Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 107089170218  /  Datum: 17.10.2014
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Froschlache
Hausnummer: 4
Postleitzahl: 88499
Stadt-Teilort: Riedlingen

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Biberach (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8426097010
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Eine Datierung des jüngeren Dachaufbaus war nicht möglich. Die Jahrringkurven waren zu kurz. Auffällig war auch der große Anteil wiederverwendeten Holzes.


1. Bauphase:
(1385 - 1386)
Die Abzimmerung der beiden Vollgeschosse des Kernbaus erfolgte im Verlauf des Jahres 1386 (d).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude befindet sich im westlichen Teil der Stadt an der Ausfallstraße nach Altheim. Es steht innerhalb der alten Stadtmauer.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen zweigeschossigen Stockwerksbau, der nur am östlichen Hauptgiebel auskragt.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Im Kernbau sind die beiden Vollgeschosse drei-schiffig und drei-zonig abgezimmert. Die beiden südlichen Schiffe des 1. Oberstocks und des Erdgeschosses sind unterschiedlich breit. Das Gebäude besaß unter den beiden östlichen Zonen des südlichen Schiffes einen Gewölbekeller. Er war zum Zeitpunkt der Untersuchung eingestürzt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Am Haus selbst wurden bis in jüngere Zeit umfangreiche Umbaumaßnahmen vorgenommen, sodass heute in den Stockwerken nur noch ein Teil des alten Fachwerkgerüstes übrig geblieben ist.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Erdgeschoss:
Hinsichtlich der ursprünglichen Grundrissgliederung ergab die Untersuchung folgende Hinweise: Das Gebäude ist drei-schiffig und drei-zonig abgezimmert worden. Durch die geringe Originalsubstanz in diesem Geschoss lässt sich über die ursprüngliche Nutzung kaum mehr etwas sagen. Es lässt sich lediglich noch ein Raum in dem südöstlichen Hausteil nachweisen.
Türöffnungen sind in den ursprünglich einfach verriegelten Fachwerkwänden (mit Flechtwerk ausgefacht) nicht nachzuweisen. Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Erschließung dieses Raumes von der Giebel- oder der südlichen Traufseite aus erfolgte. Die heutige Fachwerkwand dieser ersten südlichen, inneren Längsachse ist neueren Ursprungs. Sie ist zweifach verriegelt und mit Bruchstein ausgemauert. Der obere Riegel besitzt im Bereich der Mittelzone an der Oberseite Ausklinkungen für eine Bohlenbalkendecke. Diesem südlichen Schiff wurde zu einem späteren Zeitpunkt eine Wohnnutzung zugewiesen.
Bei der Queraussteifung lassen sich im Mittelschiff weder Kopf- noch Fußbänder nachweisen. Möglicherweise befand sich hier die Haupterschließung mit einer Art Einfahrt oder ähnlichem. Verfolgt man die beiden Querunterzüge bis zur südlichen massiven Traufwand, so findet sich in der Nähe dieser mehrfach geflickten und inzwischen vermutlich zweischaligen Wand keine Blattsassen für eine Queraussteifung mehr. Diese südliche Traufwand war schon immer als Massivwand geplant und ausgeführt gewesen. In wieweit es noch die Originalwand ist, kann erst beantwortet werden, wenn man den Außenputz entfernen würde.
Das nördliche und das mittlere Schiff sind ansonsten so stark verändert worden, dass sich hier inzwischen keine Originalsubstanz mehr befindet und somit keine Aussagen über deren Nutzung gemacht werden kann. An Originalsubstanz befinden sich im EG nur noch 4 Bundständer, die beiden Querunterzüge, das Deckengebälk und die südliche Traufwand.

