Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist

ID: 122676431816  /  Datum: 03.02.2015
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: keine
Hausnummer: keine
Postleitzahl: 88348
Stadt-Teilort: Saulgau

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Sigmaringen (Landkreis)
Gemeinde: Bad Saulgau
Wohnplatz: Saulgau
Wohnplatzschlüssel: 8437100038
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Nach einer Aufzeichnung im Stadtarchiv wurde nach einer vorgefundenen Tabelle von 1759 die Kirche 819 von Kaiser Ludwig dem Frommen am 27. Juli 819 dem Kloster Buchau gestiftet. Die jeweilige Äbtissin dieses Klosters war daher bis zu dessen Aufhebung im Jahre 1802 Inhaberin des Patronatsrechtes der Kirche in Saulgau.

Die 600-jährige Johanneskirche hat mehrere Vorgängerkirchen. Vom erwähnten ersten Kirchenbau 819 sind Fundamentreste erfasst, von einer weiteren, der ersten erfassbaren Kirche, sind noch Fundamente und Fußböden vorhanden. Sie war eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika. Diese erfuhr 1270 bis 1280 eine wesentliche Erweiterung, aus dieser Bauphase stammen der heutige Turm bis 27 m Höhe und das an ihn anschließende Mauerwerk im Chor der Kirche. Der Turm diente mit der doppelbogigen Schallöffnung als Wachturm für die städtische Hochwacht.

Diese alte Stadtkirche war gegen Ende des 14. Jahrhunderts zu klein und durch Erdbeben teilweise zerstört worden.

Nach 1390 wurde mit dem Bau einer wesentlich größeren Kirche begonnen. Diese Maßnahme erstreckte sich ungefähr bis zum Jahre 1430, das Bauwerk erhielt seine heutige Größe und Form. Um 1400 wurde das Altarhaus (der Chor), unter Einbeziehung der Nord - und Südwand des bestehenden, um 6 m nach Osten verlängert und um 5 m erhöht.

Die Einweihung des neuen Chores mit Hochaltar erfolgte am 18. Februar 1402 durch den Konstanzer Weihbischof Heinrich Zirger. Anschließend erfolgte in mehreren Abschnitten der völlige Neubau des Langhauses. Abgeschlossen wurde der Bau der St. Johanneskirche mit der Errichtung des Westgiebels und der hochgotischen, gewölbten Vorhalle mit Wandrundsäulen um 1450. Ungefähr zur gleichen Zeit dürfte der Glockenturm um ein weiteres Geschoß erhöht und die vier Kreuzgiebel sowie der achteckige Spitzhelm aufgesetzt worden sein.

Die kostbare mittelalterliche Ausstattung der Kirche, von der noch die Glasfenster im Schlossmuseum in Sigmaringen, Bilder des Hochaltars aus der Ulmer Schule nach 1400 in der Stuttgarter Staatsgalerie sowie ein silbernes Prozessionskreuz, die gotische Turmmonstranz und der Wettersegen erhalten sind, wurde im dreißigjährigen Krieg schwer gemindert. Sie verschwand unter der 1716 einsetzenden Barockisierung fast völlig. 1764 wurden die ruinösen Bretterdecken abgenommen und durch barocke Stuckdecken ersetzt, der gotische Hochaltar wurde durch einen barocken Hochaltar ersetzt, ebenso auch die Seitenaltäre.

1867 - 1870 erfuhr das innere der Kirche abermals eine wesentliche Veränderung. Die gesamte Barockausstattung wurde entfernt, übrig blieben nur die Figur des Heiligen Josef von Laiber und die Rokoko -Monstranz sowieProzessionskreuz einige barocke Messkelche. Dem damaligen Zeitgeist in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entsprechend sollte der Kirche wieder das Aussehen der "reinen" Gotik zurückgegeben werden. Anstelle der Stuckdecke erhielt der Raum nun ein Lattenrippengewölbe und eine neogotische Ausstattung aus der Altarfabrik Mayer in Saulgau, heute Mayersche Hofkunstanstalt München. Diese Ausstattung wurde bei der 1956/57 durchgeführten Renovation entfernt, übriggeblieben sind davon nur die Apostelfiguren und der Christuskorpus am Chorbogenkreuz des Saulgauer Bildhauers Stärk.

1962 stiftete Martin Staud das siebenstimmige Geläut, das 4 Gussstahlglocken aus den Zwanzigerjahren ersetzte, die anstelle der im ersten Weltkrieg eingeschmolzenen 6 Glocken (die siebte, übrig gebliebene Glocke dieses Geläutes wurde später nach Schwäbisch Gmünd verkauft) aus dem 19. Jahrhundert beschafft worden waren.

Die Renovation von 1985/86 gab der Kirche ihr ursprüngliches mittelalterliches Aussehen zurück. Der gotische Chorbogen, der 1955 abgerissen worden war, wurde wieder errichtet, die Quaderbemalung von 1402, unter dicken Putzschichten verborgen, wurde freigelegt. Die neuen Decken des Mittelschiffes und der Seitenschiffe wurden aus dem gotischen Grundraster der Kirche entwickelt. Ein glücklicher Fund eines alten Deckenbrettes aus der Zeit um 1400 ergab die Form für die Chordecke, deren Farbe dementsprechend angeglichen wurde.

Ein neuer Zelebrationsaltar mit Ambo und Taufstein wurde von Prof. Herbert Albrecht gestaltet. Emil Kiess schuf den Hochaltar mit seinen vier Bildtafeln als Kirchenjahresaltar, Peter Burkart gab der Marienplastik aus der Zeit um 1500 einen Schrein mit meditativen Bildern zum Marienleben, der Kirchenpatron Johannes der Täufer (1948) von Berthold Müller - Oerlinghausen wurde fürs Kirchenschiff gestiftet, eine Pieta aus der Zeit um 1500 kam ins rechten Seitenschiff. Wendelin Matt schuf das unter Putzschichten wieder entdeckte Sakramentshaus sowie den Tabernakel und die Leuchter. Die Kinzelmann - Stiftung beschaffte für die Johanneskirche die "Geißelung" von Otto Dix.

Bereits 1980 hatte Hans- Gerd Klais die große Orgel auf der Empore errichtet, Hubert Rebmann schuf 1985 die Chororgel.

Text entnommen von: http://www.stjohannesbadsaulgau.de/content/kirchen/stJohannes/stJohannes.htm, abgerufen am 20.03.2015


1. Bauphase:
(1280)
Die Fertigstellung des Turmes (bis zur untersuchten Höhe) ist um 1280(d) anzusetzen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist in 88348 Saulgau (03.02.2002)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
keine Angaben
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
keine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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