Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ehem. Helferratsgebäude

ID: 172871126821  /  Datum: 29.11.2017
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Metzgerstraße
Hausnummer: 56
Postleitzahl: 72765
Stadt: Reutlingen
Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Reutlingen (Landkreis)
Gemeinde: Reutlingen
Wohnplatz: Reutlingen
Wohnplatzschlüssel: 8415061015
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Wohn- und Geschäftshaus (72764 Reutlingen, Albstraße 2)
Fachwerkhaus, Albstraße 4 (72764 Reutlingen)
Ehem. Dekanatsgebäude, Aulberstraße 1 (72764 Reutlingen)
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Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria), Apostelfiguren Nordseite (72764 Reutlingen, Weibermarkt 1)
Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria) (72764 Reutlingen, Weibermarkt 1)
Marienkirche (ev. Stadtkirche St. Maria), Turmhelm (72764 Reutlingen, Weibermarkt 1)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Aufgrund der vorliegenden Archivalien kann das Baudatum des jetzigen Gebäudes mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 1729 angesiedelt werden. Diese Datierung erklärt auch die im Vergleich zur schräg gegenüberliegenden Fassade des Gebäudes Aulberstraße 1 (errichtet 1770) eher altertümlich wirkende Gestaltung der Giebelseite mit Geschossvorkragungen.
Ein höheres Alter des Kellers und evtl. einzelner Bereiche des Erdgeschosses kann aufgrund der Grundrisslage und weiterer Indizien (wie z. B. Mauerstärke) angenommen werden. Eine mögliche Bauabfolge wäre der Aufbau eines Gebäudes über älterem Keller schon vor dem Stadtbrand von 1726. Nach dem Brand wurden hier nicht alle Reste beseitigt wie dies nach Aussage der Quellen in der Aulberstraße 1 geschah, sondern man nutzte vorhandene Mauern des Kellers und evtl. des Erdgeschosses weiter und errichtete darüber ein neues Pfarrhaus, das sich in den Umrissen dem früheren Gebäude anglich. So wären der verzogene Grundriss und die damit entstehenden Unregelmäßigkeiten in der Gestaltung des Dachstuhls zu erklären. Es handelte sich offenbar nicht um eine neue Gesamtplanung, sondern man musste auf aufgegebene Grundstücksgrenzen und Mauerreste Rücksicht nehmen.
Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude des 18. Jh. mehrmals umgebaut. Vor allem zu nennen wären hier die Baumaßnahmen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jh., von denen noch die eingereichten Baupläne vorliegen. Diese Baupläne geben neben der Darstellung des geplanten Umbaus auch jeweils die vorgefundene Situation wieder, sodass noch heute ein Eindruck vom früheren Aussehen des Gebäudes gewonnen werden kann. So lässt sich festhalten, dass das Obergeschoss und das Dachgeschoss schon vor 1897 ausgebaut waren (DG) bzw. weitgehend ihre heutige Gestalt erhielten (OG). Das Erdgeschoss erhielt sein heutiges Aussehen bei dem Umbau von 1916, als ein Konfirmandensaal eingebaut wurde.
Später, um 1954, wurde im Westen noch die heutige Terrasse angebaut und um 1974 die Wandverkleidung des Pfarrsaals (Gemeindesaal) eingebracht. Insgesamt kann das Gebäude Metzgerstraße 56 als ein für Reutlingen historisch sehr bedeutsames Baudenkmal gelten, handelt es sich doch mit großer Wahrscheinlichkeit um das erste nach dem Stadtbrand von 1726 wiederrichtete Stadtpfarrhaus, das in dieser Funktion 1770 durch den Neubau des Gebäudes Aulberstraße 1 abgelöst wurde.
Das Haus Metzgerstraße 56 blieb weiterhin in kirchlicher Hand und Nutzung. Hervorzuheben ist trotz aller Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte der Grundriss des 1. Obergeschosses, der in seiner heutigen Gestalt auf eine Umbauphase zurückgeht. Die Türgewände und Türblätter lassen den letzten größeren diesbezüglichen Umbau in die Zeit um 1800 bis zur 1. Hälfte des 19. Jh. datieren. Für den Grundriss wurde eine Gestaltung mit einer Enfilade gewählt, die in Frankreich entwickelt wurde und vor allem in repräsentativen Gebäuden zur Zeit des Barocks beliebt war.


1. Bauphase:
(1726)
Bei dem Gebäude handelt es sich um das nach dem Stadtbrand von 1726 kurz darauf im Jahre 1729 wiederaufgebaute Stadtpfarrhaus (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Pfarrhaus

2. Bauphase:
(1770)
Neubau eines Stadtpfarrhauses bzw. Dekanatgebäudes in der Aulberstraße 1, dabei Umwidmung des früheren Stadtpfarrhauses zum Oberhelferrathaus.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus

3. Bauphase:
(1780)
Größerer Umbau des EGs, möglicherweise damals Einrichtung der beiden heute noch teilweise vorhandenen Querwände. Spätestens jetzt auch beginnender Ausbau des Dachgeschosses (Studierstube).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung

4. Bauphase:
(1780 - 1781)
Erwähnung eines "Kämerlin" naben der Sommerstube. Im gleichen Jahr Erwähnung einer Laube und einer ganz veränderten Stieg (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1784 - 1785)
Reparatur des ganzen Hauses (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1810)
Streichung einer Pfarrstelle, deshalb erneut Umwidmung des Gebäudes, nun zum Unterhelferrathaus. Das Oberhelferrathaus nun neben dem Dekanat (Spezialat) in der Aulberstraße 1.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

7. Bauphase:
(1813 - 1814)
Große Renovierung des Inneren (a).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

8. Bauphase:
(1897 - 1916)
Umbaumaßnahme mit überlieferten Bauakten-Plänen (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

9. Bauphase:
(1917)
Beschreibung des Bestandes quasi in Form eines Raumbuches.
Eine allgemeine Beschreibung gibt die damals vorgefundenen Materialien wieder:
Umfassungswände: EG massiv aus Eninger Kalksteinen gemauert, darüber von ausgemauertem Fachwerk und verblendet.
Binnenwände: Von ausgeriegeltem Fachwerk.
Trauf- und Giebelgesims: Von Holz
Dach: Satteldach von braunglasierten Fachziegeln.
Zwerchhausaufbau mit glasierten Turmziegeln.
Auch die Treppen und weitere Einrichtungen, wie z.B. eine Sprechverbindung von Esszimmer des OG ins Studierzimmer werden beschrieben.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

10. Bauphase:
(1918)
Ausbau und Einrichtung des Saales (d).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das ehem. Helferratsgebäude befindet sich in der Reutlinger Altstadt. Es steht als Eckgebäude giebelständig zur Metzgerstraße bzw. traufseitig zum Weibermarkt mit der Marienkirche.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Es handelt sich um einen zweigeschossigen, verputzten Satteldachbau über leicht erhöhtem Sockelgeschoss. Das Obergeschoss und die Giebelgeschosse sind auskragend. An der südöstlichen Traufseite ist das Dach durch eine Schleppgaupe, das Erdgeschoss durch drei große Flachbogenfenster und eine durch Sandsteingewände mit geradem Gesimsabschluss gerahmte Eingangstür geöffnet.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Verwendete Materialien
    • Putz
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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