Domturm (Rottenburg)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Scheune

ID: 186580684917  /  Datum: 04.04.2020
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: 57
Postleitzahl: 79346
Stadt-Teilort: Endingen

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Emmendingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8316012003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Wohn- und Geschäftshaus, Hauptstraße 57

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Nach der dendrochronologischen Untersuchung datiert das Holzwerk der Scheune von Haus Nr. 57 in die Jahre 1735/ 36 (d). Im 19. Jahrhundert wurde die Scheune teilweise massiv abgefangen. Im 20. Jahrhundert erfolgten neben massiven Erneuerungen auch eingreifende Veränderungen in das Traggerüst.


1. Bauphase:
(1735 - 1736)
Erbauung der Scheune 1735/36 (d).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

2. Bauphase:
(1800 - 1899)
Bauliche Veränderungen
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1900 - 1999)
Massive Erneuerung an der Scheune
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Querschnitt / Scheune in 79346 Endingen (2020 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Baugeschichtliche Kurzdokumentationen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Bebauung besteht aus einem rückwärtigen, sich an einen deutlichen Geländeversprung anlehnenden Scheunenbau, ergänzt durch das abgesetzte, einen kleinen Hofraum bildendes Hauptgebäude. Die Scheune ist traufständig zum Hof, das Hauptgebäude ist traufständig zur nördlich verlaufenden Hauptstraße ausgerichtet.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit abschließendem Satteldach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Holzbau mit Gebäudeteil aus Stein
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Kehlbalken, Kreuzbänder, Sparrenstreben etc.
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
Konstruktion/Material:
Der bauliche Bestand
Vom Holzwerk aus den Jahren 1735/36 (d) sind im Erdgeschoss nur noch die U-förmigen Umfassungswände erhalten.
Umfassend massiv abgefangen, bezog sich dieser Umbau auf den vollständigen Ersatz der inneren Lastabtragung, wobei dazu ein zum Teil massiver Einbau des 19. Jahrhunderts vor der rückwärtigen Längswand herangezogen wurde.
Im Obergeschoss erlaubt die bauzeitlich erhaltene Substanz genauere Aussagen zur ursprünglichen Konstruktion und Gliederung.
Danach fixiert das Traggerüst eine dreizonige Gliederung in Firstrichtung, die durch zwei innere Querbünde und zwei Giebelscheiben ablesbar ist. Beginnend im Osten handelt es sich um eine massive Giebelwand, zwei stehende Querbünde im Innern und den in Fachwerk abgezimmerten Westgiebel. Eine Kombination von Massiv- und Holzbau besteht auch bei den Längsachsen. So zeigt die hofseitige Längswand eine einfach verriegelte Fachwerkwand, die innere Längsachse ein stehendes Ständergerüst, während sich die Rückwand aus zwei versetzten Mauerscheiben zusammensetzt. Die Winkelsicherung erfolgt durch verzapfte Kopfstreben beim inneren Traggerüst und durch verzapfte Feldstreben im Zuge der Fachwerkwände.
Die im Obergeschoss aufgezeigte Gliederung wiederholt sich auch im Dach.
Zwischen zwei Fachwerkgiebeln ist ein Sparrendach abgezimmert. Einschließlich der Giebelsparren handelt es sich um 11 Sparrendreiecke, deren Sparren in den Querbünden in durchlaufende Dachbalken und zwischen den Querbünden in kurze Stichbalken zapfen.
Während die Bindersparrenpaare durch eingezapfte Kehlbalken stabilisiert werden, entlasten sich die Zwischensparren auf zwei durch drei Druckhölzer in ihrer Lage fixierte Längshölzer.
Kehlbalken, Druckhölzer und Längshölzer unterteilen das Dachwerk in zwei Dachgeschosse.
Im 1. Dachgeschoss werden die Kehlbalken durch zwei Längshölzer unterstützt. Unter den Kehlbalkenenden angeordnet, besitzen sie stehende Querschnitte und durchlaufen bzw. durchliefen die gesamte Dachlänge. Zu ihrer Entlastung sind einschließlich der Giebelscheiben vier quer zum First verlaufende Tragachsen ausgeführt. In den Giebelscheiben handelt es sich um stehende Querbünde, während innerhalb des Daches zwei abgesprengte Querbünde ausgeführt sind. Deren Bundstreben besitzen sich nach oben vergrößernde Querschnitte. Mit ihren Fußpunkten zapfen sie wie die Sparren in die Dachbalken (Bundbalken). Kombiniert mit den unter die Dachschrägen ausgeführten und mit einer Riegelfolge ausgestatteten Längsbünden bilden sie ein zweifach liegendes Stuhlgerüst aus.
Die Queraussteifung der abgesprengten Querbünde übernehmen kopfzonige, in die Bundstreben und Druckriegel zapfende Streben. Durch Streben sind auch die Längsbünde ausgesteift. Von den Bundstreben kommend, überqueren sie die Riegelfolge und enden an den Stuhlrähmen.
Die stehenden Querbünde sind in das Fachwerk der Giebelscheiben eingebunden. Dieses ist zweifach verriegelt und durch Feldstreben ausgesteift.
Im 2. Dachgeschoss (Dachspitz) ist in vertikaler Abstimmung mit den Querbünden des 1. Dachgeschosses ein stehender Längsbund mit abschließendem Firsträhm eingebaut. Dessen Aussteifung erfolgt durch verzapfte Kopfzonen.
Beginnen am Ostgiebel sind die Querbünde durch eine steigende Folge von Ausstichen gekennzeichnet, wobei die Traufenunterscheidung durch eine zusätzliche Strichkerbe erfolgt.
Das keine Rauchspuren aufweisende Holzwerk besteht insgesamt aus Nadelholz.

Spätere Veränderungen
Neben den massiven Erneuerungen des 20. Jahrhunderts erfolgten auch davor eingreifende Veränderungen in das Traggerüst. Sie beziehen sich in erster Linie auf Reparaturen im Zuge der rückwärtigen Längsachse, aber auch auf die Sicherung der durch Überbeanspruchung geschädigten Westzone. Letzteres betrifft den Einbau von zusätzlichen Querunterzügen, sowie das Einstellen einer stehenden Tragachse vor der rückwärtigen Massivwand.

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