Objekt(7862): ehem. Klosterkirche, evang. Kirche ehem. Klosterkirche, evang. Kirche

ID: 341311139018
Datum: 07.11.2009
Datenbestand: BauforschungBauforschung
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Information(7862): ehem. Klosterkirche, evang. Kirche Objektdaten

Straße: Klosterstraße
Hausnummer: 110
Postleitzahl: 7493
Stadt: Lobbach-Lobenfeld
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Rhein-Neckar-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Lobbach
Wohnplatz: Kloster Lobenfeld
Wohnplatzschlüssel: 8226104002
Flurstücknummer: 184, 185
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes
BW
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Objektverknüpfungen(7862): ehem. Klosterkirche, evang. Kirche Objektbeziehungen

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Objekt(7862): ehem. Klosterkirche, evang. Kirche Umbauzuordnung

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Bauphasen(7862): ehem. Klosterkirche, evang. Kirche Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die ehemalige Klosterkirche St. Maria wird heute als evangelische Pfarrkirche genutzt.
Die Gründung des Klosters fiel in die Amtszeit von Bischof Buggo von Worms (1120-1149), ihr Stifter war Meginlach von Obrigheim. Um 1160/90 bauten die Augustinerchorherren zunächst den Ostteil der dreischiffig geplanten romanischen Basilika. Stilistisch ist Lobenfeld vor allem in der Nachfolge des Wormser Domes zu sehen. Der Bau des dreischiffigen Langhauses wurde nur begonnen. Nach 1200 wurden die Bautätigkeiten eingestellt. In den Jahren 1223-59 wurde das Kloster in ein Augustinerinnenkonvent umgewandelt und im Jahr 1270 nahmen die Nonnen die Zisterzienserregeln an. Um 1350 wurde das Langhaus nur einschiffig mit westlicher Empore fertig gestellt.
Im Jahr 1436 ziehen Benediktiner in das Kloster Lobenfeld ein. Es folgte in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts oder Anfang des 16. Jahrhunderts ein Umbau des Langschiffs mit teilweise neuer Fensteranordnung und höhergelegener Empore.
In der Zeit der Reformation wird das Kloster 1560/61 durch Kurfürst Friedrich III. aufgehoben. Ab 1563 wird die Anlage von der Kurpfalz, ab 1618 vom Jesuitenorden bewirtschaftet. Im 17. Jahrhundert bot das Kloster den Jesuiten, schwedischen Protestanten, englischen Sabbatariern und schweizer Flüchtlingen Zuflucht.
Bei der pfälzlichen Kirchenteilung 1705 wird die Klosterkirche der reformierten Gemeinde übergeben, die den Ostteil der Kirche für den Gottesdienst nutzte. Das Langhaus der Kirche, weitere Gebäude und Ländereien des Klosters gingen an die Katholiken. Im 18. Jahrhundert wurde der Verfall des Langschiffes verzeichnet, das zeitweise ohne Dach stand. Im Jahr 1808 wurde das Langhaus der pfälzlichen katholischen Kirchenschaffnerei übergeben. Um 1808/10 wurde das Langhaus durch den Einbau von Zwischenböden zu einem Speicherbau umgestaltet und das Erdgeschoss als Schafstall benutzt. Die Fenster wurden vermauert und der Gebäudeteil wurde mit einem Walmdach überdeckt.
Im Jahr 1822 wurde der Ostteil bis zum Langhausansatz als evangelische Kirche eingerichtet, der Triumphbogen wurde zugemauert und ein Eingang in die Chorwand eingebrochen, wobei der Fussboden in Vierung und Querschiff um knapp einen Meter erhöht wurde.
Wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Langhaus zur Tabakscheuer umgenutzt. Dabei wurden große Lüftungsöffnungen in den drei freistehenden Umfassungsmauern angelegt. Später folgte die Nutzung als Schafstall und Heuboden.
Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Ostteil der Kirche aus den Jahren 1910/11 wurden die Wandmalereien im Chor und nördlichen Querraum gefunden und restauriert.
1961/62 folgte die Instandsetzung des Langhauses mit Wiederherstellung der nur in Resten erhaltenen älteren Fenster auf der West- und der Nordseite.
Im Jahr 1984 wurde der ganze Bau von der protestanischen Gemeinde zusammengeführt. In der Zeit von 1995 bis 1997 folgte Wiederherstellung und Umbauten nach Plänen des Karlsruher Architekten Hans Stadler. Die Scheidmauer wurde niedergelegt. Das niedrigere Bodenniveau im Langhaus wurde auf die Höhe des Ostteiles gebracht. Ferner wurde im Westen des Langhauses unter der Empore ein Gemeindesaal eingerichtet. Dabei handelt es sich um einen tischartigen Einbau in Stahl und Glas, der auf der oberen Ebene eine Empore umfasst. Der Gemeidesaal ist im unteren Bereich holzverkleidet. Der Saal kann durch Glastüren zum übrigen Langhaus geöffnet werden. Gleichzeitig ist er mit einem Anbau im Winkel von südlichem Querhaus und Langhauswand verbunden, der eine Küche, sanitäre Anlagen und einen Gruppenraum aufnimmt.
Das Langhaus wird heute als Winterkirche und Tagungsstätte genutzt.


