Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus, Gerberstraße 22

ID: 165344895620  /  Datum: 17.03.2011
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Gerberstraße
Hausnummer: 22
Postleitzahl: 78050
Stadt-Teilort: Villingen

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Schwarzwald-Baar-Kreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8326074020
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der als ältester erkannte Bauteil beschreibt einen straßenseitigen Massivbau über ca. 6,50 x 10m. Wohl im 13. Jh. erbaut, lehnte sich dieser Kernbau an einen im Süden vorhandenen Steinbau an (gk). Im Erdgeschoss zeichnet er sich lediglich durch die Flucht der Rücktraufe ab. Die rechtwinklige Überformung der schiefwinkligen Grundrisse führte zu einem Totalverlust der rückwärtigen Massivwand. Deutlicher gibt sich der Kernbau im 1. Obergeschoss zu erkennen, wo die Rückwand noch weitgehend vorhanden ist. Dazu gehört das Steingewände einer später erhöhter Türöffnung mit zugehörigem Holzsturz. Ab dem Treppenhaus wurde die Wandstärke reduziert, sodass sich die Wand mit den unterschiedlichen Wandstärken bis in den 1. Dachstock zieht. Deutlich ist zu erkennen, dass der obere Teil der Rückwand einer späteren Umbauphase zuzuordnen ist, was sich auch im Anblick des erhaltenen Dach- bzw. Giebelprofils des Kernbaus abzeichnet, das durch die erhaltenen Dachlattenreste unter Vorbehalt in die Jahre um 1240 datiert. Das Dachprofil fixiert einen zweigeschossigen Massivbau mit einem vergleichsweise hohen Kniestock.

Ähnlich verhält es sich wohl auch für das südlich angrenzende Nachbargebäude. Dessen Giebelprofil ist im 1. Dachstock nur im Ansatz zu erkennen. Im Vergleich zum Giebel des Hauses Nr. 22 setzt der nachbarliche Ortgang nicht 33cm, sondern 70cm vor der in den Dachraum ragenden Massivwand an. Das Nachbargebäude war demnach etwas niedriger. Nähere Aussagen zu den beiden Kernbauten sind z.Z. nicht möglich.

Spätstens um das Jahr 1379 hat die Rückwand des untersuchten Kernbaus seine heutige Höhe erreicht. Ab diesem Zeitpunkt ist mit einer Verlängerung des alten Hausgrundrisses, oder mit einer Erhöhung des alten Baukörpers zu rechnen. Eine gesicherte Festlegung auf die eine oder auf die andere Baumaßnahme ist z.Z. nicht möglich. Die im Kern mittelalterlichen Giebelfenster des rückwärtigen Gebäudeteils und die Tatsache, dass der erhöhte Mauerabschnitt der alten Rückwand zwischen die beiden Giebelwände gesetzt wurde, spricht wohl für eine Verlängerung in die Tiefe des Grundstücks.
In die Jahre um 1412 datiert das Gebälk über dem 2. Obergeschoss des Kernbaus (d). Ehemals freigespannt ist es im rückwärtigen Grundrissbereich des Kernbaus erhalten. Auch hier bleibt die Einbindung in einen baulichen Gesamtzusammenhang ungeklärt. Am ehesten ist der Einbau des Gebälks als eine Modernisierungsmaßnahme anzunehmen. Gleiches gilt wohl auch für den rückwärtigen Deckenabschnitt im 1. OG.
Gesicherter hingegen erscheinen die Analysen bzgl. der Dachkonstruktionen: so ist über dem straßenseitigen Bauteil eine stehende, verzapfte Stuhlkonstruktion des 18. Jh.s abgezimmert. Zeitgleich mit ihrer Errichtung erfolgte eine partielle Erneuerung der nördlichen Giebelwand und der Straßentraufe. Im Zuge der Firstachse besitzt die Dachkonsruktion keinen Wandanschluss, der erst mit der Abzimmerung des Dachwerks über dem rückwärtigen Hausteil erfolgte. Mit seiner Errichtung ist auch der völlige Neubau des zugehörigen Unterbaus verbunden. Der totale Umbau datiert in die Jahre um 1825 und bezieht sich auf die Umnutzung in eine Scheune, von der Reste der ehemaligen Einfahrt erhalten blieben, die als Fensterlaibungen während des Umbaus im frühen 20. Jh. übernommen wurden. Eine besonder Beachtung verdient das im Südgiebel verbaute Maßwerkfenster, das hinsichtlich seiner Höhenlage durch das Dachgebälk des 19. Jh.s überlagert wird. Aus diesem Grunde ist ein Teil der Fensteröffnungen als Brüstung zugemauert. Entsprechend handelt es sich kaum um ein wiederverwendetes Fenster. Vielmehr deutet die mehrpassige Südwand an, dass das Fenster in einen ehemaligen, heute abgebrochenen Rückbau integriert war (gk).


1. Bauphase:
(1240 - 1241)
Errichtung des Kernbaus (d, unter Vorbehalt, s. Dokumentation)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1379)
Aufstockung und Verlängerung des mittelalterlichen Kernbaus (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1412)
Abzimmerung des Dachwerks über dem 2. OG (d) [Modernisierungsmaßnahme?]
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1700 - 1799)
Dachkonstruktion über dem straßenseitigen Bauteil (verzapfte Stuhlkonstruktion)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1825)
Totalumbau (d): Umnutzung in eine Scheune (s. Einfahrt, die zu Fenstern Anfang des 20. Jh.s umgebaut wurden) und Neubau der Obergeschosse
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzanalyse

Beschreibung

Umgebung, Lage:
In Zentrumsnähe
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Dreigeschossiger Massivbau
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Im Laufe der Jahrhunderte in den Ausmaßen veränderter mittelalterlicher Bau, dessen Kern einen Grundriss von ca. 6,50 x 10 m beschreibt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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