Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Stadtmauerrest, Schwanengasse 26

ID: 134154227412  /  Datum: 03.03.2019
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Schwanengasse
Hausnummer: 26
Postleitzahl: 89584
Stadt-Teilort: Ehingen
Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Alb-Donau-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Ehingen (Donau)
Wohnplatz: Ehingen (Donau)
Wohnplatzschlüssel: 8425033012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Stadtmauerreste

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Mauerreste gehören zur mittelalterlichen ehemaligen Stadtbefestigung.


1. Bauphase:
(1200 - 1400)
Errichtung der mittelalterlichen Stadtmauer (gk)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Stadtbefestigung, allgemein
    • Stadtmauer
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein

2. Bauphase:
(1400 - 1700)
Errichtung der Wehrgangbrüstungsmauer
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Stadtbefestigung, allgemein
    • Stadtmauer
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein

3. Bauphase:
(1800 - 1900)
kleinere Umbauten (Durchbrüche und Reparaturen)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Stadtmauerabschnitt Schwanengasse 26, Ansicht von Süden (Lindenstraße 38) / Stadtmauerrest, Schwanengasse 26 in 89584 Ehingen, Ehingen (Donau) (15.02.2019 - Christin Aghegian-Rampf)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Der Stadtmauerrest verläuft südlich des Gebäudes Schwanengasse 26 bzw. nördlich der Luisenstraße 38.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Stadtmauer
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Langgezogener, mehrfach abgewinkelter Mauerzug der südseitigen Stadtmauerung.

Etwa 1,6 m starkes, gut 4 m hoch aufgehendes Bruchsteinmauerwerk, im mittleren Abschnitt mit aufgesetzter Giebelscheibe der Abschlussbebauung, in der sich Reste der Wehrgangsbrüstungsmauer erhalten haben.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Etwa 1,6 m starkes, gut 4 m hoch aufgehendes Bruchsteinmauerwerk, im mittleren Abschnitt mit aufgesetzter Giebelscheibe der Abschlussbebauung, in der sich Reste der Wehrgangsbrüstungsmauer erhalten haben.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
Konstruktion/Material:
Westlicher Mauerabschnitt
Der etwa 12 m lange westliche Mauerflügel zeigt ein mittelformatiges Kalkbruchsteinmauerwerk, das in der Regel noch bis knapp über 4 m Höhe aufgeht. Hierbei handelt es sich durchweg um Reste der mittelalterlichen Stadtmauer. Nordseitig stößt an den Mauerzug über einen Großteil der Länge ein Rückgebäude der Parzelle Schwanenstraße 26 an, dessen Gespärre über eine Pfette auf die Krone des Mauerzuges aufgesetzt ist.
Im kurzen Mauerabschnitt westlich des Gebäudes besitzt die Mauer nur noch eine Höhe von etwa 2,30 m (Südseite) bzw. 3,10 m (Nordseite). An der Südseite ist sie unverputzt, während an der Nordseite der untere Mauerteil bis etwa 1,1 m Höhe mit Beton ausgeflickt ist. Das darüber befindliche Bruchsteinmauerwerk ist auch an der Nordseite weitgehend unverputzt. Den oberen Abschluss bildet eine nach Süden geneigte, moderne Ziegelabdeckung.
Am Anschluss an die Südwestecke des Rückgebäudes Schwanengasse 26 springt von der Stadtmauer aus nach Norden hin ein kurzer Mauerstummel vor. Er gehört zu einem etwa 60 cm starken, 1,6 m langen Mauerpfeiler, der stumpf gegen die Stadtmauer gesetzt ist. Auch er ist in Bruchstein gemauert. Seine westseitige Mauerschale ist ausgebrochen, sodass gegen Westen sein Kernmauerwerk zutage tritt. Entlang der Ostseite des Mauersturmmmels ist die in Backstein gemauerte Westwand des Rückgebäudes Schwanengasse 26 auf den Mauerstummel aufgesetzt.
Ein kurzes Stück östlich der Südwestecke des Rückgebäudes Schwanengasse 26 zeigt die Mauer einen deutlichen Knick. Dieser ist im Mauerwerk nicht besonders abgemauert, sondern der Mauerverband läuft hier bündig und ohne besondere Eckbetonung über den Knickbereichen weg.
Im Bereich des Rückgebäudes Schwanengasse 26 ist die Mauer im westlichen Teil an der Nordseite stark ausgebrochen. Im nördlichen Abschnitt hingegen läuft sie mit ursprünglicher Stärke durch. Etwa mittig befindet sich hier eine nachträglich in das Mauerwerk eingebrochene Türöffnung. Deren östliche Laibung ist deutlich als kleinteilig abgemauerter Ausbruch im Bruchsteinmauerwerk der Stadtmauer zu erkennen, während die südliche Laibung im Zusammenhang mit der Anlegung des Durchbruchs vollständig neu aufgemauert wurde. Allem Anschein nach handelt es sich um eine Öffnung des 19. Jahrhunderts. Nach Süden hin zeigt sie einen hölzernen Blockrahmen mit außenliegendem, umlaufendem Falz und einer Brettertür mit unterschiedlich langen Langbändern auf Kloben. Östlich der Türöffnung befinden sich auf etwa 3,5 m Höhe 2 rundliche mutmaßliche Rüstlöcher, in denen heute 2 jüngere Rundhölzer stecken. Hierbei handelt es sich um die einzigen Rüstlöcher, die im Mauerverlauf zu erkennen sind.
An der Südseite des Mauerstückes ist die Mauer westlich des Türdurchbruchs im unteren Teil unverputzt. Darüber befindet sich ein Streifen, der mit einem Kalkputz des 19. Jahrhunderts überzogen ist, während sich im oberen Mauerteil noch großflächig ein älterer Kalkputz erhalten hat. Östlich der Türöffnung treffen wir nahe der Tür im unteren Mauerteil ebenfalls auf den jüngeren Kalkputz des 19. Jahrhunderts, während sich oberhalb und ostwärts noch großflächig ein älterer Kalkputz erhalten hat. Die Nordseite der Mauer ist im Erdgeschossbereich des Nebengebäudes mit jüngeren Putzen überdeckt. Der Obergeschossbereich des Nebengebäudes ist nicht zugänglich.

