Kloster Bebenhausen (ehem. Holz- und Chaisenremise)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Gerberhaus

ID: 104779134315  /  Datum: 09.11.2022
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Mühlvorstadt
Hausnummer: 2
Postleitzahl: 88499
Stadt-Teilort: Riedlingen

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Biberach (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8426097010
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,1542° nördliche Breite, 9,4772° östliche Länge

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Gerberhaus Mühlvorstadt 2 in Riedlingen wurde 1661 (d) errichtet. Die Fachwerkwände mit Lehmstakenausfachungen und geringer Aussteifung wurden im 17.-20. Jh. teils erneuert oder versteinert. Die Wohngeschossfenster wurden im 18.-20. Jh. vergrößert. Die ursprüngliche Grundrissdisposition der beiden Wohngeschosse und des 1661 mit Kammern ausgebauten 1. Dachgeschosses wurde kaum verändert. Der Laubengang im 1. und 2. Geschoss wurde im 19.-20. Jh. teils in den Innenraum mit einbezogen. Fenster, Außenputz und Dachhaut stammen aus dem 20. Jh.. Aufgrund eines begonnenen Rückbaus sind Ausstattungselemente und Innenoberflächen weitgehend abgängig.


1. Bauphase:
(1661)
Errichtung (d). Die Substanz der Erstbauphase ist in den beiden OGs und in den Dachräumen des Gebäudes umfassend erhalten. Fachwerkfassaden mit Bruchsteinausfachungen; Fachwerk-Innenwände mit Lehmflechtwerk, geritztem Lehm-Unterputz. Die beiden OGs umfassten bereits in der Erstbauphase jeweils eine vollständige Wohneinheit. Konstruktiv wirksamer Kammerausbau im 1. DG. Sonderelement: doppelgeschossiger Laubengang zur Bachseite. Keine sicheren Erkenntnisse über das EG in der Erstbauphase; Schmauchspuren und starke Verformungen der Balkendecke weisen auf eine Werkstattnutzung hin.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Handwerkerhaus
Konstruktionsdetail:
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bruchstein/Wacken
    • Flechtwerk

2. Bauphase:
(1670 - 1750)
Sanierungen/Versteinerungen und Umgestaltungen.
Das weiche Gebäudegerüst mit Lehmstakenausfachungen und geringer Aussteifung hat sich früh verformt. In der Folge wurden viele Außen- und Innenwände in Bruchstein saniert: teils als Vollmauern, wie im Falle der EG-Wände und der gesamten Nordostfassade, teils durch Neuausfachung gerade gerichteter Fachwerkwände. Austausch kleiner Fenster im Riegelzwischenraum durch größere Fensterformate in den OG.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein

3. Bauphase:
(1750 - 1850)
Veränderungen des 18. und frühen 19. Jh.
Stratigraphisch jüngere Sanierungsmaßnahmen, Raumunterteilungen und Raumausstattungen, die dem Spätbarock zugerechnet werden können (Holzwerkwände ohne Streben, mit Backsteinausfachung; Lehmwickeldämmung von zuvor offenen Deckenfeldern mit gleichzeitiger Putzleistendecke).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

4. Bauphase:
(1850 - 1950)
Sanierungen und Veränderungen des späten 19. und der 1. Hl. des 20. Jh.
EG: Garageneinbau; Neuteilung Werkstatt. Neubau Treppenanlage EG-OG2. Sanierung des verkippten Südwestgiebels durch Neubau. Austausch der Fensterläden; Neugestaltung der Fassaden mit Rauputz; Austausch des Schornsteins; weitere lokale Eingriffe.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

5. Bauphase:
(1950 - 2020)
Erneuerung der Fensterverschlüsse. Dachsanierung durch Sparrenbeilattungen; Deckung mit Frankfurter Pfannen. Der Laubengang wurde im 1. OG zum weit auskragenden Balkon umgeformt. Der östliche Teil des Laubengangs wurde den entsprechenden Innenräumen zugeschlagen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Westen / Gerberhaus in 88499 Riedlingen (06.05.2022 - K. Uetz)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauaufnahme und Bauuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Mühlvorstadt; prägnanter Kopfbau der bachseitigen Häuserzeile, an der angerartigen Aufweitung der Straßenzüge, nahe der Brücke über den Mühlbach.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Allseitig freistehendes, dreigeschossiges Wohngebäude mit Satteldach, Dachneigung 56°, Firstrichtung Südwest-Nordost. Keine Unterkellerung festgestellt. Dachraum zweigeschossig.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Gliederung der Hauptgeschosse: Im EG dreijochig mit Mittelquerflur, in diesem auch die einläufige Treppenerschließung zum 1. OG. Die beiden Obergeschosse mit gleichartiger Gliederung: zweischiffig mit Mittellängswand, das nordwestliche Schiff zweijochig mit Stube und Kammer, das südöstliche dreijochig mit Küche, Diele und Kammern. Im 1. DG Kammerausbau der Erstbauzeit.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Teilrückbau; nicht wandfeste Ausstattung (insb. Türblätter) in den OG und im DG abgängig.
Bestand/Ausstattung:
Sonderelement: doppelgeschossiger Laubengang aus der Erstbauzeit (1661), durch auskragende Deckenbalken gebildet, durch Sparrenaufschieblinge gedeckt.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Flechtwerk
  • Decken
    • Einschubdecke
    • Lehmwickeldecke
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Balkendach mit Rofen und stehendem Stuhl
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Mischbau
    • Innenwand aus Holz
    • Innenwand aus Stein
Konstruktion/Material:
Konstruktion der Hauptgeschosse:
Außenmauern des EG weitgehend aus Bruchstein; Innenwände teils massiv, teils Fachwerk; Balkendecke über EG; in den OGs Fassaden- und Innenwände bis auf die Nordostfassade in Fachwerk, Innenwände teils noch mit Lehmstaken-Ausfachung; Deckenbalken teils mit eingenutetem Fehlboden (über den Stuben), teils mit Lehmwickel-Ausfachungen (über den Küchen). Reste der erstbauzeitlichen Wandgestaltungen erkennbar (grau gefasste Fachwerkhölzer, weiß gefasste Ausfachungen mit teils doppeltem schwarzen Begleiter).

Dachraum / Dachwerk: im 1. DG ein dreiachsiger, dreijochiger stehender Stuhl; Längsaussteifung durch geblattete und gezapfte Kopfbänder in den äußeren Stuhlachsen und Kammerwände in der mittleren Stuhlachse, Queraussteifung durch Kammerwände. 2. DG ohne Primärtragwerk; an die Sparren geblattete zweite Kehlbalkenlage.

Sonderelement: auskragende Deckenbalken über dem EG und dem 1. OG bilden einen Laubengang an der Südostfassade, der über dem 2. OG von Sparrenaufschieblingen gedeckt wird.

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