stockwerken unbesteigbar eingerichtet werden-.Hess ließ einen bestehenden Stallanbau einreißen und gestaltete die Nordwestecke des Hauses nach dem Vorbild der Südwestecke. Damals entstand der zweistöckige, in der Planung lediglich eingeschossige, Eckkerker an der Kirchgasse als Pendant zu einem älteren Vorbild auf der Rückseite des Hauses. Die bauliche Erweiterung ist bis heute ablesbar geblieben und wird durch das Regenfalltor markiert. Vergleichsweise früh für Haller Verhältnisse ist der geplante Einbau von modernen Kaminen. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

11. Bauphase:
(1877)
Nathan Hess verkauft das Haus an den praktischen Arzt Eugen Bilfinger. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

12. Bauphase:
(1881)
Dr. Eugen Bilfinger veräußert sein Anwesen an den Steuerkontrolleur Heinrich Groß.Der neue Hausherr möchte das Dach ausbauen und im Dachraum ein beheizbares und ein unbeheizbares Zimmer einrichten. Der Rauch des Ofens sollte -in ein schon bestehendes besteigbares Kamin eingeführt- werden. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

13. Bauphase:
(1886)
Als Mieter werden Pauline Klein, die anscheinend im Haus eine Pensionsanstalt für kranke Kinder unterhielt und die Witwe Heinrike Lauer genannt. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

14. Bauphase:
(1890)
Der Postinspektor Louis Klein war vermutlich der Nachmieter von Pauline Klein. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

15. Bauphase:
(1925)
Die expandierende Brauerei Ehrhard & Co (Löwenbrauerei) hat zwischenzeitlich das Anwesen erworben und beabsichtigt den Industriebau, der an den Ostgiebel anstößt, zu erhöhen.Diese Maßnahme beeinträchtigte die Nutzung des Wohnhauses: -Es wird deshalb beantragt, die Erhöhung nur in widerruflicher Weise zu genehmigen, unter der Bedingung, dass der Aufbau, sobald er für die Brennerei nicht mehr notwendig ist, wieder abgebrochen wird-. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

16. Bauphase:
(1928)
Die Löwenbrauerei errichtet auf der Rückseite der Gebäude Kirchgasse 7 und 9 das heute noch bestehende Büro- und Garagengebäude. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

17. Bauphase:
(1941)
Errichtung eines Kamins im Industrieanbau auf dem Grundstück Kirchgasse 7. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

18. Bauphase:
(1956)
Die Löwenbrauerei Erhard richtet in dem ehemaligen Wohnhaus Büroräume ein. Ursprünglich sollte auch der erst 1868 errichtete Eckerer abgebrochen werden. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

19. Bauphase:
(1988)
Der nunmehriger Eigentümer des Anwesens, die Stadt Schwäbisch Hall, installiert in einem der an das Haus angrenzenden ehemaligen Industrieanbau einen gasbeheizten Kessel und einen Kamin aus Stahl. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

20. Bauphase:
(1998)
Ergebnis der archäologische Befundaufnahme unter geologischen Gesichtspunkten:
In den Profilaufschlüssen, welche durch die Schachtungen unter dem provisorisch abgestützten Akademiebau einzusehen waren, sind Sandschichten bzw. kiesige Geröllablagerungen vorhanden. Diese liegen zwischen 286.00 und 287.00 Meter ü.NN. Dieser Befund ergänzt die unlängst gemachten Beobachtungen in der Blendstatt, der Unterlimpurgstraße und jüngst in der Zollhüttengasse 9. Auch bei den geologischen Voruntersuchungen im Bereich der Blendstatt wurden diese Sande und Kiese angeschnitten. Es handelt sich hierbei um sog. Hochterrassenschotter des Kochers, also alte Talablagerungen des ehem. Kocherbetts.