Mittlerer Mauerabschnitt
Der etwa 8 m lange mittlere Abschnitt des Stadtmauerzuges steht mit dem westlichen Mauerabschnitt in einer Flucht und im Verband. Auch hier treffen wir im unteren Teil auf ein etwa 1,6 m starkes Mittelformatsbruchsteinmauerwerk, das zum Bestand der mittelalterlichen Stadtmauer gehört und noch bis 3,7 m hoch aufgeht. Dieses Mauerstück ist im unteren Teil leicht nach außen geneigt. Die Südseite wird geschlossen flächig von einem älteren Kalkputz überdeckt, auf dem stellenweise noch Reste eines jüngeren Kalkputzes aus dem 19. Jahrhundert aufliegen. Die Nordseite ist im größeren westlichen Teil ebenfalls geschlossen flächig mit einem älteren Kalkputz überzogen, während sie im kleineren östlichen Teil unverputzt steht.
Auf diesen Mauerzug sitzt innerhalb der Giebelscheibe der einstigen Scheune Schwanengasse 26 noch der Rest einer zur Stadtmauer gehörenden einstigen Wehrgangsbrüstungsmauer. Es handelt sich hierbei um eine etwa 55 cm starke Bruchsteinmauerscheibe, die bündig auf der südseitigen Außenflucht des Mauerunterbaus aufsetzt, sodass an der Nordseite ein etwa 1 m breiter Mauerabsatz als einstiger Wehrgang ausgebildet ist. 2 Balkenlöcher von etwa 25 x 25 cm am Fuß der Brüstungsmauer machen einstige hölzerne Kragbalken wahrscheinlich, die einer Verbreiterung des Wehrganges nach Norden hin gedient haben werden. Die Wehrgangsbrüstungsmauer endet nach Westen und Osten hin mit schrägen Mauerabbrüchen in der Flucht der Dachlinie der dahinterliegenden Scheune, die oberseitig nur dünn übermauert sind. Das einstige obere Ende der Brüstungsmauer ist an der Außenseite in etwa 1,9 m Höhe über dem Wehrgangabsatz in einem überputzten Mauerrücksprung sichtbar. Die darüberliegenden Mauerteile aus kleinteiligem Bruchsteinmauerwerk scheinen im Zuge der Umformung zur Giebelscheibe der Scheune Schwanenstraße 26 aufgesetzt worden sein. In ihnen ist noch der Abdruck eines Schwellbalkens der einstigen höher gelegenen Giebelscheibe erhalten.
In der einstigen Wehrgangsbrüstungsmauer haben sich noch 2 Scharten erhalten. Bei der westlichen Scharte handelt es sich um eine schmale Schlitzscharte, die als sich nach Süden verengende Nische in das Mauerwerk eingeschnitten ist. Die Schlitzbreite an der Südseite beträgt nur etwa 8 cm, während die Nischenbreite an der Nordseite bei 60 cm liegt. Oben ist die Nische mit breiten Steinplatten flach überdeckt. Die südseitigen Gewändesteine sind bis auf die oberste Steinschicht ausgebrochen. Die östliche Scharte zeigt als ältesten Bestand eine senkrecht in das Mauerwerk eingeschnittene, nach oben offene Nische mit im Bruchsteinmauerwerk gemauerten Kanten. Wie ursprünglich die äußere Schartenöffnung ausgebildet war, ist nicht zu erkennen. Nachträglich erst wurde in die ursprüngliche Öffnung die heutige kleine Scharte eingestellt. Sie besitzt gegen Norden und Süden kleine stichprobengewölbte und in Backstein ausgekleidete Nischen. Etwa mittig sind in das Mauerwerk 2 horizontal verlaufende Eichenbalken eingelassen, aus denen eine etwa 12 x 18 cm große, rechteckige Schartenöffnung ausgeschnitten ist. Südseitig befindet sich unterhalb der Schartenöffnung im Holz ein 6 cm breiter, etwa 2 cm tiefer Ausschnitt, der vielleicht der Aufnahme bzw. dem Einlegen einer Hakenbüchsenhalterung gedient haben konnte. Der obere Teil der ursprünglichen Nischenöffnung ist an der Nordseite komplett mit Backsteinen vermauert.
Die Wehrgangsbrüstungsmauer ist an der Südseite im unteren Teil mit einem älteren Kalkputz geschlossen flächig überzogen. Dieser ältere Kalkputz läuft auch in die Nische der östlichen Schießscharte hinein. Im oberen Wandteil liegt über dem älteren Kalkputz ein jüngerer Kalkputz des 19. Jahrhunderts. An der Nordseite hingegen zeigen sich lediglich Reste des älteren Kalkputzes, doch ist die Mauer hier inzwischen weitgehend unverputzt.
Die Wehrgangsbrüstungsmauer ist im Gegensatz zu dem leicht nach Süden geneigten Mauerunterzug leicht nach Norden hin geneigt, sodass sich auf der Außenseite auf der Höhe der Wehrgangabsatzes ein deutliches Abknicken der Mauer zu erkennen gibt. Die unterschiedlichen Neigungsverhältnisse machen es wahrscheinlich, dass die Wehrgangbrüstungsmauer nicht mit dem Mauerunterbau gleichzeitig ist, sondern erst in einem späteren Zeitpunkt (aber sicherlich anstelle einer älteren Brüstungsmauer) auf den Mauerunterbau aufgesetzt wurde. Aus den Balken der östlichen Scharte, die teilweise noch blind und Waldkante aufweisen, würden sich möglicherweise Bohrproben zur jahregenauen Datierung der jüngeren Schartenausbildung entnehmen lassen.

