Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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ehem. Breitwieser Haus, Wohn- und Geschäftshaus

ID: 331312129044  /  Datum: 08.10.2009
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Schloßberg
Hausnummer: 2
Postleitzahl: 69117
Stadt: Heidelberg-Altstadt
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Heidelberg (Stadtkreis)
Gemeinde: Heidelberg
Wohnplatz: Altstadt
Wohnplatzschlüssel: 8221000002
Flurstücknummer: 1318/2
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das sog. Bretwieser Haus mit Außenanlagen wurde ab 1718 unmittelbar westlich an das Klingentor, einem ehemaligen Heidelberger Stadttor, angebaut. Das Haus ist auf dem Keller eines Vorgängerbaus errichtet. Der Bauherr war der kurfürstliche Leibmedicus und Geheimrat Franz von Jungwirth, der mit dem Werkmeister Johann Jacob Rischer einen bekannten Architekten verpflichtet hatte. Der unvollendete Bau wurde vom Kurfürsten im Jahre 1723 zur Gründung eines Seminars den Jesuiten übergeben und 1730 eingeweiht.
Das Klingentor wurde zwischen 1620 und 1622 im Zuge der Verstärkung der Stadtbefestigung als Torbogen mit darüber liegendem Wachlokal erbaut. Im Jahr 1728 erhielt das Tor einen zweistöckigen Aufbau, der unter anderem eine Kapelle für das angrenzende Gebäude Schloßberg 2 enthielt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war die bauliche und historische Verbindung zum angrenzenden Barockhaus hergestellt, denn der Zugang zur Kapelle erfolgte über das Haus.
1749 erfolgte der Verkauf des Wohngebäudes an die kurfürstliche Hofkammer, die das Gebäude in den folgenden Jahrzehnten als Garnisonslazarett und als Lagerhaus nutzte, zeitweise war auch die kurfürstliche Tapeten- und Seidenfabrik hier untergebracht. Ab 1787 war das Haus wieder in der Hand verschiedener hoch stehender Privatleute, darunter Graf Franz von Jenison-Walworth, der Renovierungen vornahm und einen stattlichen Park anlegen ließ. Ab 1818 schließlich hieß der Besitzer Karl Cäser von Leonhard, ein berühmter Mineraloge und Geologe, der als Heidelberger Hochschullehrer ein ambitioniertes gesellschaftliches Leben führte und in seinem Haus Konzert- und Theaterveranstaltungen abhielt. 1892 begann die Nutzung als Wohn- und Geschäftshaus mit Möbelfabrik durch die Familie Breitwieser. Aus dieser Zeit stammt der Ladeneinbau im Erdgeschoss. Damals wurden auf den Gartenterrassen mehrere Werkstatt- und Lagerbauten errichtet. Heute befindet sich in diesen Bauten ein Schreinereibetrieb. Das Hauptgebäude wird als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.


1. Bauphase:
(1620 - 1622)
Das Klingentor wurde zwischen 1620 und 1622 im Zuge der Verstärkung der Stadtbefestigung als Torbogen mit darüber liegendem Wachlokal erbaut. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Stadttor

2. Bauphase:
(1718 - 1720)
Errichtung des Gebäudes. (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

3. Bauphase:
(1723 - 1749)
Der Bau wurde vom Kurfürsten im Jahre 1723 zur Gründung eines Seminars den Jesuiten übergeben und 1730 eingeweiht. Im Jahr 1728 erhielt das Tor einen zweistöckigen Aufbau, der unter anderem eine Kapelle für das angrenzende Gebäude Schloßberg 2 enthielt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war die bauliche und historische Verbindung zum angrenzenden Barockhaus hergestellt, denn der Zugang zur Kapelle erfolgte über das Haus. (a)(d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Schule, Kindergarten

4. Bauphase:
(1749 - 1787)
1749 erfolgte der Verkauf des Wohngebäudes an die kurfürstliche Hofkammer, die das Gebäude in den folgenden Jahrzehnten als Garnisonslazarett und als Lagerhaus nutzte. Zeitweise war auch die kurfürstliche Tapeten- und Seidenfabrik hier untergebracht. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Bauten für Wohlfahrt und Gesundheit
    • Krankenhaus
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Industrieanlage, Fabrik

