Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ehem. Pfarrhaus

ID: 153013640619  /  Datum: 20.09.2018
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Lange Straße
Hausnummer: 36
Postleitzahl: 89129
Stadt-Teilort: Langenau

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Alb-Donau-Kreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8425072009
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Bei dem Gebäude handelt es sich um das ehem. Helferhaus, das als Haus des "unteren Helfers" (Diakon) um die Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut wurde.
Durch die gefügekundige sowie die dendrochronologische Untersuchung lässt sich das heutige Gebäude eindeutig in zwei zeitlich voneinander unabhängige Einzelgebäude gliedern. Der ältere Bauteil hat sich in der östlichen Gebäudehälfte erhalten. Die verbauten Hölzer des Dachwerks sowie der Deckenbalken über dem 1. Obergeschoss datieren einheitlich eine Winterfällung 1656/ 57. Die Bauhölzer weisen keine Anzeichen von einer Wiederverwendung auf. Die Ablieferung des Fachwerkgerüstes dieses Bauteils kann somit im Verlauf des Jahres 1657 angenommen werden.
Im Jahr 1999 wurde das Gebäude grundlegend renoviert und umgebaut. Heute sind hier unter anderen die Volkshochschule und eine Galerie untergebracht.


1. Bauphase:
(1656)
Errichtung der östlichen Gebäudehälfte (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Pfarrhaus

2. Bauphase:
(1752 - 1753)
Errichtung der westlichen Gebäudehälfte (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

3. Bauphase:
(1999)
Renovierung und Umbau
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das ehem. Pfarrhaus steht traufseitig an der Südseite der Lange Straße, eine der Hauptdurchfahrtsstraßen Langenaus.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Akademie, Hochschulbau
    • Museum/Ausstellungsgebäude
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Geschäftshaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das zweigeschossige Gebäude mit zugehörigem Satteldach gliedert sich in zwei zeitlich voneinander unabhängig errichteten Einzelgebäuden. Das Satteldach endet im Westen in einem Schopfwalm. Beide Giebel sind Fachwerksichtig.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die östliche Gebäudehälfte gliedert sich im ersten Dachgeschoss dreizonig und zweischiffig, im westlichen Gebäudeteil gliedert sich der Grundriss im 1. Dachstock vierzonig und einschiffig.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit Schopfwalm (Krüppelwalm)
Konstruktion/Material:
Östlicher Gebäudeteil
Der Grundriss gliedert sich im ersten Dachgeschoss dreizonig und zweischiffig. Die beiden Querachsen der schmalen, mittleren Zone gehen bzw. gingen ursprünglich bis ins Erdgeschoss durch. Die ehemalige Erschließungszone zeichnet sich somit bereits im ersten Dachstock ab. Der spätere Einbau einer Stützkonstruktion in der dritten Achse (Zwischenzone 2 und 3) dokumentiert eine Umbauphase im darunterliegenden Stockwerk. Diese Baumaßnahme konnte dendrochronologisch nicht ermittelt werden. Die Bauhölzer wiesen zu wenig Jahrringe auf.
Der 1. Dachstock war ursprünglich als offener Dachraum ausgeführt worden. Die Dachkammer in Zone 1 wurde erst in jüngerer Zeit eingerichtet.
Für die ab Abzimmerung des Dachwerkes wählte der Zimmermann als Markierungsabfolge sowohl das Achsensystem als auch eine logisch aufgebaute Markierungsfolge.
Zur Bausubstanz von 1657 lässt sich auch noch der westliche massive Giebel (heute: mittige massive Wandscheibe) zuordnen. Am mittleren Stuhlständer lässt sich keine ursprüngliche Fachwerkverriegelung nachweisen. Dagegen dürfte der östliche Giebel ursprünglich als Fachwerkgiebel ausgeführt gewesen sein. Der heutige östliche Backsteingiebel datiert eine jüngere Baumaßnahme.
Das Dachwerk ist ein Stück mit einem hohen Spitzbogen aufgerichtet. Es weist im ersten Dachstock einen dreifach stehenden Stuhl auf. Seine Längs- und Queraussteifung erfolgt über verzapfte Kopfstreben. Alle Hölzer sind miteinander verzapft. Die Sparren zapfen am Fußpunkt in die Dachbalken ein. Der Dachüberstand erfolgt durch Aufschieblinge.

Westlicher Gebäudeteil
Durch die gefügekundige sowie die dendrochronologische Untersuchung kann der Dachstuhl in der westlichen Gebäudehälfte ebenfalls einem eigenen einheitlichen Abbund zugeordnet werden. So wurden die Binder und Sparren mit einer eigenen Abbundzeichenfolge, die sich von jener in der westlichen Gebäudehälfte unterscheidet, gezeichnet. Die Folge beginnt vor dem westlichen massiven Giebel des älteren östlichen Bauteils. Die Felldaten der verbauten Hölzer weisen eine Streuung von zwei Jahren auf. Man kann davon ausgehen, dass bei der ab Abzimmerung dieses Gebäudes auch Bauholz aus Lagerhaltung mit verbaut wurde. Die untersuchten Bauhölzer weisen keine Anzeichen einer Wiederverwendung auf. Aufgrund der saftfrisch verbauten Eichenhölzer wird die Abzimmerung des Fachwerkgerüstes im Verlauf des Jahres 1755 angenommen.
Der Grundriss gliedert sich im 1. Dachstock vierzonig und einschiffig. Zwischen den Zonen 1 und 2 befindet sich heute eine Trennwand. Sie wurde erst in jüngerer Zeit dort eingebaut. Der 1. Dachstock war ursprünglich als offener Dachraum ausgeführt worden. Der Westgiebel wurde als Fachwerkwand abgezielt. Der östliche Giebelabschluss endet mit drei ehemals stehenden Stuhlständer vor dem Westgiebel des älteren Bauteils von 1657. Von den drei Stuhlständern ist nur noch einer erhalten. Sie unterstützten ausschließlich die drei Pfetten und bildeten keine eigene Fachwerkwand aus. Dies bedeutet, dass der Baukörper von 1755 keinen eigenen Ostgiebel besitzt. Er benutzt dazu den bestehenden Westgiebel östlichen Baukörpers.
Entsprechend datiert der Wanddurchbruch im ehemaligen Westgiebel jene jüngere Baumaßnahme, als beide Gebäudebesitz rechtlich zusammengefasst wurden und man die Erschließung neu festlegte.
Das Dachwerk ist einstöckig mit Spitzboden aufgerichtet. Es besitzt im 1. Dachstock einen zweifach liegenden Stuhl. Die Binder sind in die Dachbalken eingezapft. Zwischen Kehlbalken und Spannriegel verläuft firstparallel eine mittige Längspfette. Sie wird in den Binderachsen nicht unterstützt. Die Längsaussteifung erfolgt über Diagonalstreben in den Dachschrägen der Zonen 1-4. Sie steifen die liegenden Binder mit den Pfetten aus. In den Zonen 2 und 3 sind die Binder zusätzlich durch einen Riegel ausgesteift. Alle Bauhölzer sind miteinander verzapft. Das Dachwerk wurde ausschließlich aus Nadelholz abgezimmert. Für den Westgiebel verwendete der Zimmermann Eichenholz. Das Dachwerk weist einen nahezu vollständig erhaltenen bauhistorischen Bestand auf.

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