Bandhaus (Schloß Presteneck)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Altes Rathaus

ID: 124450329712  /  Datum: 25.02.2016
Datenbestand: Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Stadtstraße
Hausnummer: 38
Postleitzahl: 78253
Stadt-Teilort: Aach

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8335001001
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das ehemals alte Rathaus, aufgrund seiner Architektur und einer inschriftlichen Jahreszahl wohl ein Renaissancebau um das Jahr 1560 (i), ist in seinen Umfassungsmauern ein Massivbau in zweigeschossiger Bauweise.
Das Gebäude wurde mehrfach vergrößert sowie der jeweiligen Nutzung entsprechend umgebaut. Dies könnte bedeuten, dass unter Umständen der Kern des Gebäudes älter ist als die derzeitigen Schätzungen vermuten lassen.
Grabungen an der Ostseite im Fundamentbereich wurden in ca. 1,50 m Tiefe abgebrochen, da sich der Beginn des Fundamentes immer noch nicht zeigte.
Da zur Ostseite ein ehemals vorhandener Gebäudeteil abgebrochen wurde und sich unter diesem ein Kellergewölbe befand, wurde der Bauschutt des abgebrochenen Gebäudes zur Auf- und Anfüllung verwendet. Dies bedeutet wiederum, dass vom aufgefüllten Niveau bis zur Fundamentsohle mindestens 2,50 m Tiefe vorhanden sind.
Eine Probebohrung an der Nordseite hat eine Fundamenttiefe von 0,80 m ergeben.
Da das Gebäude von Süden nach Norden ansteigt, ergeben sich bereits aus den unterschiedlichen Fundamenttiefen die zeitlich versetzten Bauabschnitte. Der heute noch bestehende Gebäudeteil ist nicht unterkellert.

Seit dem späten 18. Jahrhundert bis zu Beginn der 1930er Jahre diente das Gebäude als Schule mit Lehrerwohnung. 1933-37 diente das Gebäude als Jugendherberge, von 1945 bis in die 1960er/ 70er Jahre für Wohnungen. 2000 wurde es umfangreich saniert.


1. Bauphase:
(1560)
Das Gebäude wurde um 1560 (i) erbaut (Jahreszahl an einem Deckenbalken im EG).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus

2. Bauphase:
(1790 - 1933)
Nutzung als Schule (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Schule, Kindergarten

3. Bauphase:
(1933 - 1937)
Nutzung als Jugenherberge (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Jugendherberge

4. Bauphase:
(1945 - 1969)
Als Wohnraum genutzt (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

5. Bauphase:
(2000)
Umfangreiche Sanierung
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Altes Rathaus und Nebengebäude / Altes Rathaus in 78253 Aach (1960 - Bildindex Foto Marburg, LAD Baden-Württemberg, Außenstelle Freiburg )
Abbildungsnachweis
Altes Rathaus in 78253 Aach (1960 - Bildindex Foto Marburg, LAD Baden-Württemberg, Außenstelle Freiburg )

Zugeordnete Dokumentationen

  • Sanierungsgutachten
  • Restauratorische Untersuchungen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Giebelständig zur Stadtstraße ausgerichtet.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Alte Rathaus ist in seinen Umfassungsmauern ein Massivbau in zweigeschossiger Bauweise. Heute zeigt sich das Gebäude als dreigeschossiger Massivbau mit zugehörigem Satteldach und Staffelgiebel.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Grundrissfläche des Gebäudes ist rechteckig ausgeführt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Die Fensternischen entsprechen nicht mehr dem ursprünglichen Zustand, sondern wurden teils vergrößert, teils nachträglich ausgebrochen und dem jeweiligen technischen Stand und Sichtbedürfnis entsprechend vergrößert und angepasst.
Dabei wurde eine teilweise, bereits kritische Schwächung des Mauerwerkes in den Nischen in Kauf genommen.
Zur Ostseite wurden im jüngeren Nordteil des Gebäudes Fenster wieder zugemauert.
Die Außenwände sind im Fassadenbereich mit einem Kalk-Zement-Verputz beschichtet, der nicht älter als 10 Jahre sein dürfte und in einem recht guten Zustand ist. Allerdings ist er für das Mauerwerk etwas zu hart.
Im Innenbereich ist das Erdgeschoss praktisch unverputzt, mit Ausnahme der Südwand und Teile der Ost- und Westwand bis zur Höhe der nach oben führenden Treppe.
Dieser Bereich war in der zuletzt genutzten Epoche des Gebäudes der untere Treppenhausbereich, da der Eingang an der Südseite lag, die Eingangstreppe von der Straße her aber abgebrochen wurde.
Der Fußboden im Erdgeschoss ist lediglich im Südteil (Treppenhausbereich) betoniert. Im übrigen Bereich war lediglich das Erdreich etwas verfestigt.