Der eiszeitliche Kocher bildete, mit Abfließen des Schmelzwassers der Gletscher, im harten, oberen Muscheltalk große Flussschlingen aus, die aber mitunter infolge des Durchbruchs an den Engstellen der Umlaufberge wieder verlassen wurden. Von solchen ehemaligen Flussschleifen sind bei Schwäbisch Hall noch markant erhalten die „Bahnhofsbucht“, südwestlich des heutigen Bahnhofs (ohne Umlaufberg!), die Schleife bei der Comburg und bei Tullau (jeweils mit Umlaufberg). Diese Urbett des Kochers liegt mittlerweile um 30 Meter (ca.303.00 ü.NN.) über dem heutigen Flussspiegel (ca. 273,50 ü.NN.). Das Eingraben des Kochers in den Muscheltalk erfolgte nicht kontinuierlich, sondern in Schüben. Gleichzeitig blieben durch Verengung und Verlagerung des Flussbetts Terrassen bestehen, die geologisch an den Ablagerungen von Sanden und Kiesen (Terrassenschotter) auf dem ehemaligen Talboden erkannt werden können. Die Terrassen sind im Laufe der Zeit mit Lößlehm, an den Talflanken auch mit Hangschutt überdeckt worden. Sie blieben aber in der Topographie als eher flache, eben terrassenartige Flächen an den Steilhängen des Kochertals erhalten. Diese geologischen Vorgänge haben grundlegende Bedeutung für die spätere siedlungstopographische Entwicklung in historischer Zeit, da bei der Herausbildung von ersten Siedlungskernen und Wegeführungen bestimmte Plätze bevorzugt ausgewählt worden waren. Dies gilt sicher für die mittelalterliche Zeit, muss aber auch für die Vorgeschichte angenommen werden, wobei hier der Kenntnisstand noch recht dürftig ist. Markant ist der Umlaufberg der Comburg, welcher im Mittelalter mit einer Burg, später mit einem Kloster in beherrschender Lage besetzt war. Ähnliches lässt sich für den Umlaufberg bei Tullau vermuten. Die Flurbezeichnung Steinbühl könnte auf eine Burgstelle hinweisen.
Im Stadtgebiet von Hall selber ist die Terrassenbildung von Bedeutung. Rechtsseitig des Kochers verläuft die wichtige Durchgangsstraße Gelbinger Gasse- Marktstraße-Herrengasse-Unterlimpurger Straße zu großen Teilen auf einer Terrasse, die bei den Untersuchungen in der Blendstatt und in der Unterlimpurger Straße festgestellt werden konnte.
Linksseitig des Kochers liegen große Teile der südlichen Katharinenvorstadt auf der Terrasse, die jetzt im Bereich der Löwenbrauerei und Zollhüttengasse angeschnitten werden konnte. Aus den Kelleruntersuchungen ist weiterhin bekannt, dass die mittelalterliche Topographie hier zudem noch über eine Stützmauer im Hangverlauf künstlich erhöht worden war.
Auch der südwestliche Stadteingang beim ehem. Riedener Tor in Richtung Roter Steg nutzt die geologisch gewachsene Situation. Die Alte Reifensteige verläuft in der sog. Bahnhofsbucht, um hier sanft ansteigend die Verbindung zu einem alten Höhenweg in Richtung Michelfeld und Mainhardt zu schaffen.
Die Zusammenhänge von geologischer und sich daraus ergebender siedlungstopographischer Entwicklung sollen hier nur kurz angerissen werden. Die Möglichkeiten einer, auch prospektiven, Betrachtung der geologischen Fakten und den daraus entstehenden siedlungsgeschichtlichen Vorgängen sind sicher noch nicht ausgeschöpft und sollten Gegenstand zukünftiger Überlegungen sein.

Weitere Beobachtungen:

Im Bereich Kirchgasse 7 können bisher nur spätmittelalterliche Funde beobachtet werden. Befunde zu dem älteren Siedlungskern um St. Katharina existieren daher nicht. Auch der kleine Hauskeller Kirchgasse 7, der aufgrund der Mauerwerkschronologie in eine ältere Zeitstellung eingeordnet werden muss (12./ 13. Jh.), konnte jetzt nicht hinreichend geklärt werden.

Weiter wurde eine Grube bei dem Gebäude Kirchgasse 1, eingetieft in anstehenden Hangschutt, beobachtet. Datierendes Fundmaterial konnte nicht geborgen werden. Die Funktion der Grube (Keller?) muss unklar bleiben.

(gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
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Besitzer(7011): Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Kirchgasse 7, künstliches UG unter Akademiegebäude, von Nordosten. / Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude  in 74523 Schwäbisch Hall
Kirchgasse 1, gesamt von Westen / Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude  in 74523 Schwäbisch Hall

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Archäologische Befundaufnahme unter geologischen Gesichtspunkten
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Beschreibung(7011): Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude Beschreibung

Umgebung, Lage: Das Gebäude neben der ehemaligen Löwenbrauerei befindet sich in der Kirchgasse in unmittelbarer Nähe zur St. Katharinakirche und zum Kocher.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Brauerei
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Über der Kellerbebauung erhebt sich ein dreigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angabenkeine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(7011): Fachwerkhaus, sog. Akademiegebäude Konstruktionen

Konstruktionsdetail: keine Angabenkeine Angaben
Konstruktion/Material: keine Angabenkeine Angaben