1. Bauphase:
(1145)
Die Gründung des Klosters fiel in die Amtszeit von Bischof Buggo von Worms (1120-1149); Stifter war Meginlach von Obrigheim. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kloster, allgemein

2. Bauphase:
(1160 - 1190)
Um 1160/90 bauten die Augustinerchorherren zunächst den Ostteil der dreischiffig geplanten romanischen Basilika. Der Bau des dreischiffigen Langhauses wurde zu diesem Zeitpunkt erst begonnen. (a)(gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Klosterkirche

3. Bauphase:
(1200 - 1223)
Nach 1200 wurden die Bautätigkeiten eingestellt. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

4. Bauphase:
(1350 - 1499)
Um 1350 wurde das schließlich einschiffig vollendete Langhaus mit westlicher Empore gebaut. (a)(gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Klosterkirche

5. Bauphase:
(1450 - 1520)
Umbau des Langhauses mit teilweise neuer Fensteranordnung und höhergelegener Empore. (a) (gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

6. Bauphase:
(1560 - 1561)
In der Zeit der Reformation wird das Kloster 1560/61 durch Kurfürst Friedrich III. aufgehoben. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

7. Bauphase:
(1701 - 1808)
Im 18. Jahrhundert wurde Verfall des Langschiffes, dasr zeitweise ohne Dach stand, vermeldet. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

8. Bauphase:
(1808 - 1810)
Um 1808/10 wurde das Langhaus durch den Einbau von Zwischenböden zu einem Speicherbau umgestaltet und das Erdgeschoss als Schafstall benutzt. Die Fenster wurden vermauert und der Gebäudeteil mit einem Walmdach überdeckt. (a)(gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Speicher

9. Bauphase:
(1822)
Im Jahr 1822 wurde der Ostteil bis zum Beginn des Langhauses als evangelische Kirche eingerichtet, der Triumphbogen wurde zugemauert und ein Eingang in die Chorwand eingebrochen, wobei der Fussboden in Vierung und Querschiff um knapp 1 m erhöht wurde. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

10. Bauphase:
(1850 - 1899)
Wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Langhaus zur Tabakscheuer umgenutzt und zu diesem Zweck große Lüftungsöffnungen in den drei freistehenden Kirchenmauern eingebrochen. (a)(gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune mit Sondernutzung

11. Bauphase:
(1899 - 1984)
Später Nutzung als Schafstall und Heuboden.(a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallscheune

12. Bauphase:
(1910 - 1911)
Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Ostteilen der Kirche um 1910/11 wurden die Wandmalereien im Chor und nördlichen Querraum gefunden und restauriert. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

13. Bauphase:
(1961 - 1962)
1961/62 erfolgte die Instandsetzung des Langhauses, wobei die lediglich in Resten erhaltenen älteren Fenster auf der West- und Nordseite rekonstruiert wurden. (a)(gk)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine

14. Bauphase:
(1984)
Im Jahr 1984 wurde der ganze Bau von der protestanischen Gemeinde zusammengeführt. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kirche, allgemein

15. Bauphase:
(1995 - 1997)
In der Zeit von 1995 bis 1997 erfolgte die Wiederherstellung und Umbauten nach Plänen des Karlsruher Architekten Hans Stadler. Die Scheidmauer wurde niedergelegt und das niedrige Bodenniveau im Langhaus auf die Höhe jenes der Ostteile gebracht. Im Westen des Langhauses wurde ein Gemeindesaal unter einer Empore eingerichtet. Dabei handelt es sich um einen tischartigen Einbau in Stahl und Glas, der auf der oberen Ebene eine Empore umfasst. Der Gemeidesaal im unteren Bereich ist holzverkleidet. Der Saal kann durch Glastüren zum übrigen Langhaus geöffnet werden und ist gleichzeitig mit einem Anbau zwischen dem südlichen Querhaus und der Langhauswand verbunden, der eine Küche, sanitäre Anlagen und einen Gruppenraum beinhaltet.
Das Langhaus wird heute als Winterkirche und Tagungsstätte genutzt. (a)
Betroffene Gebäudeteile: keinekeine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Gemeindehaus
    • Kirche, allgemein
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Besitzer(7862): ehem. Klosterkirche, evang. Kirche Besitzer

keine Angabenkeine Angaben
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Fotos

ehem. Klosterkirche, evang. Kirche, Befundsplan, Grundriss von 1995
Quelle: Oess, Michael (Restaurator) / ehem. Klosterkirche, evang. Kirche in  7493 Lobbach-Lobenfeld, Kloster Lobenfeld
ehem. Klosterkirche, evang. Kirche, Bauperiodenplan, Schnitt durch das Langhaus mit Blick auf die Nordwand
Quelle: Reck, Hans-Hermann  / ehem. Klosterkirche, evang. Kirche in  7493 Lobbach-Lobenfeld, Kloster Lobenfeld

