Schwarzwaldhaus
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Pfauenstraße |
| Hausnummer: | 12 |
| Postleitzahl: | 79822 |
| Stadt-Teilort: | Titisee-Neustadt |
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| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Kreis: | Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8315113067 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
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Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Basili-Schmiede, Pfauenstraße 1 (79822 Titisee-Neustadt)
Wohn- und Geschäftshaus, Scheuerlenstraße 17 (79822 Titisee-Neustadt)
Wohnhaus, Scheuerlenstraße 30 (79822 Titisee-Neustadt)
Münster St. Jakobus, Scheuerlenstraße 4 (79822 Titisee-Neustadt)
Wohnhaus, Schillerstraße 3 (79822 Titisee-Neustadt)
Wohnhaus, Wilhelm-Stahl-Straße 5 (79822 Titisee-Neustadt)
Bauphasen
Das untersuchte Gebäude weist alle Merkmale eines typischen Schwarzwaldhauses der Region
auf, im Vergleich zu den großen Höfen ist es aber sehr viel kleiner. Seine Konstruktionsweise ist in den Dimensionen entsprechend geschrumpft, was dazu führte, dass First- und Seitenachsen gerade einmal einen Abstand von 150 cm haben. Dies erscheint recht überdimensioniert und mit etwas stärkeren Rofen hätte man auf die Seitenachsen gut und gerne auch verzichten können.
Als spätere Veränderungen wurden nicht nur die üblichen Umbauten vorgenommen wie der Einbau von Kamin und Zwischendecke in der Küche, sondern auch eine Aufwertung des Obergeschosses durch Hochlegen der Decke und den Einbau einer unter den gegebenen Umständen großzügigen Treppe. Außerdem war man bestrebt, das Gebäude äußerlich der städtischen Umgebung durch flächiges Verputzen, den Einbau von Einzelfenstern, Entfernung von Trippel, Abbau der Hocheinfahrt und Kürzung der weiten Dachvorkragung anzupassen. Durch Anhebung des Straßenniveaus ist das Haus um die halbe Höhe des Erdgeschosses im Boden versunken.
Zusammen mit dem benachbarten Haus Nr. 10 und den nördlichen gegenüberstehenden Nachbarhäusern bildete das Gebäude eine Baugruppe in Schwarzwälder Anmutung. Möglicherweise hatte in früheren Zeiten, vielleicht bis zu einem großflächigen Stadtbrand im Jahr 1817, ein Großteil der Häuser eine ähnliche Form, sodass Neustadt ein ganz anders geprägtes Ortsbild aufgewiesen hatte.
(1661)
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
- Dachgeschoss(e)
- Siedlung
- Stadt
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Eindachhof
(1700 - 1899)
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
(1800 - 1890)
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
(1880 - 1920)
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
(1893 - 1899)
- Obergeschoss(e)
(2000 - 2022)
- Obergeschoss(e)
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorische Analyse
- Dendrochronologisches Gutachten
- Dokumentation Ausstattung
Beschreibung
- Siedlung
- Bauernhof
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Bauernhaus
- Eindachhof
Zonierung:
Konstruktionen
- Dachform
- Krüppelwalmdach
- Satteldach mit einseitigem Vollwalm
- Dachgerüst, verstärkende Einbauten
- abgesprengte Quer- und Längsbünde
- Stehende und geneigte Quer- und Längsbünde
- Dachgerüst Grundsystem
- Rofendach
- Holzgerüstbau
- Unterbaugerüst, einstöckig
Das Dachwerk ist als Rofendach mit zwei unterschiedlichen Konstruktionsweisen für die Stuhlachsen aufgebaut, getrennt nach Wohn- und Wirtschaftsteil. Oberhalb des Wohnteils ist ein liegender Stuhl in zwei Querbundachsen ausgebildet. Der Aussteifung in Querrichtung dienen angeblattete Kopfbänder, wogegen in Längsrichtung auf eine Aussteifung verzichtet worden ist. Die Längsriegel dienen als Zwischenauflager für die Rofen. Oberhalb davon dient eine stehende Längsachse zum Tragen des Firsträhms mit Fußbändern in der Quer- und Kopfbändern in der Längsrichtung. Die östliche Querbundachse liegt oberhalb der Wand zwischen den ersten beiden Querzonen und die westliche etwa mittig innerhalb der zweiten Querzone, steht mit der Trennwand zwischen Flur und kleiner Kammer aber nicht in konstruktivem Zusammenhang.
Der östliche Dachabschluss ist unmittelbar über der Ostwand des Unterbaus platziert und ist aus diesem Grund mit stehenden Stuhlständern mit einfacher Verriegelung abgezimmert. Die Sparren sind hier vor die Bundseite gezogen, damit in deren unterseitig eingelassener Nut eine Bretterschalung laufen konnte. Die Rofen des Halbwalms lagern auf dem Kehlriegel.
Der Bereich des Wirtschaftsteils einschließlich der Trennwand zum Wohnteil weist einen dreifach stehenden Stuhl auf, d.h. mit drei Längsachsen. Bei der mittigen Achse reichen die Ständer bis zum Firsträhm hinauf. Während die Seitenständer innerhalb der Trennwand aus dem Unterbau heraufreichen und mutmaßlich auf der Grundschwelle gründeten, enden alle drei Stuhlständer der Querbinderachse zwischen dritter und vierter Querzone am Dachbalken.
Dies dürfte in der Raumanordnung des Erdgeschosses begründet sein, wobei die Anlage einer Kammer in der Nordwestecke des Obergeschosses ein weiterer Grund dafür gewesen sein könnte.