5. Bauphase:
(1787 - 1818)
Ab 1787 war das Haus wieder in der Hand verschiedener hoch stehender Privatleute, darunter Graf Franz von Jenison-Walworth, der Renovierungen vornahm und einen stattlichen Park anlegen ließ.(a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

6. Bauphase:
(1818 - 1892)
Ab 1818 schließlich hieß der Besitzer Karl Cäser von Leonhard, ein berühmter Mineraloge und Geologe, der als Heidelberger Hochschullehrer ein ambitioniertes gesellschaftliches Leben führte und in seinem Haus Konzert- und Theaterveranstaltungen abhielt. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Kino, Konzert-, Theaterhaus, Oper

7. Bauphase:
(1892 - 2009)
1892 begann die Nutzung als Wohn- und Geschäftshaus mit Möbelfabrik durch die Familie Breitwieser. Aus dieser Zeit stammt der Ladeneinbau im Erdgeschoss. Damals wurden auf den Gartenterrassen mehrere Werkstatt- und Lagerbauten errichtet. Heute befindet sich in diesen Bauten ein Schreinereibetrieb, das Hauptgebäude wird als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Werkstattgebäude

Besitzer

keine Angaben

Fotos

ehem. Breitwieser Haus, Wohn- und Geschäftshaus,
Ansicht von Südwesten,
Urheber: Regierungspräsidium Karlsruhe, RPK, Ref. 26 / ehem. Breitwieser Haus, Wohn- und Geschäftshaus in 69117 Heidelberg-Altstadt
ehem. Breitwieser Haus, Wohn- und Geschäftshaus, Rückansicht, Ansicht von Nordwesten,
Urheber: Regierungspräsidium Karlsruhe, RPK, Ref. 26 / ehem. Breitwieser Haus, Wohn- und Geschäftshaus in 69117 Heidelberg-Altstadt

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bestandserfassung, Fotodokumentation, Baubegleitende Dokumentation
  • Schadensdokumentation Dachstuhl

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude liegt in der Altstadt unterhalb des Heidelberger Schlosses.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Stadttor
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Es handelt sich um ein dreigeschossiges Wohnhaus mit viergeschossigen Mittelrisalit. Zum Haus gehören die Außenanlagen (Terrassen, Stützmauern, Brunnen) und das Klingentor.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Gebäude ist teilunterkellert. Der Keller besteht aus einem großen und einem kleinen Kellerraum. Diese sind mit einem Verbindungsgang unter der westlichen Durchfahrt miteinander verbunden. Der Kellerabgang befindet sich im Hof. Die Eingangsportale befinden sich zu beiden Seiten des Mittelrisalits. Im westlichen Gebäudeteil des Erdgeschosses befindet sich ein Laden mit Lagerräumen.
Die Obergeschosse sind symmetrisch gegliedert, wobei zu beiden Seiten des Mittelflurs je zwei Appartements (Raumfolge á 3 Räumen) angelegt wurden. Das Haus besitzt 42 Zimmer, mehrere Küchen und zwei große Säle.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Die bauzeitliche Raumausstattung der Kapelle im Klingertor ist weitestgehend erhalten.
Der häufige Eigentumswechsel und die unterschiedlichen Nutzungen des Gebäudes führten bemerkenswerterweise zu äußeren Veränderungen der baulichen Struktur, so zum Beispiel zum Ladeneinbau im Erdgeschoss.
Im 1. OG hat sich ein originaler Festsaal erhalten. Der Boden ist mit Medaillonseinlage sternförmig gestaltet.
Bestand/Ausstattung:
Lambrien, Dielenböden, Stuckdecken, Hohlkehlen mit Stuckprofil, Bandelwerkdecke, historische Treppe (Ende 19. Jh.), historische Fenster, historische Türen.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Dachform
    • Mansardwalmdach
    • Zeltdach/Pyramidendach/-helm
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Fenster
    • bemerkenswerte Treppen
    • bemerkenswerte Türen
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung
    • besondere Bodenbeläge
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Lambris/Täfer
Konstruktion/Material:
Der Sandsteinbau wird von einem Mansarddach überzogeb, das ein liegender Dachstuhl trägt. Das Dach des Mittelrisalits ist abgewalmt.
Das Tor ist mit einem Pyramidaldach bedeckt.

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