Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Teil des Ulmer Museums

ID: 164086809012  /  Datum: 02.02.2017
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Marktplatz
Hausnummer: 9 und 9a
Postleitzahl: 89073
Stadt-Teilort: Ulm

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Ulm (Stadtkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8421000028
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,3970° nördliche Breite, 9,9946° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Ulmer Museum

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Archivalisch lässt sich der Gebäudekomplex bis in das 16. Jahrhundert gesichert zurückverfolgen.


1. Bauphase:
(1497)
Im 15. Jahrhundert soll das Haus noch als städtisches Münzhaus gedient haben.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Münz- und Eichgebäude

2. Bauphase:
(1553 - 1784)
1553 kommt ein Haus (vermutlich Marktplatz 9) in den Besitz der Familie Schad, die ihr Besitztum als Fideikommis eingerichtet, der erst 1784 wieder aufgelöst wird.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

3. Bauphase:
(1643)
1643 kann ein angrenzendes zweites Haus (vermutlich Marktstraße 9a) hinzuerworben werden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau

4. Bauphase:
(1794)
Für 1794 sind umfangreiche Veränderungen archivalisch überliefert, so im Inneren, aber auch der Abbruch eines zum Marktplatz hin stehenden, auch auf alten Darstellungen wiedergegebenen Giebels und seinen Ersatz durch einen Walm. Zudem wurden im ersten Obergeschoss neue zusätzliche Fenster angelegt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

5. Bauphase:
(1938 - 1946)
Nach Ausweis der vorhandenen Bauakten wurde das Gebäude Marktplatz 9a ab 1938 in wesentlichen Teilen erneuert und nach der Kriegszerstörung ab 1946 praktisch komplett neu aufgebaut. Das ebenfalls im Krieg stark zerstörte Gebäude Marktplatz 9 wurde ab 1946 unter Einbeziehung von älteren Resten umfangreich neu aufgebaut.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Anbau
  • Ausstattung

6. Bauphase:
(1983 - 1999)
Weitere Veränderungen erfolgten um 1983 im Inneren sowie ab 1999 mit dem Einbau einer Cafeteria im Erdgeschoss.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Museum/Ausstellungsgebäude

Besitzer:in

1. Besitzer:in:
(1553 - 1784)
Schad, Familie
Bemerkung Familie:
Bemerkung Besitz:
1553 kommt ein Haus (vermutlich Marktplatz 9) in den Besitz der Familie Schad, die ihr Besitztum als Fideikommis eingerichtet, der erst 1784 wieder aufgelöst wird.
Beschreibung:
Beruf / Amt / Titel:
keiner
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Fotos

Marktplatz 9 und Marktplatz 9a vom Marktplatz aus gesehen. / Teil des Ulmer Museums in 89073 Ulm

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung, Archivrecherche und Bauaufnahme