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Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung im Inneren des Langhauses
  • Befunddokumentation
  • Bestandsaufnahme und Zustandsbeschreibung im Chor und Querschiff
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Beschreibung(7862): ehem. Klosterkirche, evang. Kirche Beschreibung

Umgebung, Lage: Die ehemalige Klosterkirche liegt zwischen Kraichgau und Odenwald im Süden des Ortes Lobenfeld.
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Klosterkirche
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung): Die Kirche steht an einem nach Osten leicht abfallenden Hang.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die über dem lateinischen Kreuzgrundriss errichtete Kirche besteht aus einem Chor im Osten, einem breitem Querhaus und einem einschiffigen Langhaus.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand): Wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die bauzeitlichen Fensteröffnungen beim dem Einbruch der riesigen Lüftungsöffnungen zerstört.
Das westliche Giebeldreieck und das Dach des Langhauses stammen aus der Zeit um 1822.
Im Chorraum und im nördlichen Querarm der ehemaligen Klosterkirche Lobenfeld befinden sich wertvolle Wandmalereien. Im Chorhaupt haben sich bedeutende Reste romanischer Wandmalereien in Rechteckrahmung erhalten: Medaillonfries mit Heiligenbrüstungen, biblische Szenen sowie Propheten mit Spruchbändern (um 1200). Das Bild des heiligen Christophorus (um 1320) im nördlichen Querschiff und ein Jüngstes Gericht entstanden etwas später.
Die Wandmalereien a secco wurden vermutlich im 17. Jahrhundert übertüncht und im 19. Jahrhundert sowie bei einer zweiten Restaurierung um 1910 sehr grob und unter großem Verlust der Altsubstanz freigelegt.
Der Osteingang und Dachreiter stammen aus dem 19. Jahrhundert.
Bestand/Ausstattung: keine Angabenkeine Angaben
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Konstruktionen(7862): ehem. Klosterkirche, evang. Kirche Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit Halbwalm-/Zweidrittelwalm
    • Satteldach mit Schopfwalm (Krüppelwalm)
  • Detail (Ausstattung)
    • besondere Bodenbeläge
    • Wand-, Deckenfassung, Gefachmalerei
  • Gewölbe
    • Rippengewölbe
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
Konstruktion/Material: Der spätromanische Bau ist aus Sandsteinmauerwerk erbaut. Dieser besteht z. T. aus großformatigen Hausteinen, z. T. auch aus grob behauenen kleineren Steinen. Alle gliedernden Teile bestehen aus roten Sandsteinquadern, die in unterschiedlichen Richtungen scharriert und mit Randschlag versehen sind. Den Fußboden spätromanischer Bauzeit belegen die roten Sandsteinplatten. Der spätromanische Teil der Klosterkirche besteht aus der Vierung, dem nördlichenund südlichen Querhaus sowie dem Chor. Diese Bauteile sind als kreuzrippenüberwölbte Joche mit schweren Bandrippen über quadratischem Grundriss errichtet (gebundenes System) und durch 1,15 m breite spitzbogige Gurtbögen über ebenso breiten Pilastern voneinander getrennt. An der steinsichtigen Ostpartie befindet sich reiche Bauzier in Form von Linsen, Bogenfriesen unter deutschem Band, Diamant- und Blattsimsen. Die Kapitellzonen sind ebenfalls z.T. reich ornamentiert.
Als Westwand des Querschiffes zählt auch die Ostwand des Langhauses noch zum spätromanischen Baubestand. Die Süd-, West- und Nordwand des Langhauses stammen in ihrer Grundsubstanz aus einer frühgotischen Bauphase. Ihr Mauerwerk besteht aus Bruchsteinen und leicht ockergelblichem Mörtel. Die beiden westlichen Ecken sind durch Quaderverzahnung verstärkt. Die Werksteine kommen an den in der äußeren Wandflucht sitzenden Tür- und Fenstereinfassungen vor. Die beiden Längswände des Langhauses waren in eine obere, regelmäßig befensterte Zone und eine untere, mehr von der Nutzung bestimmten und deshalb unregelmäßig mit Öffnungen vorgesehenen Wandzone aufgeteilt.
Der Chor und die Querhäuser sind mit Krüppelwalmdach und das Langhaus mit einem Walmdach überdeckt.