Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Burgruine Alter Turm

ID: 128280825516  /  Datum: 23.02.2016
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: keine
Postleitzahl: 78253
Stadt-Teilort: Aach

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8335001001
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 47,8485° nördliche Breite, 8,8589° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Durch die Auswertung eines Holzkohlefundes im Mauerwerk lässt sich die Erbauung der Anlage grob in die Jahre 1010 bis 1040 datieren.
Die Burg "Alter Turm" von Aach war eine sehr kleine kompakte Burganlage. Über ihre Erbauer ist wenig bekannt. Wahrscheinlich ist sie bald nach dem Erlöschen des Adelsgeschlecht der Herren von Aach wieder abgegangen. Weder schriftliche Quellen noch der erhaltene Baubestand, an dem keine Anbauten oder Umbauten festgestellt werden können, deuten auf eine längere Nutzung hin.
Auch die wenigen Lesefunde, und da kein Dachziegelbruch gefunden wurde, unterstützen die Annahme, dass diese Anlage um 1200 wieder abgegangen ist. Ob besitzrechtliche Gründe ausschlaggebend waren, als Konkurrenz der dicht daneben liegenden neu gegründeten Stadt Aach, oder der fortifikatorisch recht ungünstige Burghügel, muss noch offen bleiben.
Auch ob die teilweise Brandrötung des Mauerwerks mit einer gewaltsamen Zerstörung zusammenhängt ist unklar.
Das trotz des frühen Abgangs noch soviel Bausubstanz vorhanden ist, könnte für eine spätere landwirtschatliche Nutzung sprechen.


1. Bauphase:
(1010 - 1040)
Durch die Auswertung eines Holzkohlefundes im Mauerwerk lässt sich die Erbauung der Anlage grob in die Jahre 1010 bis 1040 datieren.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Burg, allgemein

2. Bauphase:
(1200)
Wahrscheinlicher Abgang um 1200. Weder schriftliche Quellen, noch der erhaltene Baubestand, an dem keine Anbauten oder Umbauten festgestellt werden können, deuten auf eine längere Nutzung hin.
Auch die wenigen Lesefunde, und da kein Dachziegelbruch gefunden wurde, unterstützen die Annahme, dass diese Anlage um 1200 wieder abgegangen ist.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)
Abbildungsnachweis
Aach, Alter Turm / Burgruine Alter Turm in 78253 Aach (Bildarchiv, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Freiburg)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Schadensanalyse und Sanierungskonzept