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Mäßig großes dreigeschossiges Gebäude an der Südwestecke des Museumsareales, mit seiner Westseite gegen den Marktplatz und mit seiner Südseite gegen die Schelergasse gewandt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Museum/Ausstellungsgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Südseite gegen die Schelergasse gewandt.
Zuunterst zwei große, tonnengewölbte Kellerräume mit einzelnen jüngeren Einbauten. Erdgeschoss massiv umfangen mit massiver Mittelquerwand.
Im Westen großer Gewölberaum, östliche Hälfte modern kleinteilig untergliedert. Die beiden Obergeschosse ebenfalls mit massiven Außenwänden, im Inneren modern für Ausstellungszwecke sowie für die Verwaltung des Museums ausgebaut. Oberer Abschluss durch dreigeschossiges Vollwalmdach ohne weitergehende feste Ausbauten. Außenfronten geschlossen flächig verputzt und achsial befenstert. Nach Norden hin schließt das heute vollständig modern erneuerte Gebäude Marktplatz 9a als zweigeschossiger, satteldachgedeckter Bau an.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Backstein
    • Bruchstein
  • Gewölbe
    • Kreuzgratgewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Verwendete Materialien
    • Stein
  • Dachform
    • Satteldach mit beidseitigem Vollwalm
    • Schleppgaube(n)
    • Spitzgaube(n)/Lukarne(n)
Konstruktion/Material:
Das Kellergeschoss
Unter dem Gebäude befinden sich zwei große, tonnengewölbte Kellerräume, die sich jeweils in Nord-/Süd-Richtung über die ganze Gebäudelänge ziehen. Der westliche Keller besitzt ringsum Umfassungsmauern aus Kalkbruchstein, während im östlichen Keller zumindest die nördliche Stirnseite in Bruchstein gemauert ist. An den anderen Wänden ist hier momentan keine Mauerwerkseinsicht möglich. Die südliche Stirnseite des östlichen Kellers liegt deutlich weiter südlich als jene des westlichen Kellers. Dies lässt vermuten, dass die beiden Keller nicht in einem Zuge entstanden sind, sondern vermutlich auf unterschiedliche Bauphasen zurückgehen.
Der westliche Kellerraum wird von einem stichbogigen Tonnengewölbe überspannt, das in Backstein gemauert ist. Momentan ist nicht zu erkennen, ob das Gewölbe gleichzeitig mit den Umfassungsmauern entstanden ist oder nicht. An der westlichen Längsseite befindet sich eine nachträgliche Stichkappe für ein demnach nachträgliches Kellerfenster. Auch in der südlichen Stirnseite befindet sich ein schmales, schlitzartiges, heute vermauertes Kellerfenster. Die Südostecke ist nachträglich in Backstein abgeschrägt worden und scheint auf eine einst hier am östlichen Ende der Südwand gelegene, heute vermauerte Außenöffnung Bezug zu nehmen. Womöglich war hier einst ein Außenzugang des Kellers vorhanden.
Der östliche Kellerraum besitzt gleichfalls ein stichbogiges Tonnengewölbe, das in Backstein gemauert ist. Auch hier ist momentan nicht zu erkennen, ob das Gewölbe mit den Umfassungswänden gleichzeitg ist, oder ob es jünger ist, als diese. An der südlichen Stirnseite befanden sich noch 1938 zwei schmale Kellerfenster, die wohl in der Zeit des Zweiten Weltkrieges vermauert und durch den heutigen mittigen Schacht ersetzt worden sind. In der Mitte der östlichen Längswand befindet sich eine heute weitgehend vermauerte Durchgangsöffnung, die 1983 noch in größerer Breite als heute in den Plänen dargestellt ist. Am nördlichen Ende der östlichen Längswand befindet sich ein schmaler, gebogener Durchgang zu den östlich anschließenden Kellerräumen. Für diesen Durchgang ist die Gewölbeschale grob, d.h. nachträglich, ausgebrochen worden, sodass es sich auch bei diesem Durchgang um einen nachträglichen Durchbruch handeln wird. Noch 1983 führte vor dem Durchgang im Kellerboden eine breite Treppe nach Westen empor. In der Mitte der nördlichen Stirnseite des östlichen Kellers schließlich befand sich bis 1983 ein breiter Durchgang mit nach Norden steigender Treppe, der wohl ab 1946 in der heutigen Form vermauert und durch einen schmaleren, weiter westlich gelegenen Treppendurchgang mit betonierten Laibungen ersetzt worden ist.
In der die beiden Kellerräume trennenden Längswand befindet sich nahe dem nördlichen Wandende eine breite, stichbogig gewölbte Türöffnung, an die nach Westen und Osten hin stichbogige Stichkappen anschließen.
Zudem ist gegen Westen ein Anschlag für eine hohe, stichbogige Türöffnung ausgebildet. Alle Nischenteile sind in Backstein gemauert.
Zum Alter der beiden Gewölbekeller liegen keine eindeutigen Hinweise vor. Eine spätmittelalterliche wie auch eine frühneuzeitliche Entstehung ist denkbar.
In beiden Gewölbekellern befindet sich heute je eine Querwand. Jene des östlichen Kellerraumes wurde den vorhandenen Planunterlagen zufolge 1938 eingezogen, während jene des westlichen Kellers in Backstein gemauert ist und möglicherweise dem 19. Jahrhundert angehört.

