Kloster Bebenhausen (ehem. Holz- und Chaisenremise)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Kapellenkirche mit Kapellenturm

ID: 194129038420  /  Datum: 21.09.2017
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Kapellenhof
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 78628
Stadt-Teilort: Rottweil

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Rottweil (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8325049025
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Anstelle einer vorhergehenden Marienkapelle, die urkundlich erstmals 1313 erwähnt wurde, wird ab etwa 1330 der Baubeginn des gewaltigen sog. Kapellenturms angenommen. Um 1364 war vermutlich ein einschiffiger fünfjöchiger Saal vollendet. Vom viereckigen Turmpfeiler über quadratischem Grundriss waren bis 1365 zweieinhalb Geschossen über den drei Untergeschossen errichtet. (a) Nach 1473 folgten das dritte Obergeschoss und die beiden Treppentürme, 1478 der nach Osten an den Saalraum leicht eingezogene Langchor und die im Norden angebaute Sakristei durch Aberlin Jörg. Laut der dendrochronologischen Datierung wurde 1483/ 84 (d) das Dachwerk des Chors abgezimmert. Nach der Übernahme durch die Jesuiten 1652-71 werden 1699 Erneuerungsarbeiten durchgeführt, die einhergehen mit der Abtrennung der Turmhalle als Gnadenkapelle und dem Einbau der Musikempore, die bereits 1721 ersetzt wurde. Ab 1726 werden zunächst durch den Stadtbaumeister Matthäus Scharpf und schließlich unter der Leitung des Jesuitenbaumeisters Josef Guldiman barocke Erweiterungen vollzogen. 1727 stürzt das Chorgewölbe ein. Daraufhin wird das Langhaus als dreijöchige Halle vergrößert, indem die bisherigen Außenwände als Fundamente für die Schiffspfeiler verwendet und die neuen Außenwände um ca. 2 m nach außen versetzt werden. Das Dachwerk des Langhauses wird 1727/ 28 (d) vollendet. 1728-33 fertigt der Jesuitenbruder Josef Firtmaier die Ausmalung des Innenraums, die mehrfach restauriert wurden, zuletzt 1980-83.
1814/ 15 (d) wird das Dachwerk des Turmhelms unter Wiederverwendung alter Hölzer abgezimmert. Die dendrochronologischen Untersuchungen belegen weiterhin, dass 1816/ 17 (d) das Gebälk und Hängewerk der Orgelempore gefertigt wurden und 1823/ 24 (d) der Dachraum des Langhauses durch ein Stützgerüst verstärkt wird. 1891 werden Figuren am Turm abgenommen und 1907 die Westfassade erneuert. Ab den 1960er Jahren folgen Erneuerungen und Festigungsmaßnahmen an der Steinsubstanz.


1. Bauphase:
(1330)
Baubeginn wohl ab 1330 anstelle einer Vorgängerkapelle. (Dehio)
Der Turm wird bis 1365 mit zweieinhlab Geschossen über quadratischem Grundriss errichtet; das Erdgeschoss war ursprünglich als kreuzgewölbte Vorhalle mit je einem Portal auf der West-, Süd- und Nordseite sowie einem Spitzbogen im Osten gegen den Kirchraum geöffnet. Im 1. OG: kreuzgewölbter Kapellenraum, der über zwei den Turmkanten der Westfassade vorgestellte, polygonal ummantelte Treppenspindeln zugänglich ist. (Dehio)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt

2. Bauphase:
(1364)
Vollendung des einschiffigen fünfjöchigen Saals. (Dehio)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss

3. Bauphase:
(1473)
3. Obergeschoss und zwei Treppentürme vollendet. (Dehio)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)

4. Bauphase:
(1478)
Der nach Osten an den Saalraum leicht eingezogene Langchor und die im Norden angebaute Sakristei durch Aberlin Jörg.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1483 - 1484)
Abzimmerung Dachwerk Chor. (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

6. Bauphase:
(1699)
Erneuerungsarbeiten: Abtrennung der Turmhalle als Gnadenkapelle und Einbau der Musikempore.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

7. Bauphase:
(1721)
Musikempore wird ersetzt.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

8. Bauphase:
(1726)
Ab 1726 werden zunächst durch den Stadtbaumeister Matthäus Scharpf und schließlich unter der Leitung des Jesuitenbaumeisters Josef Guldiman barocke Erweiterungen vollzogen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

9. Bauphase:
(1727)
Einsturz des Chorgewölbes; das Langhaus wird als dreijöchige Halle vergrößert, indem die bisherigen Außenwände als Fundamente für die Schiffspfeiler verwendet und die neuen Außenwände um ca. 2 m nach außen versetzt werden.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

10. Bauphase:
(1727 - 1728)
Abzimmerung Dachwerk Langhaus (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

11. Bauphase:
(1728 - 1733)
Ausmalungen durch den Jesuitenbruder Josef Firtmaier.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung
Konstruktionsdetail:
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung

12. Bauphase:
(1762 - 1763)
wiederverwendete Hölzer im Turmhelm (d).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

13. Bauphase:
(1814 - 1815)
Abzimmerung Dachwerk Turmhelm (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

14. Bauphase:
(1816 - 1817)
Gebälk und Hängewerk der Orgelempore (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

15. Bauphase:
(1823 - 1824)
Stützgerüst im Dachraum des Langhauses (d).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kirche, allgemein

16. Bauphase:
(1891)
Abnahme des Figurenschmucks am Turm. (Dehio)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

17. Bauphase:
(1907)
Erneuerung der Westfassade.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

18. Bauphase:
(1960)
Erneuerungen und Festigungsmaßnahmen an der Steinsubstanz. (Dehio)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

19. Bauphase:
(1980 - 1983)
Restaurierung der Ausmalungen Josefs Firtmairs.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
Kapellenkirche mit Kapellenturm (78628 Rottweil, Kapellenhof 1)

Fotos

Abbildungsnachweis
Westansicht Kapellenkirche, Chor / Kapellenkirche mit Kapellenturm  in 78628 Rottweil (Fotoarchiv Freiburg, Landesamt für Denkmalpflege)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Altersbestimmung Kapellenturm
  • Bauphasenkartierung am Oberbau mit bauhistorischen Anmerkungen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Kapellenkirche befindet sich im südöstlichen Viertel der Rottweiler Kernstadt. Sie steht geostet und mit der Westfassade zurückgesetzt zur Hochbrücktorstraße.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kirche, allgemein
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem Kapellenturm handelt es sich um einen gotischen Turm, der aus einem dreigeschossigen Unterbau über quadratischem Grundriss besteht, dem an der Westseite zwei schmale Eck-Treppentürme angefügt sind. Nach einem schmalen Zwischengeschoss mit allseitigen Uhren und abgeschrägten Diagonalseiten folgen darüber zwei unterschiedlich hohe Oktogonalgeschosse, die durch einen Umgang horizontal geteilt und durch einen Spitzhelm bekrönt werden.
Das Erdgeschoss wird durch drei reich profilierte Portale mit figürlichen Tympana unter wimpergartigen Giebelverdachungen geöffnet. Im zweiten Geschoss steigen spitzbogige Nischen bis ins dritte Geschoss hinauf, die durch drei kleine Spitzbogenfenster und ein Rosenfenster zum Emporenraum geöffnet sind. Das erste Oktogonalgeschoss gliedern schmale Klangfenster mit Fischblasenmaswerk. Das oberste Geschoss wird durch ein schmales Blendmaßwerkfries und dreiteilige Maßwerkfenster mit Kielbogenbekrönungen gegliedert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Zeltdach/Pyramidendach/-helm
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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