Östlicher Mauerabschnitt
Der östliche Mauerflügel erstreckt sich über 11 m Länge nach Osten bis hin zur Schwanengasse. Er besteht wiederum aus mittelformatigem Bruchsteinmauerwerk und geht noch bis etwa 3,7 m Höhe auf. Die Mauerstärke schwankt im Bereich der Mauerkrone zwischen 1,5 und 1,8 m. Das Mauerwerk gehört bis auf das östliche Mauerende zum Bestand der historischen Stadtmauer. Gegen Osten bricht es kurz vor der Schwanengasse in einer unregelmäßigen, schrägen Abbruchkante ab. Diese Abbruchkante ist wohl im 19. Jahrhundert schon teilweise in Tuffstein abgemauert worden, im wesentlich jedoch erst im 20. Jahrhundert durch lose aufgeschichtete Markt- und Rinnsteine aus Beton.
Ein Stück östlich des Überganges zum mittleren Mauerabschnitt befindet sich im Mauerzug ein leichter, aber deutlicher Knick. Der Mauerverband läuft hier ohne Betonung über die Kniestelle hinweg.
Die Krone des östlichen Mauerflügels ist mit einer leicht nach Süden abgeschreckten Betonabdeckung versehen. Nord- und Südseite sind weitgehend unverputzt.

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