Objekt(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus

ID: 351221419154
Datum: 06.01.2008
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Objektdaten

Straße: Beim Schloss
Hausnummer: 17
Postleitzahl: 72074
Stadt: Tübingen-Bebenhausen
Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Tübingen (Landkreis)
Gemeinde: Tübingen
Wohnplatz: Bebenhausen
Wohnplatzschlüssel: 8416041002
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Bauforschung und RestaurierungKlosteranlage (ehemalige Zisterzienserabtei)

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabekeine Angabe
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Objekt(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Umbauzuordnung

keinekeine
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Objekt(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauforschung und Restaurierungehem. Klosterkirche (72074 Tübingen-Bebenhausen)
Bauforschung und Restaurierungehem. Zisterziensterabtei Bebenhausen, Ostflügel, Kloster Bebenhausen (72074 Bebenhausen)
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BauforschungKasernenhof, Werkstattgebäude, Kasernenhof 14 (72074 Tübingen-Bebenhausen)
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BauforschungSchreibturm (Inneres Tor), Schreibturm (72070 Tübingen-Bebenhausen)
Bauforschung und RestaurierungWestflügel mit Winter- und Laienrefektorium (72074 Tübingen-Bebenhausen, Beim Schloss 1)
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Bauphasen(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Wehrmauer ist ein wichtiges Zeugnis der Veränderungsprozeße der ehemaligen Zisterzienseranlage. Die einst von zisterziensischen Bauidealen geprägte Klosteranlage wächst zu einer wohlhabenden Wirtschaftseinheit an. Die Wehrmauer zeigt die zunehmend notwendige Wehrhaftigkeit des Klosters durch den Reichtum in der frühen Neuzeit. Aufgrund ihrer Ausmaße demonstriert sie die Macht des Klosters nach außen.
Die Befunddichte der bis auf wenige Bereiche ungestörte Holzaufbau von 1524 d und des 18. und 19 Jahrhunderts und sollten bei den anstehenden Sicherungsmaßnahmen berücksichtigt werden. Der Einbau eines Branntweinbrennofens in nachklösterlicher Zeit und die Umgestaltung der Wandöffnungen zeigen die Auswirkungen der Geschichte des Klosters nach der Reformation.
Ein Abbau der Mauer ist aus bauhistorischer Sicht mit dem unwiederbringlichen Verlust der Mauerwerksbefunde verbunden und sollte damit gut überlegt werden. Aufgrund der großen Neigung der Mauer nach Osten um mindestens 40 cm sollten jedoch dringend Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden.


1. Bauphase:
(1250 - 1310)
Errichtung des unteren Bereiches der Mauer Ende des 13. Anfang bis Anfang des 14. Jahrhunderts (a).
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Klostermauer

2. Bauphase:
(1524)
Erhöhung und Ausbau der Klostermauer zur Wehrmauer mit hölzernem Wehrgang um 1524d.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Klostermauer
    • Wehrmauer

3. Bauphase:
(1732)
Einbau eines kleinen Tores um 1732i
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

4. Bauphase:
(1850 - 1900)
Entfernung der südlichen Querriegel am Holzgerüst. Einbau eines Branntweinbrennofens in die Klostermauer im 19.Jh.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

5. Bauphase:
(2004 - 2008)
Teilweiser Einsturz der äußeren Schale südlich des untersuchten Bereiches. Der untersuchte Wehrmauerabschnitt soll teilweise ab- und wieder aufgebaut werden. Sanierung des Mauerwerks.
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
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Besitzer(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

Lageplan 2007 (Vorlage LV-BW) / Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus in 72074 Tübingen-Bebenhausen
Ansicht von Westen 2007, Foto  Joachim Feist / Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus in 72074 Tübingen-Bebenhausen

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauaufnahme und baugeschichtliche Untersuchung
  • Photogrammetrische Aufnahmen des südlichen Wehrmauerabschnitts? -- DATENSATZ IN BEARBEITUNG -
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Beschreibung(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Beschreibung