Schäden finden sich beim Verputz im Sockelbereich der Ostwand, wo sich stellenweise bis in ca. 2,30 m Höhe sehr starke Fleckenbildungen und bis in ca. 1,00 m Höhe teilweise Putzzerstörungen zeigen. Ursachen hierfür sind zum einen kapillar aufsteigende Feuchte durch versickerndes Oberflächenwasser, begünstigt durch die kapillare Leitfähigkeit der vermauerten Materialien. Zum anderen befand sich im Bereich der oberen Hälfte der Ostwand in früherer Zeit ein WC-Anbau, welcher zu einer Anreicherung des Mauerwerkes mit Salzen führte, die wiederum durch ihre Hygroskopietät die Feuchte aus der Luft anzogen und dadurch die Feuchtfleckenbildung im Putz bewirkten. Wiederum entsteht durch die Anreicherung des Putzes sowie der Mauerwerksoberfläche mit Salzkristallen ein sogenannter Kristallsiationsdruck, der zur Zerstörung des Putzes maßgeblich beiträgt.
Weiterhin kommt als den Schadensverlauf noch besonders begünstigend hinzu, dass ausgerechnet an dieser Stelle der Verputz einen zu hohen Zementanteil hat, dadurch zu dicht ist und somit ein problemloses Ausdiffundieren der Kapillarfeuchte verhindert. Zusätzlich hat die Härte des Putzes die teilweise starke Rissbildung begünstigt, da der Verputz härter als der im Mauerwerk verwendete Mörtel ist.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Backstein
    • Bruchstein
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bohlen
  • Decken
    • Bohlendecke (Bohlenboden)
  • Dachform
    • Satteldach
  • Gestaltungselemente
    • Staffelgiebel
Konstruktion/Material:
Die umfassenden Gebäudemauern sind in Bruchstein massiv ausgeführt. Zum Teil wurden Backsteine im Ganzen sowie auch Bruchstücke mit vermauert. Als Mörtel wurde der damals übliche Kalkmörtel verwendet. Der Zustand des Mörtels ist noch auffällig gut und entspricht in seiner Qualität einem heutigen Kalkmörtel der Mörtelgruppe II der unteren Festigkeitsgrenze.
Ebenso auffällig sind die schmalen Fugen, die einen qualifizierten, sehr sorgfältig arbeitenden Maurer vorausgesetzt haben.
Die Dicke der Mauern bewegt sich im Erdgeschoss zwischen ca. 0,95 m im ältesten Teil (Südseite) und ca. 0,75 m im neueren Teil (Nordseite).
Die gleichen Dicken sind im 1. Obergeschoss beibehalten und verjüngen sich im 2. Obergeschoss auf Dicken zwischen 0,40 m und 0,55 m.
Die Erdgeschossdecke wird durch Eichenbohlen von 6 cm Stärke und 20 cm Breite, die von Ost nach West und in der Mittelachse von Süd nach Nord verlaufen, durch einen Unterzugsbalken (b/h 20/20cm) unterstützt, gebildet. Dieser wiederum wird von 4 Säulen getragen.
Alle tragenden Holzteile sind aus Eichenholz gefertigt.
Die Zwischenwände der Bohlen wurden mit Brettern überbrückt. Die Decken wurden als Sichtholzdecken belassen. Als Füllung wurde, wie früher allgemein üblich, ein Lehm-Stroh-Gemisch verwendet.
Den Fußboden bildet ein zum Teil doppelt verlegter Dielenboden aus teils sehr breiten Dielen.
Die Decke vom erst zum zweiten Geschoss ist ebenfalls eine Holzbalkendecke, die allerdings verputzt ist.
25 mm breite Latten dienen, in 20 mm Abstand aufgenagelt, als Putzträger für einen im Schnitt 15 mm dicken mit Rehhaaren(?) armierten Kalkputz. Dieser wiederum war mit Kalkfarbe gestrichen.
Die Wände sind ebenfalls mit Kalkputz, der allerdings nicht armiert wurde, geputzt und ebenfalls mit Kalkfarbe gestrichen. Während der letzten Nutzungsperiode wurden die Wände tapeziert.
Die Decken und Wände vom 2. Obergeschoss sind in der Beschichtung und Ausbildung Duplikate zum 1. Obergeschoss, mit Ausnahme des Flures und des Nordzimmers, die jeweils eine holzverkleidete Decke haben.
In allen Geschossdecken setzt sich der in der Mitte liegende Unterzugsbalken der Erdgeschossdecke als tragendes Element fort, wird allerdings nicht mehr von Säulen, sondern von Ständern, jeweils im Fachwerk integriert, getragen.
Der Zugang zum Dachboden befindet sich im Nordzimmer im 2. Obergeschoss und wird durch eine Falltür verschlossen.

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