Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus (gepl. Abbruch)

ID: 147939577217  /  Datum: 20.02.2019
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: 20
Postleitzahl: 79336
Stadt: Herbolzheim
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Emmendingen (Landkreis)
Gemeinde: Herbolzheim
Wohnplatz: Herbolzheim
Wohnplatzschlüssel: 8316017003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die bauhistorischen Untersuchungen am Wohnhaus Hauptstraße 20 in Herbolzheim ergaben, dass der älteste bekannte Baubestand aus dem Jahr 1582 stammt und sich auf die Ostwand des massiven Sockelgeschosses bezieht, welche sich in Anlehnung an den an der Nordwestecke aufgenommenen Abbruchspuren wohl weiter nach Norden erstreckte.
Um das Jahr 1688 (d) wurde der heute vorhandene, wohl wohnlich genutzte Fachwerkaufsatz abgezimmert.
Abgesehen von den Modernisierungen der Innenausstattung und der Fenster im 19. / 20. Jahrhundert, bezieht sich der gravierendste Umbau auf die Erneuerung der Vertikalerschließung und hier in erster Linie auf die Treppenanlage ins Kniegeschoss.
Mit diesem Umbau verbunden war dann auch die in das frühe 19. Jahrhundert zu datierende Abzimmerung des Querdaches, welches sich mit seinem offenen Ostgiebel bis zur Außenwand des Nachbarhauses erstreckt.


1. Bauphase:
(1582)
Ältester bekannte Baubestand: Ostwand des massiven Sockelgeschosses
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt

2. Bauphase:
(1688)
Um das Jahr 1688 (d) wurde der heute vorhandene, wohl wohnlich genutzte Fachwerkaufsatz abgezimmert.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • allgemein

3. Bauphase:
(1800 - 1950)
Modernisierungen der Innenausstattung und der Fenster im 19. / 20. Jahrhundert, Erneuerung der Vertikalerschließung (Treppenanlage ins Kniegeschoss).
Frühes 19. Jahrhundert: Abzimmerung des Querdaches
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Außenansicht / Wohnhaus (gepl. Abbruch) in 79336 Herbolzheim (Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Dokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Wohnhaus befindet sich inmitten der Stadt Herbolzheim, nördlich der Margarethen- Kapelle, an der Westseite der Hauptstraße.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
keine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Bauphase 16. Jahrhundert

Grundriss Keller

Der älteste bekannte Baubestand bezieht sich auf die Ostwand des massiven Sockelgeschosses, welche sich in Anlehnung an den an der Nordwestecke aufgenommenen Abbruchspuren wohl weiter nach Norden erstreckte.
Ob sie von Anfang an Bestandteil des untersuchten Gebäudes war oder ob es sich um eine ehemalige Grundstückseinfassung handelte, muss vorerst offen bleiben.
Spätestens im 16. Jahrhundert war sie jedenfalls in die vorhandene Baustruktur eingebunden. Den zeitlichen Anhalt bietet das inschriftlich in das Jahr 1582 datierte Rundbogenportal in der Ostwand. Da es jedoch kein einheitliches Gewände besitzt, ist davon auszugehen, dass es sich um eine spätere Erneuerung mit wiederverwendeten Teilen einer alten Zugangseinfassung handelt.
Hinweise auf diesen Umbau erlauben die vorhandenen, heute funktionslosen Auflagerlöcher in der östlich vorgelagerten Massivwand. Vergleichbar mit der heutigen Situation sind sie als Nachweis ehemals älterer, an der Osttraufe auskragender Deckenbalken zu werten.

Bauphase 17. Jahrhundert

Die vermutete Erneuerung erfolgte mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Jahr 1688 (d). In dieser Zeit wurde der heute vorhandene, wohl wohnlich genutzte Fachwerkaufsatz abgezimmert.
Die Basis des Holzgerüstbaus bilden eichene, über dem Keller verlegte Querbalken, von denen drei an der Osttraufe auskragende Balken, in Anlehnung an die Vorgängersituation, wieder ein Podest für eine Außentreppe bilden.
Bauzeitlich mit diesem Umbau ist eine zweite Zugangssituation an der Osttraufe einzuordnen. Erkennbar über den am Mauerholz ausgearbeiteten Falz erschloss dieser Zugang eine annähernd mittig angelegte Raumeinheit, über die sowohl der nördliche als auch der ehemals intern erschlossene Kellerabschnitt im Süden erreichbar war. Zu einem späteren Zeitpunkt nach Süden verschoben, ist der Nachfolgezugang heute vermauert.

Die in das Erdgeschoss aufsteigende Außentreppe erschließt einen dreizonigen Grundriss mit südlicher Küche, mittiger Stube und nördlicher Schlafkammer, wobei in Anlehnung an das Kellergebälk und dem Fehlen einer entsprechenden Querwand auch eine Zusammenlegung von Küche und Stube zu einem Großraum denkbar ist.
Während der Küchenbereich später unterteilt und in großem Umfang erneuert wurde, besitzen die übrigen Raumeinheiten neben ihren ursprünglichen Ausdehnungen noch große Abschnitte der bauzeitlichen Wandfüllungen. Bauzeitlich ist wohl auch noch der Kern eines im 20. Jahrhundert modernisierten Fenstererkers in der Osttraufe.
Sowohl die Umfassungswände als auch die Innenwände bestehen aus einfach verriegelten Flechtwerkwänden, wobei die Innenseiten der Stubenwände mit einer Art Lehmputz überzogen sind.
Nahezu ausschließlich mit Eichenholz abgezimmert, wird die Aussteifung des Holzgerüstes aus krummwüchsigen, wandhohen Streben übernommen. Wandhoch deshalb, da es sich bei dem abgezimmerten Holzgerüst um einen sogenannten Kniegeschossbau handelt.

Diesem Umstand ist dann auch das Raumprofil des Obergeschosses geschuldet. So durchdringt das Obergeschoss die Dachbasis und reicht in seiner Höhe bis zur Kehlbalkenlage im Dach.
Bezogen auf die im Kniegeschoss vorhandene Grundrissgliederung entspricht sie der des Erdgeschosses und bildet somit die bauzeitliche Raumaufteilung ab.
Genutzt als Küche mit zwei angrenzenden Schlafräumen, ist diese Nutzung jedoch nicht mehr als ursprünglich anzusprechen. Dagegen überwiegt sowohl in den Wänden und Decken die bauzeitliche Bausubstanz aus dem späten 17. Jahrhundert.

Spätere Umbauten

Abgesehen von den Modernisierungen der Innenausstattung und der Fenster im 19./ 20. Jahrhundert bezieht sich der gravierendste Umbau auf die Erneuerung der Vertikalerschließung und hier in erster Linie auf die Treppenanlage ins Kniegeschoss. Ursprünglich mit hoher Wahrscheinlichkeit intern über den Küchenraum erschlossen, führte die Außenerschließung zu einem gewaltigen Einschnitt in das östliche Traufrähm, verbunden mit der Entfernung der Kniegeschosswand. Dies erfolgte zuerst im Bereich der Treppe und im 20. Jahrhundert im Bereich des Bades. Mit diesem Umbau verbunden war dann auch die in das frühe 19. Jahrhundert zu datierende Abzimmerung des Querdaches, welches sich mit seinem offenen Ostgiebel bis zur Außenwand des Nachbarhauses erstreckt.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Detail (Ausstattung)
    • Fenstererker
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Flechtwerk
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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