1. Oberstock:
Hinsichtlich der Nutzung ist der 1. Oberstock heute noch vollständig rekonstruierbar. In der südöstlichen Gebäudeecke befand sich ursprünglich eine verbohlte Stube. Auffällig ist dabei die Doppelnut in den beiden noch vorhandenen Eckständern. Im Gegensatz zum EG ist das Mittelschiff hier erheblich schmaler. In der nordöstlichen Hausecke lässt sich noch eine Kammer mit Tür vom Flur aus nachweisen.
Die Fachwerkwände waren ursprünglich einfach verriegelt und mit Flechtwerk ausgefacht. Dies waren die beiden einzigen abgeschlossenen Räume in diesem Stockwerk. Der übrige Grundriss war offen. Die Bundständer und Unterzüge weisen keine Anzeichen für Zwischenwände auf.
Die Herdstelle befand sich in der mittleren Zone des südlichen Schiffes im Anschluss an die Wand zur Stube. Alle späteren Rauchfänge und Herdstellen befanden sich weiterhin in dieser Zone. Eine jüngere Trennwand teilte die Küche von der Flurzone ab. Gleichzeitig erhielt die Stube an diesem Rücksprung einen neuerlichen Zugang. Dabei wurden die Kopf- und Fußbänder dieses inneren Stubeneckständers abgeschnitten.
In der Stube befindet sich noch eine vollständig erhaltene Bohlenbalkendecke unter Putz. In Verbindung mit den nicht mehr vorhandenen Wandbohlen lag die ursprüngliche Bohlenbalkendecke viel tiefer. Somit steht im Moment nicht mit Sicherheit fest, ob es sich hierbei möglicherweise noch um die Originaldecke handelt, die lediglich heraufgesetzt wurde. Sie könnte aber auch erst in jüngerer Zeit (ca. 16. Jh.) neu angefertigt und eingebaut worden sein.
Im gesamten Oberstock wie auch im EG gibt es keine einzige originale Wand mehr. Es sind nur noch die beiden Längsunterzüge und die sechs Bundständer der beiden inneren Längsachsen als Originalsubstanz vorhanden.
Interessant aus hauskundlicher Sicht dürfte die Küchenabtrennung sein. In früher Zeit gab es hier eine offene frei zugängliche Herdstelle. Erst später erfolgte eine räumliche Abgrenzung gegenüber dem übrigen Grundriss.
Die Dachbalkenlage gehört bereits zur Aufstockung. Sie ist nicht mit den Längsunterzügen verkämmt und liegt ohne Verbindung auf ihnen auf (z.T. mit Luft dazwischen).

Dachstock und Dachwerk:
Der gesamte Dachaufbau gehört heute nicht mehr zum Kernbau der beiden Vollgeschosse. Es wurde etwa im 17. Jh. neu aufgerichtet, wobei ein Teil alter Hölzer wiederverwendet wurde. Erst in jüngerer Zeit wurde es dann nochmals stark verändert. Dabei bekam das östliche Giebeldreieck im Wesentlichen sein heute untypisches sichtbares Fachwerk.
Das Dachwerk ist zweistöckig mit Spitzboden aufgerichtet. In der Hauslänge ist es drei-zonig abgezimmert. Die Binder des Dachwerks nehmen Bezug auf die Querachsen im darunterliegenden Geschoss.
Das tragende Gerüst bildet im 1. DG ein zweifach liegender Stuhl mit verblatteten Kopfbändern und einer Mittelstütze, die mit einer Schale einen Mittelunterzug trägt. Verzapfte Kopfstreben sichern die Mittelständer in Längsrichtung. Die Kopfbänder überblatten den liegenden Stuhl, den Spannriegel, den Kehlbalken, jedoch nicht mehr den Sparren.
Im 2. DG bildete ein zweifach liegender Stuhl mit gleichartig verblatteten Kopfbändern das tragende Gerüst. Er ist heute jedoch durch jüngere Umbauten fast vollständig herausgesägt worden.
Die Kehlbalken sind mit den Sparren verzapft. Liegender Stuhl, sowie Sparren zapfen in den Dachbalken ein. Aufschieblinge sind für den Dachüberstand notwendig. Krüppelwalme waren nicht nachweisbar. Das westliche Giebeldreieck ist noch weitgehend original erhalten. Es ist zweifach verriegelt, mit Flechtwerk ausgefüllt und es lassen sich noch zwei kleinere Fensteröffnungen nachweisen.

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