Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Schwarzwaldhaus

ID: 150107994114  /  Datum: 19.12.2022
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Pfauenstraße
Hausnummer: 10
Postleitzahl: 79822
Stadt-Teilort: Titisee-Neustadt

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8315113067
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die heutige Dachneigung ist für das gewalmte Dach eines Schwarzwaldhauses zu gering. Tatsächlich ist seine Form das Ergebnis eingreifender Umbauten, deren Auslöser der Ausbau der Straße war, deren Trasse nahe ans Gebäude und auf Höhe der Zwischendecke gelegt wurde, sodass das frühere Erdgeschoss unter das Straßenniveau geriet und fortan das Obergeschoss eben zur Straße lag.


1. Bauphase:
(1598)
Errichtung des Kerngerüsts des Hofes
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Eindachhof
Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • Hochfirstständergerüst

2. Bauphase:
(1830)
Aufgrund der Höherlegung des Straßenniveaus wurde die Dachfläche auf der Nordseite erhöht und mittels einer liegenden Stuhlkonstruktion unterstützt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Eindachhof
Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • abgesprengte Quer- und Längsbünde

3. Bauphase:
(1866)
Anhebung der südlichen Dachfläche, unterstützt mittels eine stehenden Stuhlachse; gleichzeitiger Einbau der Raumfolge entlang der Südseite samt zentraler Treppe und Unterkellerung
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Eindachhof

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Nordwesten auf Straßenniveau / Schwarzwaldhaus in 79822 Titisee-Neustadt, Neustadt im Schwarzwald (Juni 2025 - Stefan King)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochrologisches Gutachten
  • Bauhistorische Analyse
  • Dendrologisches Gutachten

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude steht mit seiner nördlichen Längsseite traufständig an der Hauptdurchgangsstraße Neustadts, unmittelbar östlich eines Bachs und unweit der Stelle, wo die beiden in unterschiedlicher Höhenlage parallel verlaufenden Hauptstraßen zusammentreffen.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Eindachhof
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Auf gedrungen rechteckiger Grundfläche besitzt das Gebäude ab Straßenniveau zwei aufgehende Vollgeschosse nebst einer weiteren Geschossebene und einem Kellergeschoss unterhalb. Aufgrund der starken Hochsetzung des Straßenniveaus, die bewirkt hat, dass das Erdgeschoss heute in ganzer Höhe unterhalb desselben liegt, kam es zu einer Erhöhung des Daches, die das frühere erste Dachgeschoss zum heutigen zweiten Obergeschoss umwandelte. Darüber spannt sich ein Vollwalmdach mit auffallend flacher Neigung an den beiden Längsseiten.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Anfangs waren die Wohnräume an der westlichen, zum Stadtkern hin gerichteten Schmalseite des Gebäudes angeordnet und der Wirtschaftsteil lag auf der abgewandten Ostseite. Die Hauptwohnräume im Erdgeschoss waren schon zur Bauzeit an der westlichen Schmalseite im Obergeschoss aufgereiht. In vorderer Ecklage befand sich eine geräumige Stube, daneben lagen die Küche und in der hinteren Ecke eine Kammer. Die Schaffung eines hohen Küchenraums, wie beim Schwarzwaldhaus üblich, war nur dadurch möglich, ihn in den Dachbereich hinauf auszudehnen. Dafür hat man im ersten Dachgeschoss (heute zweites Obergeschoss) einen geschlossenen Rauchkasten ausgebildet. Stube und Küche waren von einem Querflur erschlossen, der die schmale zweite Querzone einnahm, wogegen die hintere Kammer über die Küche zugänglich war. Die dritte Querzone nahm zwei Kammern ein, zwischen denen ein schmaler Raum in der Breite des Flurs lag. Dieser dürfte als Holzlager gedient haben. Darauf folgten Tenne mit Hocheinfahrt nach Norden sowie das Heulager. Auf beiden Längsseiten ist ein Trippel nachgewiesen.
Das Erdgeschoss besitzt eine geringere Raumhöhe. Aufgrund der Ständerstellung ist die Raumgliederung der des Obergeschosses ähnlich. Die erste Zone bestand ebenfalls aus Stube, Küche und Kammer, wohl eines Altenteils. Die schmale zweite Querzone nahm auch hier einen Querflur auf, in den sich sicherlich eine von Norden hereinführende Hauseingangstür öffnete und von dem eine Geschosstreppe nach oben führte. In den übrigen Zonen waren Stall, Futtergang und ein wohl ein Schof zu finden. Im Untergeschoss ist im nordwestlichen Eckbereich der früheste Kellerraum zu vermuten, der damit deckungsgleich unter der Stube läge und einen Außenzugang besitzt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Das Holzgerüst ist durch zahlreiche Umbauten nur sehr rudimentär erhalten geblieben. Während die Wandfüllungen auf geringe Reste reduziert wurden, blieb die Rofenlage samt Lattung in überraschend großem Umfang bewahrt, da man beide Hauptdachflächen am Stück durch Hochwinden in eine flachere Neigung gebracht hat.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Ständer
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Rofendach
Konstruktion/Material:
Auf einem Schwellenrost hat man das Ständergerüst aufgestellt, bestehend aus zweigeschosshohen Bundständern für die Umfassungswände, einer mittigen Hochfirstständerachse und zwei seitlichen Achsen mit Hochständern. Die Anpassung an die Raumteilung ging mit Modifikationen einher und es kamen weitere Wandachsen hinzu. Im Ergebnis gibt es nur zwei Hochfirstständer in voller Höhe.

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