Das Erdgeschoss
Das Erdgeschoss des Gebäudes wird allseits von starken Massivwänden umfangen. Die westliche Außenwand zeigt eine stattliche Stärke und fünf Außenöffnungen. Die vier südlichen Öffnungen als Fensteröffnungen wurden dabei nach Ausweis der vorhandenen Planunterlagen erst um 1929 angelegt bzw. durch Erweiterung älterer, schmalerer Öffnungen hergestellt. Zuvor befand sich hier außer einem schmalen Fenster im Süden im Mittelbereich der Fassade eine gegenüber der heutigen Befensterung verschobene Reihung von Blindfenstern, die 1929 zugesetzt wurden. Die nördlichste Öffnung war damals schon als Fensteröffnung vorhanden. Nach den 1999 erhobenen Befunden befand sich hier schon zuvor eine Türöffnung, die dann bei den Umbauten ab 1999 wiederhergestellt wurde.
An der südlichen Außenwand gehört die westliche Hälfte mit ihrer großen Mauerstärke noch zum historischen Bestand. Auch hier wurden die heutigen großen Fensteröffnungen erst ab 1929 anstelle zweier kleinerer Vorgängeröffnungen angelegt. Die östliche Wandhälfte zeigt nur eine geringe Stärke. Der historische Bestand ist hier vermutlich schon um 1938 verloren gegangen, als hier eine dünnere Wandscheibe mit drei Fensteröffnungen angelegt wurde. Die heutige Wandscheibe mit nur noch zwei Fenstern dürfte dann auf Umbauten ab 1949 zurückgehen.
Die Nordwand des Gebäudes präsentiert sich als starke Massivwand mit vier Öffnungen. Im westlichen Wandviertel befand sich schon vor 1929 eine Türöffnung, die 1938 verbreitert und 1983 vermauert wurde. Im zweiten Wandviertel von Westen befindet sich heute eine Türöffnung, die erst nach 1946 angelegt wurde. Eine dritte Türöffnung im dritten Wandviertel von Westen wurde 1938 angelegt und nach 1983 dünn vermauert.
Im östlichsten Wandviertel wurde 1938 eine große, torähnliche Außenöffnung angelegt.
Die östliche Außenwand zeigt eine etwas geringere Stärke als die anderen Außenwände. Sie sollte beim Wiederaufbau von 1946 komplett neu aufgeführt werden. Dabei sollte sie nach Aussage der vorhandenen Pläne eine Stärke von 51 cm erhalten, während sie heute deutlich stärker ist.
Dies deutet die Möglichkeit an, daß die Wandscheibe damals nicht neu aufgeführt wurde, sondern in wesentlichen Teilen noch auf den älteren Bestand zurückgeht. Auch die heutige schmale Türöffnung im nördlichen Drittelspunkt ist schon auf Plänen von 1938 dargestellt. Im südlichen Drittelspunkt wurde im Bereich einer 1938 dargestellten großen Wandöffnung zwischen 1946 und 1983 ein großer dreizugiger Kamin eingestellt.
Ebenfalls noch zum historischen Bestand gehört die Mittellängswand des Erdgeschosses. Sie besteht nach Ausweis der 1999 durchgeführten Untersuchung aus Mischmauerwerk aus Bruchstein und Backstein und zeigt an der Ostseite eine Gliederung mit vier korbbogigen, in Backstein gemauerten Nischen. Die nördlichste dieser Nischen war als Durchgang offen und wurde später zu einer schmalen Türöffnung vermauert, während es sich bei den anderen zunächst nur um flache Blendnischen handelte. Alle Nischen haben im Laufe der Zeit Veränderungen erfahren. Heute sitzen in den Nischen jeweils teils offene, teils geschlossene Durchgangsöffnungen. Die südlichste von ihnen wurde erst 1938 ausgebrochen und 1983 wieder geschlossen. Die zweite von Süden wurde zwischen 1938 und 1946 angelegt. Die dritte Nische von Süden wurde zwischen 1929 und 1938 angelegt und 1983 vermauert, während die einstige Durchgangsöffnung in der vierten, nördlichsten Nische schon in historischer Zeit vermauert und erst nach 1983 wieder aufgebrochen wurde.
Die westliche Hälfte des Erdgeschossgrundrisses wird von einem hoch stichbogigen Kreuzgratgewölbe mit starken Gurtbögen überspannt, das zweischiffig ausgebildet ist und in der Mittelachse auf starken Pfeilern mit breit gefasten Kanten aufsitzt. Nach Aussage der an der Mittellängswand erhobenen Befunde wurde das Gewölbe erst nachträglich zwischen den vorhandenen Umfassungswänden eingezogen. Formal dürfte es dem 16. oder dem 17. Jahrhundert zuzurechnen sein, was es denkbar erscheinen lässt, dass Mittellängswand und Außenwände als ältere Bauteile noch bis in das Mittelalter zurückgehen könnten.
Die Innenwände in der östlichen Hälfte des Erdgeschosses gehen den vorhandenen Bauunterlagen zufolge allesamt auf Umbauten ab 1999 zurück.

