Hohes Haus (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Pfarrhaus

ID: 139535563418  /  Datum: 07.03.2013
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Am Münster
Hausnummer: 10
Postleitzahl: 88499
Stadt-Teilort: Heiligkreuztal

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Biberach (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8426008004
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die ältesten Bauteile des Gebäudes datieren ins Jahr 1403 (d). Das heutige 1. OG datiert gefügekundlich ins 16. Jh.
Vermutlich im 18.Jh. erhielt das Pfarrhaus sein heutiges Erscheinungsbild.


1. Bauphase:
(1403)
Errichtung des Kernbaus 1403 (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung, Pläne M=1:50 (Betsands- und Baualterspläne)
  • Maßnahmendokumentation Dach
  • Restauratorische Untersuchungen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude begrenzt nach Westen hin eine Gebäudezeile die nördlich der Klosterkirche angelegt ist. In dieser Hausgruppe befinden sich die unter anderem bereits untersuchten Gebäude Amtshaus (1431(d)) und Herrenhaus (1586(d)). An seiner Nord- und Westseite verlaufen in unmittelbarer Nähe Einfriedungsmauern der angrenzenden weitläufigen Garten- und Parkanlagen.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Gebäude steht leicht zurückversetzt giebelständig zur Erschließungsstraße. Es tritt heute äußerlich als ein Massivbau aus dem 18.Jh. in Erscheinung. Untergeschoss und Erdgeschoss besitzen heute massive Außenmauern. Das 1. OG ist als Fachwerkstock ausgebildet, wobei auch hier schon einige Außenwände in Backstein erneuert wurden. Die ältesten Bauteile datieren ins Jahr 1403 (d). Das heutige 1.OG datiert gefügekundlich ins 16.Jh. Vermutlich im 18.Jh. erhielt das Pfarrhaus sein heutiges Erscheinungsbild.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Im Querschnitt lässt sich der Aufbau des Fachwerkgerüstes von 1403(d) deutlich ablesen. Über dem heutigen Erdgeschoss war bereits das Dach aufgeschlagen. Im Rähm sind Blattsassen für Steigbänder eingeschnitten, die zu einem zwei-fach stehenden Stuhl führen.
Die Sparren waren an die Deckenbalken angeblattet. Krüppelwalme können nicht mehr nachgewiesen werden. Es ist aber zu vermuten, dass die Dachform vom Pfarrhaus auch der des Amtshauses (1431(d)) entsprach.
Die Ständer sind im Bereich des Untergeschosses nicht mehr in ihrer gesamten Länge erhalten geblieben. Das ursprüngliche Niveau dürfte aber etwa der heutigen Fußbodenhöhe entsprechen.
Der Kernbau von 1403(d) war ursprünglich zweigeschossig.
Danach erfolgte eine Aufstockung um ein Geschoss. Gefügekundlich lässt sich diese Baumaßnahme ins späte 16.Jh. einordnen. Dabei wurde das alte Dachwerk entfernt. Bei der Aufstockung wurde offenbar das mittelalterliche Abbruchholz nicht wiederverwendet.
Möglicherweise fällt die massive Ausbildung von Unter- und Erdgeschoss in dieselbe Zeit. Die alte Holzkonstruktion genügte vermutlich der erhöhten Last durch die Aufstockung nicht mehr.
Eine zweite größere Umbauphase erlebte das Gebäude etwa im 18. Jh. Aus dieser Zeit stammt auch das heutige Dachwerk und das heutige äußere Erscheinungsbild (Fenster, Erschließung, Nutzung).
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Untergeschoss (ehem. Erdgeschoss)
Die heutige Grundrissgliederung im Untergeschoss bezieht sich auf das ursprüngliche Achsen-Raster des Kernbaus von 1403 (d). Dabei handelt es sich um einen dreizonigen und zweischiffigen Grundriss. Die mittlere Zone bildet die Erschließungszone. Die Räume der beiden angrenzenden äußeren Zonen wurden von hier aus erschlossen.
Alle Wände sind heute massiv ausgebildet. Beim Kernbau von 1403 war dieses Stockwerk als reiner Fachwerkstock ausgeführt worden. Die Befunde für diese Aussage finden sich noch in der inneren nordöstlichen Querachse. Hier handelt es sich um einen Ständergeschossbau, bei dem die Bundständer über beide Geschosse (EG und 1. OG) durchliefen. Somit gab es auch keine Auskragung an den Vollgeschossen.
Das heutige Untergeschoss entspricht dem früheren Erdgeschoss (zur Erbaungszeit). Das heutige Geländeniveau wurde vermutlich mit der Aufstockung des heutigen 1.Obergeschosses aufgeschüttet.
In der südwestlichen und in der mittleren Hauszone liegt das Deckengebälk über dem UG frei. Beim Aufmessen der Balkenabstände, bzw. der Balkenquerschnitte fällt auf, dass die Deckenbalken der südwestlichen Zone nicht mehr über die gesamte Hausbreite durchlaufen. Die heutigen Deckenbalkenlage des nordwestlichen Kellers dokumentieren bereits eine Veränderung. Ebenso läuft das Deckengebälk in der Flurzone auch nicht mehr auf die gesamte Hausbreite durch. Über den beiden Gewölbekellern liegt noch das originale Deckengebälk von 1403.
Am Mittelständer in der nördlichen inneren Querachse befindet sich noch das Zapfenloch für den Nachweis des fehlenden Längsriegels auf dem die Deckenbalken der Flurzone auflagen. Ein neuer Unterzug liegt heute neben dem Mittelständer.
Die Gewölbekeller in der südöstlichen Gebäudezone gehören zeitlich in die Umgestaltung des ehemaligen Fachwerkgeschosses zum heutigen Massivgeschoss. Die beiden eingewölbten Keller sind von der Flurzone aus mit je einer gephasten Rundbogentür erschlossen. Sie besitzen auch noch untereinander eine Verbindung.
Die Türöffnungen der Balkenkeller in der südwestlichen Zone sind ebenfalls gephast, besitzen aber einen horizonzalen Sturz.
Die nordöstliche Giebelwand steht auf einer ca. 2m hohen und 60cm starken Begrenzungsmauer die eine parkähnliche Anlage begrenzt.