Umgebung, Lage: Der untersuchte Wehrmauerabschnitt befindet sich zwischen dem ehemaligen Pförtnerhaus (später Küferei, Beim Schloß 17) und Atelier Denzel (Beim Schloß 17/1). Er liegt in der nordöstlichen Ecke des Klausurbereiches gegenüber vom Friedhof.
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Klostermauer
    • Wehrmauer
  • Sakralbauten
    • Kloster, allgemein
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Beim untersuchten Teilbereich handelt es sich um ein gerades Stück Klostermauer mit Wehrgang und schießschartenförmigen Wandöffnungen. Hölzerne Aufbauten mit einem Satteldach, das nach Osten bis auf die Mauerkrone heruntergezogen ist, prägen das Erscheinungsbild. Nach Westen zum Klausurbereich ist der Wehrgang offen. Im nördlichen Abschnitt knickt die Mauer leicht nach Westen ab. Das Gelände steigt nach Norden leicht an und fällt nach Osten zum ehemaligen Fischteich hin mit einer Hangneigung von ca 15 Grad ab. Der Mauerverlauf folgt der Topographie. Zur Überwindung der Steigungen wurden mehrfach Treppen eingebaut.
Im unteren Bereich der Mauer befindet sich ein Durchgang mit einer Torsituation.
Außenseitig nach Osten schließt der Durchgang oben mit einem Rundbogen aus drei Werksteinen ab, innen befindet sich Korbbogen aus vorindustrialisierten Ziegelformaten (schmale, langgezogene Ziegel). Die Leibungen sind aus Stubensandsteinen und Kalkbruchstein gemauert und unterscheiden sich in ihrer Größe nur unwesentlich vom übrigen Mauerwerk. Die inneren Ecken sind aus Hausteinen (Kieselsandstein).
Im Bereich der Brustwehr oberhalb des Wehrgangs befinden sich in regelmäßigem Abstand insgesamt vier schießschartenförmige Öffnungen die bis an die Traufe heranreichen.
Direkt an die Klostermauer angebaut steht ein Schuppen auf quadratischer Grundfläche mit Pultdach, das direkt auf Höhe des Wehrgangs an die Wehrmauer anschließt. Im südlichen unteren Bereich befinden sich zwei kleine längsrechteckige Öffnungen und mittig darunter eine etwas größere Öffnung. Das Mauerwerk ist um die Öffnungen herum aus Backsteinen hergestellt, die im oberen Bereich, am Übergang zur eigentlichen Wehrmauer eingebrochen sind. Darin ist ein größerer Hohlraum zu erkennen, auf den gesondert in der Befundbeschreibung eingegangen wird. Im außenliegenden Mauerbereich zeichnet sich an dieser Stelle ein ebenfalls aus Backsteinen gemauertes etwa ca. 25 cm auskragendes Mauerstück. In der Ansicht tritt es körperhaft und annähernd quadratisch aus dem sonst homogenen Mauerwerksverband hervor.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der untersuchte Mauerbereich liegt unmittelbar zwischen dem Gebäude „Beim Schloß 17“ und dem Schuppenanbau an der Mauer (Atelier Denzel, Beim Schloß 17/1). Ein Fußweg, gesäumt von einer niedrigen Bruchsteinmauer, führt durch das Tor und endet dort heute in der Wiese oberhalb des ehemaligen Fischteiches. Die Klostermauer bildet die östliche Außenwand des Schuppens, im Erdgeschoß befindet sich dort ein Raum mit einer kleinen Stiege nach oben im nördlichen Bereich. Mittig in der Klostermauer befinden sich auf Erdgeschossniveau drei Wandöffnungen und Störungen im Mauerwerk, die unter Befunde noch näher beschrieben werden.
Im oberen Bereich der Mauer liegt der 80 cm Breite Wehrgang. Er ist ohne Gerüst nur über die benachbarten Gebäude zugänglich. Das Laufniveau des Wehrgangs folgt der Geländetopografie. Um große Steigungen zu vermeiden wurden Treppen aus massiven Natursteinblockstufen eingebaut. Die Höhe der Mauer bzw. der Brustwehr mit der Verdachung folgt ebenfalls diesen Steigungen. Im Bereich der Brüstungshöhe des Wehrgangs befinden sich in regelmäßigen Abschnitten schießschartenförmige Wandöffnungen, die bis an die Unterkante der Dachtraufe heranführen.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): Die Klostermauer mit den frühneuzeitlichen hölzernen Aufbauten sind nahezu vollständig erhalten. Aufgrund der großen Neigung der Mauer nach Osten um mindestens 40 cm sollten jedoch dringend Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Bestand/Ausstattung: ehemaliger Branntweinbrennofen
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Konstruktionen(698): Klostermauer-Abschnitt beim ehem. Küferhaus Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, l. geb. mit Sparrenschwelle
    • Sparrendach, q. geb., mit einheitlicher Gebindeaufreihung
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Feuerstätten
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Verwendete Materialien
    • Backstein
    • Holz
    • Stein
Konstruktion/Material: Der Unterbau besteht aus unregelmäßigem Bruchsteinmauerwerk aus Kalkstein und vereinzelten Kieselsandsteinen. Die Fugen sind breit mit Fugenmörtel verstrichen, in Meterabständen sind horizontale Ausgleichsschichten zu erkennen. Der Durchgang ist innen und im Leibungsbereich aus Bruch- und kleinformatigen Hausteinen errichtet. Die Mauersteine treten an der Innen- und Außenfläche leicht aus dem Mauerwerksverband hervor. Der innenseitige Sturz wurde als Segmentbogen mit radial angeordneten Backsteinen ohne weiteren Entlastungsbogen errichtet. An der Außenseite ist die Toröffnung von Werksteinen aus Sandstein eingerahmt. Der Sturzbogen als Rundbogen ausgebildet besteht aus drei Teilen. Der ehemalige Ofenkamin auf der Außenseite des Klosters bindet im unteren Bereich auf nach unten abgerundeten Sandsteinkonsolen in das Mauerwerk ein.
Im oberen Bereich ist die Mauerkrone im Laufbereich des Wehrgangs mit großformatigen Steinplatten eingeebnet. Diese kragen in zwei Stufen etwas nach Westen hin aus. Die Mauer wird im östlichen Bereich mit geringerer Mauerstärke ebenfalls als Bruchsteinmauerwerk nach oben fortgeführt. Die Schartenöffnungen sind ebenfalls mit Leibungen aus Bruchsteinmauerwerk eingefasst.
Die hölzernen Aufbauten bestehen aus einer Ständerkonstruktion aus vier Binderquerachsen mit Fuß- und Brüstungsriegeln. Im Bereich der Gespärre stehen die Ständer auf querliegenden Schwellen, die un-mittelbar auf der Lauffläche des Wehrgangs aufliegen und ca 30 cm in das weitere aufgehende Mauerwerk der Brustwehr einbinden. Angeblattete Kopfbänder verbinden Ständer und Dachbalken. Diese liegen westlich auf einer Pfette oder Rähm, in die die Ständer eingezapft sind. Die Dachbalken sind an den west-lichen Sparren angeblattet und im Osten mit der Mauerlatte verkämmt. Diese sind am Firstpunkt miteinander verblattet. Von den unteren Riegeln führen überblattete Steigbänder an die westliche Pfette, die auf den Ständern liegt.
Auf breiten Dachlatten liegen als Dacheindeckung handgestrichene Biberschwanzziegel mit unterschiedlicher Detailausprägung.