Das 1. Obergeschoss
Im ersten Obergeschoss haben sich historische Wandaufbauten den vorhandenen Planunterlagen zufolge noch im westlichen Teil der südlichen Außenwand, in der westlichen Außenwand sowie in der nördlichen Außenwand erhalten. Einblick in die Mauerwerkssubstanz liegen nicht vor, sodass sich keine eindeutigen Aussagen zur baugeschichtlichen Situation wie auch zum genauen Alter der Wandscheiben treffen lassen. Nach Auskunft der Archivalien sind 1794 an der Westwand die vorherigen drei Fensteröffnungen durch nunmehr fünf vierteilige Kreuzstockfenster ersetzt worden, womit die heutige Befensterung entstanden sein dürfte. An der Südwand wurden damals die zuvor vorhandenen drei Fensteröffnungen durch nunmehr vier zweiteilige Kreuzstockfenster ersetzt, womit zumindest die (schmaleren) Vorläufer der heutigen Fenster entstanden sein dürften. In der Nordwand war schon 1938 in der westlichen Wandhälfte eine schmale Türöffnung vorhanden, die nach 1983 auf die heutige Weite ausgebrochen wurde, während in der östlichen Wandhälfte eine noch 1946 vorhandene größere Durchgangsöffnung später auf das heutige Maß reduziert wurde.
Nach 1946 sind die heutige Mittelquerwand und die gesamte östliche Außenwand neu aufgeführt worden. Auch der östliche Teil der südlichen Außenwand sollte damals den vorhandenen Planunterlagen zufolge neu aufgeführt werden. Dieser Wandabschnitt zeigt heute eine deutlich geringere Stärke als die historischen Reste der Südwand, der Westwand und der Nordwand, sodass diese Wandscheibe ein geringeres Alter besitzen dürfte als jene. Vor allem ist noch für den Vorkriegszustand die Wandscheibe in größerer Stärke in den Grundrissplänen dargestellt als heute. Damit ist denkbar, dass die Wandscheibe nach 1946 entweder komplett neu aufgeführt wurde, aber auch, dass die Wandscheibe unter Einbeziehung und Veränderung älterer Substanz wiederhergestellt wurde. Denkbar auch, dass dieser Wandabschnitt wie der darunterliegende Abschnitt der Südwand des Erdgeschosses schon um 1938 mit geringerer Mauerstärke erneuert wurde.
Bei den jüngsten Veränderungen ab 1999 wurde die Nordostecke des Gebäudes aufgebrochen und im Inneren durch neue Innenwände gegen den Restbereich abgetrennt.

Das 2. Obergeschoss
Im zweiten Obergeschoss hat sich historische Altsubstanz den vorhandenen Planunterlagen zufolge nur noch in der westlichen Hälfte der südlichen Außenwand, in der westlichen Außenwand sowie in der nördlichen Außenwand erhalten. Über Wandaufbauten und die bauhistorische Situation hinsichtlich der vorhandenen Fensteröffnungen in Süd- und Westwand sind wir nicht informiert, ebensowenig wie über das genaue Alter der vorhandenen Mauerwerkssubstanz. Da die Stärke dieser Außenwände deutlich geringer ist als in Erd- und erstem Obergeschoss, ist zu vermuten, dass das zweite Obergeschoss in seinem Mauerwerksbestand jünger ist als die darunterliegenden Geschosse. Wahrscheinlich handelt es sich damit um eine nachträgliche, vielleicht schon nachmittelalterliche Aufstockung des Baues. In der Nordwand befand sich in der westlichen Wandhälfte um 1938 eine kleine, heute geschlossene Türöffnung, während sich in der östlichen Wandhälfte 1928 eine breitere Öffnung befand, die sich im Wesentlichen heute noch erhalten hat.
Die östliche Hälfte der südlichen Außenwand und die gesamte östliche Außenwand sind um 1946 neu aufgeführt worden, wobei der östlichen Außenwand später noch der große, dreizugige Kamin vorgestellt wurde.
Die Nordostecke ist mit den Umbauten im Museumsbereich ab 1999 ausgebrochen worden.
Bei den Innenwänden sind die Mittellängswand, die Querwände im westlichen Hausteil und die wesentlichen Innenwände im östlichen Hausteil 1946 neu errichtet worden, während die weitergehende Unterteilung der Räume nach Auskunft der vorhandenen Planunterlagen auf Veränderungen von 1983 und der Zeit nach 1999 zurückgehen.

Das Dachwerk
Das Dachwerk in Form eines mäßig steil geneigten Vollwalmdaches besteht nach Augenschein zur Gänze in einer modernen Schnittholzkonstruktion, die auf den Wiederaufbau des Gebäudes ab 1946 zurückgeht.

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