Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Stadtmauer und Wohnhaus

ID: 261221419174  /  Datum: 15.01.2008
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Neugasse
Hausnummer: 9
Postleitzahl: 78462
Stadt-Teilort: Konstanz

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Gemeinde: Konstanz
Wohnplatz: Konstanz
Wohnplatzschlüssel: 8335043012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Haus zum Krottengäßle (78463 Konstanz, Hohenhausgasse 12)
Wohn- und Geschäftshaus (78462 Konstanz, Hussenstraße 26)
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Wohnhaus, Neugasse 11 (78642 Konstanz)
Haus zur Sonne / zum Mathäus am Zollbank (78642 Konstanz, Rheingasse 16)
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Wohnhaus (Hauskomplex), Sankt-Stephans-Platz 31 (78462 Konstanz)
Ehem. Domherrenhof (78462 Konstanz, Theatergasse 1/3)
Rückgebäude zu Haus zur Krone (78462 Konstanz, Tulengasse 2)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Um 1200 wird zunächst die nördliche der beiden Mauerzüge errichtet. Möglicherweise aufgrund statischer Problemen wird die erste Mauer niemals fertiggestellt. Im unmittelbaren baulichen Anschluss wurde bald, möglicherweise auch gleichzeitig, die nördlich gelegene, zweite Mauer errichtet und bis auf ca. 7 m Höhe ausgeführt. In einer dritten Phase wird die 12 m von der Nordmauer entfernte Südmauer errichtet. Archivalischer Quellen legen nahe, dass diese 1281 zumindest im Bereich des Klosters der Augustineremiten fertiggestellt worden war. In einer vierten Bauphase wird die äußere (=südliche) Mauer um 1,60 m erhöht. Die analoge Konstruktionsweise und Sicherung der südlich dieser Mauer gelegenen Vorstadt Stadelhofen im Jahr 1353 legen eine Erhöhung kurz nach dem Bau in der ersten Hälfte des 14. Jhs. nahe. In einer fünften Phase wird der Bereich zwischen den beiden Mauer als Hofraum für Gebäude genutzt, die die nördliche der Stadtmauern als Rückwand nutzen.


1. Bauphase:
(1200)
Um 1200 wird der Bereich der Markterweiterung durch eine Stadtmauer gesichert. Statische Probleme, die sich evtl. schon beim Bau einstellten, führten dazu, dass unmittelbar neben dieser Mauer eine weitere errichtet wird.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1250 - 1300)
In der zweiten Hälfte des 13. Jhs. wird 12 m südlich der älteren eine zweite Ringmauer mit Wehrgang und Zinnenkranz errichtet.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1300 - 1325)
Um 1300 oder Anfang des 14. Jhs. wird die südliche Mauer um 1,60 m erhöht.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1350)
Das Fachwerk datiert um 1350. (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1353)
Mit der Umwehrung der südlichen Vorstadt Stadelhofen um 1353 wird der Zwinger zwischen den Mauern zur Bebauung freigegeben und als Hinterhof der Häuser an der Neugasse genutzt. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1357)
1357 (d) wird das 2002 abgerissene Haus an dieser Stelle errichtet. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

7. Bauphase:
(1865)
Erst nach 1865 wird der Zwinger südlich der Südmauer, d.h. an der Nordseite der Bodanstraße, überbaut.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

8. Bauphase:
(2002)
Abbruch des Gebäudes bis auf die Stadtmauerreste. (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Übersicht von Norden / Stadtmauer und Wohnhaus in 78462 Konstanz (Lohrum)
Abbildungsnachweis
Übersicht von Süden / Stadtmauer und Wohnhaus in 78462 Konstanz (Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische und bauarchäologische Untersuchung der südlichen Stadtmauern
  • Dendrochronologische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Neugasse liegt im südlichen Bereich der Konstanzer Altstadt und wird 1252 (a) angelegt. Bereits zu Beginn des Jahrhunderts, um 1200, wird das Gelände bei der Markterweiterung dem Stadtgebiet zugeschlagen, bleibt zunächst aber wohl - durch Obstgärten genutzt - unbebaut.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Stadtmauer
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Ehemals wohl dreigeschossiger Fachwerkbau mit traufständigem Satteldach. Der ursprüngliche Bestand im Unterbau ist unbekannt. Zwei parallel verlaufende Mauerzüge im Abstand von ca. 12 m. Die Mauerstärke beträgt im unteren Bereich maximal 1,70 m und verjüngt sich nach oben bis auf 0,80 m. Insgesamt war die Mauer einst über 7,00 m hoch.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Umlaufender Wehrgang zunächst auf ca. 5 m Höhe; dieser wurde später verändert.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Entsprechend den Befunden am freien Giebel und im Dach sind mittelalterliche Bauteile im Bereich des verbauten Giebels und in den Deckenlagen zu vermuten.
Das Dachwerk mit Dachfirstständer und straßenseitigen Rofen ist nur noch rudimentär erhalten. Nach der dendrochronologischen Untersuchung datiert es um 1357 (d). Wohl noch älter ist die rückwärtige Massivwand. Sie weist eine Stärke von ca 1,20 m auf und verjüngt sich durch Rücksprünge nach oben. Auf der Mauerkrone sitzt das Dachwerk.
Die Mauer ist nicht auf das Gebälk Nr. 9 beschränkt; sie reicht über die bestehende Lücke zum Nachbarhaus Nr. 11 und bildet auf dessen Gesamtlänge den rückwärtigen Gebäudeabschluss.
Das Gebäude Nr. 11 wurde im Jahr 1350 (d) abgezimmert und besitzt wohl noch das ursprüngliche, bauzeitliche Dachwerk.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
    • Wacken/Kiesel
Konstruktion/Material:
Fundamentbereich aus Wackenmauerwerk, darüber Bruchstein. Wehrgangbodenbretter liegen auf dem Mauerrücksprung und den Bodenbalken auf Auslegergerüsten auf. Die Südmauer ist zweischalig mit Gussmauerwerkskern.

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