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Burg liegt etwa 650m nordöstlich der Stadt Aach am Rand des Eigeltinger Tals, etwa 65m über dem Aachtopf. Sie befindet sich, wie auch die Stadt Aach, auf einem Umlaufberg, die in der letzten Eiszeit durch das Abfliesen des Gletscherwassers entstanden sind. Zum höher liegenden Dornsberg ist der Burghügel nur durch ein sanftes Trockental abgetrennt. Der Südosthang ist recht steil und bietet dadurch einen natürlichen Schutz. Gegen die anderen Seiten läuft der Burghügel flach aus und musste durch einen 12 bis 15m breiten und etwa 3m tiefen Sohlgraben geschützt werden. An manchen Stellen ist noch der anstehende Kalkstein zu sehen, der auch als Baumaterial benutzt wurde.
Im Nord-Osten dieses Grabens beginnt in ca. 2m Entfernung ein flacher Schuttwall, der im rechten Winkel zur Burg etwa 30m hangabwärts verläuft. Es ist daher nicht auszuschließen, dass außerhalb des eigentlichen Burgbereiches noch weitere Gebäude standen.
Die Hangkante des Burghügels zum Eigeltinger Tal hin ist durch einen Steinbruch gestört, der bis auf fünf Meter an den Graben heran reicht. Ob dieser schon zur Burgzeit genutzt wurde, muss offen bleiben.
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
  • Einzellage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Burg, allgemein
    • Turm
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
keine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Grundfläche der Burg beträgt ca. 32 x 32m. Dem Rand der Burgfläche folgend, finden sich kleine Schuttwälle, die von der Ringmauer stammen. Der Torbereich ist vermutlich an der steilen Süd-Westecke zu suchen. Innerhalb dieses Rings stand isoliert der Wohnturm mit 9 x 15m Außenmaßen. Der Grundriß ist polygonal. Die West-, sowie Teile der Nord- und Südwand sind bis auf eine Höhe von ca. 6,80m erhalten. In der Südwand befindet sich ein Hocheingang.
Sicher nachweisbar ist ein vollständig erhaltenes Kellergeschoß, ein Obergeschoß mit Hocheingang und ein weiteres Obergeschoß, wobei bei einem Mauerübersprung von 30cm pro Geschoß noch ein weiteres Obergeschoß denkbar wäre.
Das Kellergeschoß wurde durch ein Schlitzfenster etwas erhellt und belüftet. Es befindet sich auf der Westseite und ist heute fast gänzlich verschüttet.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Auf der äußeren Westwand, in 4-5m Höhe, sind weiße Farbreste vorhanden. Diese stammen allerdings aus der 1. Hälfte des 20. Jh., wo diese Fassade als Reklamewand benutzt wurde.
Über Treppen, Kamine, Wasserversorgung und Abtritt kann nicht viel gesagt werden, weil diese Details fehlen. Die Treppen waren vermutlich Blocktreppen. Geheizt wurde vermutlich mit einem offenen Kamin oder Kachelofen, es fehlt jeder Hinweis auf einen Rauchabzug.
Die Wasserversorgung erfolgte mit ziemlicher Sicherheit über eine Zisterne.
Der Abtritt erfolgte der Zeit entsprechend über einen Aborterker. Der Hocheingang lag ursprünglich in etwa 4m Höhe. Der heutige Zustand irritiert, da sich dort heute eine 3m mächtige Schuttschicht befindet. Da die Leibung bzw. die etwaigen Gewändesteine, sowie die Kreissegmente (Bogenfeld) fehlen, sowie die Schwelle und das darunter liegende Mauerwerk herausgebrochen wurde, erscheint der Eingang heute wie ein kleines Scheunentor. Im Originalzustand dürfte der Durchlass nicht breiter als 80cm und nicht höher als 180cm gewesen sein. Außen waren ein Halbkreissegment und ein Kreissegment hintereinander eingemauert, noch erkennbar an den Mörtelresten im Bogen. Das kleinere, innen liegende Segment reichte tiefer herunter. Die Segmente waren vermutlich aus Sandstein oder Kalktuff und sorgfältig verarbeitet. Das ganze sah aus wie ein Tympanon einer romanischen Kirche. Während des Baus wurde einfach gegen die vorher auf die Auflager gelegten Segmente gemauert, heute noch am sogenannten falschen Bogen zu erkennen. Innen, wo keine Segmente waren, befindet sich ein echter Mauerwerksbogen, der allerdings nicht sehr sorgfältig ausgeführt wurde. Diese behauenen Steine waren wertvolles Baumaterial und fielen später dem Steinraub zum Opfer, d.h. sie wurden beim Abbruch ausgebaut und fanden bei einem Neubau wieder Verwendung. Der Hocheingang war über eine Holztreppe und ein Holzpodest erreichbar. Die Balkenlöcher des Podestes sind noch erhalten und passen mit der ersten Geschoßdecke überein. Zum verschließen der Tür diente ein Holzbalken der von innen in Riegellöcher geschoben wurde. Diese Riegellöcher sind noch links und rechts in der Türlaibung erhalten. Auch der Balkenkanal oben im Gewölbe ist noch erkennbar. Er gehört zur hölzernen Türkonstruktion, die die Türangel aufnahm.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
Konstruktion/Material:
Das Mauerwerk des Turmes ist in Zweischalen- Mauertechnik ausgeführt, wobei die Außen- und Innenschale aus lageweise verlegten, sorgfältig behauenen Kalksteinquadern besteht. Das Füllmauerwerk ist in Opus Spicatum Technik ausgeführt. Baumaterial ist der anstehende Gebankte Kalk und wurde zum Teil beim ausschlagen des Burggrabens gewonnen. Die vermauerten Steine haben ein Format von (h/b) 10/34, 12/45, 19/30, 6/29 usw., so wie es der anstehende Fels zuließ. Das Gestein ist nicht besonders frostsicher, umso erstaunlicher der relative gute Erhaltungszustand der alten Anlage.
Der Mauerverband läuft an den Ecken durch, das heißt es gibt keine besonders ausgebildeten Eckquader.
Ob der Bau verputzt war, lässt sich heute nicht mehr sagen.
Die Geschossdecken waren durchweg Holzbalkendecken, wobei die Auflagerkanten von Stock zu Stock um 90° wechselten, dies aus Gründen der Statik. Die Geschoßhöhe im 1. OG lag bei etwa 3,8m, was an den Deckenrücksprüngen gut erkennbar ist und dürfte für das 2. OG ähnlich gewesen sein.
Ein interessantes konstruktives Detail sind die Balkenkanäle. Dort waren frisch geschlagene Holzbalken eingemauert. Auf jeder Geschösshöhe dienten sie als Ringanker, um etwaige Zugkräfte aufzunehmen. Ihre Stärke nahm von Geschoß zu Geschoß ab. In halber Geschoßhöhe wurden noch etwas schwächere Balken eingemauert, diese sollten zusätzlich den Bau während der Bauphase festigen (Lange Abbindezeit des Kalkmörtels). Die Gerüstlöcher sind nicht nur außen zu erkennen, sondern auch innen.

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