Erdgeschoss (ehem. 1. OG)
Das heutige Erdgeschoss entspricht dem früheren 1.Obergeschoss. Der Grundriss ist wie im Untergeschoss zweischiffig und dreizonig gegliedert.
Die mittlere Zone bildet die Flurzone von der aus die Räume der beiden äußeren Zonen erschlossen werden. In der südöstlichen Zone liegt die "Stube". Hier finden sich noch Reste der ursprünglichen Ausstattung der Bohlenstube. Die profilierten Türpfosten der "Stubentür", einige Wandbohlen und die halbe dazugehörige Basis-Wandbohle mit den Ausklinkungen für die Bohlenbalkendecke sind noch erhalten geblieben. Somit lässt sich die Spannrichtung der Bohlenbalkendecke und die Anzahl ihrer Deckenbalken ermitteln.
Auf den Wandbohlen sind Farbbefunde freigelegt worden, die vom Restaurator dokumentiert wurden.
Neben der Stube liegt eine Kammer (vermutlich die Schlafkammer).
Auf Grund der Verrußung kann man davon ausgehen, dass sich die Küche in der Flurzone befand (Flurküche). Von hier aus war die Beheizung der Stube möglich.
In der nordöstlichen Zone lassen sich zwei Kammern nachweisen. Die Trennwand zwischen Kammern und Flurzone besaß keine Verriegelung. Ursprünglich war sie wandhoch mit Lehm-Flechtwerk ausgefüllt. Das Rähmholz weist an seiner Unterseite sowohl Stackungslöcher wie auch eine Nut für eine Bretter-Ständer-Wand auf.
Die Fachwerkaußen- und Innenwände waren ursprünglich in Lehmflechtwerk (Ausnahme: Stube). Am nordwestlichen Traufrähm lässt sich der Wandaufbau zur Erbauungszeit nachweisen.
Der mittige Längsunterzug ist nur noch in den beiden äußeren Zonen erhalten geblieben. In der Flurzone wurde er bei der Aufstockung herausgenommen.
Vom Kernbau selbst sind noch verschiedene Bauteile erhalten geblieben. So konnte über die dendrochronologische Untersuchung nachgewiesen werden, dass die 5 bis 6cm dicken groben Eichbohlen (Fußboden) in der Flurzone der Erbauungszeit zuzurechnen sind. Ihre unregelmäßige Oberfläche lässt den Schluss zu, dass im Bereich der Erschließungszone ein Steinplattenbelag im Mörtelbett gelegen haben muss.
Die Treppenerschließung zum Untergeschoss bzw. Dachstock wird im nordwestlichen Teil der Flurzone angenommen.
Der Bau von 1403(d) wurde überwiegend aus Eichenholz errichtet.
Die Zimmerleute haben aber in der Dachbalkenlage auch einige Pappelhölzer verbaut.

Veränderungen im Pfarrhaus
Im Querschnitt lässt sich der Aufbau des Fachwerkgerüstes von 1403(d) deutlich ablesen. Über dem heutigen Erdgeschoss war bereits das Dach aufgeschlagen. Im Rähm sind Blattsassen für Steigbänder eingeschnitten, die zu einem zwei-fach stehenden Stuhl führen.
Die Sparren waren an die Deckenbalken angeblattet. Krüppelwalme können nicht mehr nachgewiesen werden. Es ist aber zu vermuten, dass die Dachform vom Pfarrhaus auch der des Amtshauses (1431(d)) entsprach.
Die Ständer sind im Bereich des Untergeschosses nicht mehr in ihrer gesamten Länge erhalten geblieben. Das ursprüngliche Niveau dürfte aber etwa der heutigen Fußbodenhöhe entsprechen.
Der Kernbau von 1403(d) war ursprünglich zweigeschossig.
Danach erfolgte eine Aufstockung um ein Geschoss. Gefügekundlich lässt sich diese Baumaßnahme ins späte 16. Jh. einordnen. Dabei wurde das alte Dachwerk entfernt. Bei der Aufstockung wurde offenbar das mittelalterliche Abbruchholz nicht wiederverwendet.
Möglicherweise fällt die massive Ausbildung von Unter- und Erdgeschoss in dieselbe Zeit. Die alte Holzkonstruktion genügte vermutlich der erhöhten Last durch die Aufstockung nicht mehr.
Eine zweite größere Umbauphase erlebte das Gebäude etwa im 18. Jh. Aus dieser Zeit stammt auch das heutige Dachwerk und das heutige äußere Erscheinungsbild (Fenster, Erschließung, Nutzung).

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