Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Leonhardskapelle

ID: 203986168618  /  Datum: 04.04.2011
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Leonhardstraße
Hausnummer: 25
Postleitzahl: 88212
Stadt-Teilort: Ravensburg

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Ravensburg (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8436064109
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

1. Bauphase:
(1410 - 1411)
Die Kapelle wurde um 1410 von dem Patrizier und Fernhandelskaufmann Henggi Humpis und dessen Schwiegervater Hans Erler gestiftet. Die Weihe erfolgte 1411 (Quelle: Archivalische Erhebungen zur Leonhardskapelle/Stadtarchiv Ravensburg) (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Industrieanlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kapelle, allgemein
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Backstein
    • Wacken/Kiesel

2. Bauphase:
(1725 - 1726)
Neubau des Dachstuhls über dem Langhaus (d). Der Dachstuhl ist verblattet.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit Firstständer

3. Bauphase:
(1726 - 1727)
Neubau des Dachstuhls über dem Chor (d). Der Dachstuhl ist verzapft.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit Abstrebung

4. Bauphase:
(1811 - 1826)
Profanierung und Verkauf der Kapelle (a). Einbau von Zwischendecken im Chor und Umnutzung des Chores als Wohnhaus.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

5. Bauphase:
(1871)
Einbau einer Zwischendecke im westlichen Drittel des Langhauses (d). Erweiterung der Wohnungen im Chor.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Südwesten / Leonhardskapelle in 88212 Ravensburg (05.05.2009 - Michael Hermann)
Abbildungsnachweis
Ansicht des Chores von SO: Links das 1927 (a) angebaute Wohnhaus, rechts z.T. die zwischen 1825-1881(a) angebaute ehem. Lohmühle der Gerbereigenossenschaft (Mühlgasse 20) / Leonhardskapelle in 88212 Ravensburg (05.05.2009 - Michael Hermann)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung und Bauaufnahme

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude der ehemaligen Leonhardskapelle befindet sich in der ehemaligen, nicht ummauerten östlichen Vorstadt Ravensburgs, dem sog. Ölschwang. Bei diesem Ölschwang handelte es sich um ein mittelalterliches Gewerbegebiet mit zahlreichen Mühlwerken entlang eines am Hang verlaufenden Mühlkanals.
Lagedetail:
  • Industrieanlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Werkstattgebäude
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
  • Sakralbauten
    • Kapelle, allgemein
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Gebäude steht in den Hang gebaut, traufständig zur Bundesstraße 32, der mittelalterlichen Fernstraße zwischen Ravensburg.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Einschiffiger, offensichtlich nicht gewölbter Saalbau; Chor mit 3/8-Schluss;
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
An historischer Ausstattung hat sich nichts erhalten.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
  • Gewölbe
    • Rippengewölbe
  • Verwendete Materialien
    • Stein
    • Ziegel
  • Dachform
    • Satteldach
Konstruktion/Material:
Der einschiffige Saalbau war offenbar nicht gewölbt. Auch ein bauzeitlicher Chor konnte bisher nicht nachgewiesen werden, ist aber zu vermuten. Nordöstlich schließt an das Langhaus der Sockel eines ehemaligen Turmes an. Er ist im EG mit einem Kreuzrippengewölbe mit Kehlstabprofil überwölbt, wobei in den Schlussstein ein bärtiges Gesicht skulpiert ist. Gewölbe und Rippen bestehen aus Ziegelsteinen, wogegen die Umfassungswände zumindest im Fundamentbereich aus großen Wackensteinen gemauert sind. Vermutlich diente dieser Raum als Sakristei.
Ob dieser Turm zeitgleich mit dem Langhaus erbaut wurde ist nicht gesichert, jedenfalls stellt die Westwand des Turms zugleich die Ostwand des Langhauses dar. Auf der Südseite hat diese Sakristei eine schmale spitzbogige Tür, was als Hinweis auf einen älteren Chor gedeutet werden kann. Im OG des Turmstumpfs gibt es auf der Ostseite eine vermauerte Türöffnung, die auf eine ehemalige Außentreppe zur Erschließung des Kapellenturms hindeutet.

Das Langhaus ist aus Ziegelmauerwerk errichtet, wobei die beiden Steilgiebel in Skelettbauweise mit Pfeilern und Gurtbögen aus Ziegel sowie 17cm starkem Ziegelmauerwerk als Wandfüllung errichtet sind. Das Ziegelformat zeigt sich einheitlich mit etwa. 34cm Länge. Am westlichen Giebel lässt sich innen eine mit den Ziegelsteinen gemauerte Zange erkennen, die offenbar einen Kehlbalken des vorherigen Dachstuhls einband. Damit wurden die Giebel mit dem hölzernen Dachstuhl verbunden.

Der Chor mit 3/8-Abschluss ist ebenfalls aus Ziegelsteinen errichtet. Die Chorfenster mit segmentbogigem Sturz zeigen, dass der Chor in seiner heutigen Form nachmittelalterlich ist. Ob sich in den Wänden allerdings noch Substanz eines älteren Chores befindet kann ohne Sondagen nicht festgestellt werden.

Der Dachstuhl über dem Langhaus ist als verblatteter liegender Stuhl ausgeführt. Die Abbundzählung zählt alle Gespärre von West nach Ost ohne Unterscheidung in Voll- und Leergespärre durch. Auffällig sind die Blätter aus nur 4 cm starken Dielen, die aber durch die Abbundzeichen eindeutig als bauzeitlich 1725/26 belegt sind. Ebenso fällt die minimalistische Längsaussteifung mit nur jeweils einem kurzen und steilen Blatt zwischen Stuhlständer und Pfette auf.

Das nur ein Jahr später 1726/27 (d) entstandene Chordach mit stehendem Stuhl ist hingegen vollständig verzapft.

Nach der Profanierung der Kapelle 1811 wurden in den Chorbereich Zwischendecken eingezogen und eine Wohnung eingerichtet. 1871 (d) wurde dieser Wohnbereich in das östliche Drittel des Langhauses erweitert. Der westliche Teil des mit einer Fachwerkwand abgetrennten Langhauses wurde in eine Scheuer umgebaut und erhielt ein Heuaufzugsloch in der Dachbalkenlage. Zwischen 1828 und 1922 wurden zahlreiche Anbauten an die Kapelle angefügt. Zudem wurde im 19. Jahrhundert der Turm der Kapelle bis auf die beiden untersten Geschosse abgetragen und mit einem Schleppdach im Anschluss an das Dach des Chores überdeckt. Das steile Dach des Langhauses wurde um etwa die Hälfte eingekürzt und in das heute noch bestehende asymmetrische Satteldach umgewandelt.

Alle genannten Maßnahmen führten dazu, dass die ursprüngliche Kapelle als Kern des Gebäudeensembles heute nur noch eingeschränkt zu erkennen ist.

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