Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria)

ID: 321313119079  /  Datum: 09.09.2009
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Weibermarkt
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 72764
Stadt: Reutlingen
Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Reutlingen (Landkreis)
Gemeinde: Reutlingen
Wohnplatz: Reutlingen
Wohnplatzschlüssel: 8415061015
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
keine Angabe

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
1. Beinhaltet Bauteil: Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria), Turmhelm
2. Beinhaltet Bauteil: Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria), Apostelfiguren Nordseite

Umbauzuordnung

keine

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Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria), Apostelfiguren Nordseite (72764 Reutlingen, Weibermarkt 1)
Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria), Turmhelm (72764 Reutlingen, Weibermarkt 1)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die ältesten Teile sind der Rechteckchor, das Vorchorjoch und die Chorflankentürme im Osten (vor 1247). Langhaus nach Planwechsel etwa 1280-1310. Hauptturm vollendet 1343. Errichtung der Nordsakristei gegen 1350.


1. Bauphase:
(1247)
Errichtung der Kirche (die ältesten Bauteile sind der Rechteckchor, das Vorjoch und die Chorflankentürme).
Zunächst wurde nach 1247 der Chor in romanischen Formen mit Keupersandstein errichtet. Für den Weiterbau des Langhauses war, den Rekonstruktionszeichnungen zufolge, möglicherweise ein basilikaler Querschnitt mit deutlich niedrigeren Seitenschiffen geplant, der, sofern zutreffend, keinen Raum für Figurennischen an den Strebepfeilern gelassen hätte.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kirche, allgemein

2. Bauphase:
(1270)
Ab 1270 wird der Chor teilweise wieder abgebrochen, um auf eine Planänderung zu reagieren. Fortan wird die Kapelle unter Verwendung gotischer Formen und mit Schilfsandstein weitergebaut, wobei sich der Kirchenbann gegen König Albrecht (1324-1338) und der daraus resultierende Interdikt sicherlich hemmend auswirkte. Explizit wird darauf hingewiesen, dass die ersten 6 Joche (Traveen) des Langhauses gleich sind und nur das westlichste schmaler ist. Hierzu passt, dass das Langhaus in hochgotischen Formen erbaut, das Westwerk in spätgotischen Formen angefügt wurde.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1280 - 1310)
Errichtung des Langhauses, nach Planwechsel.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Gewölbe
    • Rippengewölbe

4. Bauphase:
(1312)
Möglicherweise datierend ist auch eine Inschrift, dass die Ausmalung 1312 stattfand, wobei hier auch nur die Sakristei gemeint gewesen sein könnte und nicht das gesamte Langhaus.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1343)
Gesichert ist die Fertigstellung des Hauptturms, dessen Spitze am 5. August 1343 aufgesetzt wurde.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1350)
Um 1350 erfolgte die Errichtung der nördlichen Sakristei.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

7. Bauphase:
(1494 - 1499)
Archivalisch nachgewiesen ist ein Blitzeinschlag in den Hauptturm 1494, der in den zwei darauffolgenden Jahren umfangreiche Reparaturarbeiten nach sich zog. In diesen Kontext werden in der Literatur auch die figürlichen Ausstattungen der Strebepfeiler gestellt. Datierend wirkt auch der inschriftlich datierte (1499) Taufstein, der in vergleichbarer Formensprache und Ausführung gefertigt wurde.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

8. Bauphase:
(1726)
1726 beschädigte ein Stadtbrand die Kirche, deren Dächer zerstört wurden und deren südliches Seitenschiff partiell einstürzte. Die Kirche wird saniert.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

9. Bauphase:
(1843)
Ab 1843 leitet Baurat Johann Georg Rupp umfangreiche Widerherstellungsarbeiten.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

10. Bauphase:
(1893)
Ab 1893 werden die Fundamente verstärkt, die Sockelmauer verbreitert, die Strebepfeiler unterfangen und mit neuen Fundamenten versehen, zwei Joch komplett neu aufgemauert und die Gesimse erneuert. Die Strebepfeiler wurden repariert, wobei ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass die „zwölf Boten“ erhalten blieben und lediglich zwei neue Figuren mitsamt Baldachinen hinzugefügt wurden.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Ansicht der Marienkirche von NW.
Quelle: Binding, Günther: Was ist Gotik?, Darmstadt 2000, Abb. 538. / Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria) in 72764 Reutlingen
Innenansicht, http://www.stiftung-marienkirche.de, abgerufen am 26.3.2014 / Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria) in 72764 Reutlingen (13.03.2012)

Zugeordnete Dokumentationen

keine

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Kirche liegt im östlichen Teil der Altstadt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kirche, allgemein
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Dreischiffige Basilika mit Rechteckchor und zwei Chorflankentürmen. Der Westbau ist als Einturmfassade ausgestaltet.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Dreischiffiger Bau mit abschließendem Rechteckchor. Die Joche weisen teilweise eine unterschiedliche Tiefe auf.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Diverse Restaurierungsmaßnahmen bis heute (2009) anhaltend.
Bestand/Ausstattung:
Neogotische Ausstattung von Heinrich Dolmetsch 1892-1901.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Verwendete Materialien
    • Stein
  • Dachform
    • Pultdach
    • Satteldach
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Gewölbe
    • Rippengewölbe
Konstruktion/Material:
Steinbau mit Ziergliedern (Maßwerk); Strebewerk oberhalb der Seitenschiffe.

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