Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Klosterkeller

ID: 121986666712  /  Datum: 23.01.2023
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Klosterstraße
Hausnummer: 9
Postleitzahl: 77723
Stadt-Teilort: Gengenbach

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Ortenaukreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8317034010
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,4040° nördliche Breite, 8,0160° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Gebäude wurde in drei Abschnitten errichtet. Zu Beginn errichtete man den vorderen Querbau 1690/1691 (i). Darauf folgte der rückwärtige Längsbau (wohl im 18. Jahrhundert) und kurze Zeit später der seitliche Längsbau.
Alle drei Bauabschnitte beinhalten jeweils einen ausgedehnten Kellerraum, die alle drei vermutlich der Weinlagerung dienten. Der östliche Vorbau spannt sich zum Schutz über den außenliegenden Kellerabgang und früher führten auf beiden Seiten Freitreppen auf die Obergeschossebene hinauf.
Im späten 19. Jahrhundert wurde das Gebäude zum Zwecke einer Schulnutzung umgebaut. Die beiden Obergeschosse im vorderen Querbau wurden zu einem hohen Saal zusammengefasst, der hintere Gebäudeteil in Schulräume unterteilt und die Fassaden verändert.
Seit 1981 sind Teile der Stadtverwaltung sowie der Sitzungsaal im Gebäude untergebracht.


1. Bauphase:
(1690)
Bau des vorderen Querbaus vermutlich nach der Brandschatzung von 1689, womöglich an ein wiederaufgebautes, deutlich älteres Gebäude im Westen.
Errichtung des Gebäudeteils um 1690/1691 (i, Kopie eines Wappensteins mit dem Wappen des Abtes Placidus Thalmann, Abt von 1680-1696).
Der vordere Querbau besaß einstmals zwei Obergeschosse, Die westliche Umfassungswand des vorderen Querbaus stammt aufgrund ihrer Mauerwerksbeschaffenheit wohl von einem Vorgängerbau. Es könnte sich dabei um die Ostwand einer älteren Bebauung an der Stelle des rückwärtigen Längsbaus gehandelt haben, die man nach dem Stadtbrand (1689) zunächst wiederaufgebaut und ihr zugleich den Querbau vorgesetzt hatte, um sie dann einige Zeit später durch den Längsbau mit dem großzügigen Kellerraum zu ersetzten.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kloster, allgemein

2. Bauphase:
(1725 - 1799)
Errichtung des rückwärtigen eingeschossigen Längsbaus im fortgeschrittenen 18. Jahrhundert
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt

3. Bauphase:
(1750 - 1799)
Anbau des seitlichen Längsbaus kurz nach der Errichtung des rückwärtigen Längsbaus. Obergeschosse und Dachräume wurden als Fruchtschütten genutzt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt

4. Bauphase:
(1892 - 1893)
In den Jahren 1892/93 fand in Verbindung mit dem Neubau der angrenzenden Schule ein Umbau auf Obergeschossebene statt, der im vorderen Querbau die beiden Obergeschosse zu einem hohen Saal zusammenfasste, im hinteren Teil Schulräume unterbrachte und die Fassadenansicht stark veränderte.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Bildung, Kunst und Wissenschaft
    • Schule, Kindergarten

5. Bauphase:
(1981)
Einrichtung des Sitzungssaales im Obergeschoss des vorderen Querbaus, Einrichtung des Stadtbauamtes im rückwärtigen Längsbau.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzanalyse
  • Auswertung von Bild- und Schriftquellen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Der Klosterkeller befindet sich am westlichen Rand des ehemaligen Klosterareals unmittelbar an der Klostermauer, hinter der der städtische Bereich beginnt.
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Wirtschaftsbauten
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Gebäude setzt sich aus drei Baukörpern zusammen: Im Osten steht der ‚vordere Querbau‘ mit der Hauptfassade, an den der ‚rückwärtige Längsbau‘ anschließt, sodass beide zusammen einen T-förmigen Grundriss bilden. Südlich parallel neben dem rückwärtigen Längsbau erstreckt sich der ‚seitliche Längsbau‘.
Der vordere Querbau besteht aus einem Untergeschoss und heute einem Obergeschoss mit Satteldach, der rückwärtige Längsbau besteht ebenfalls aus einem Unter- und einem Obergeschoss mit Satteldach. Der seitliche Längsbau besteht aus einem Untergeschoss mit Pultdach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Im Untergeschoss ist der vordere Querbau heute in drei Querzonen unterteilt. Der rückwärtige Längsbaus besteht aus einem gewölbten Saal, welcher durch Zungenmauern in vier Joche mit Stichkappen unterteilt ist. Der seitliche Längsbau ist ebenfalls gewölbt und fünfjochig, heute ist er jedoch in vier Querzonen aufgeteilt: ein doppeljochiger Raum, darauf folgt eine Zone mit Küche und Treppenaufgang sowie zwei weitere Räume.

Das Obergeschoss des vorderen Querbaus besteht aus einem großen Saal, davon abgetrennt im nördlichen Teil ein Nebenraum mit Teeküche. Der rückwärtige Längsbau verfügt über einen Eingangsbereich am Treppenzugang. Die übrigen Räume zu beiden Seiten des Gebäudes sind durch einen Längsflur erschlossen, die drei Räume am westlichen Rückgiebel durch einen quer dazu verlaufenden Flur.
Das Dachgeschoss des vorderen Querbaus besteht aus einem großen Raum, von dem heute ein schmaler Bereich im Norden abgetrennt ist. Der rückwärtige Längsbau ist durch eine moderne Wand längs geteilt, auf jeder Seite gibt es je drei verschieden große Räume.

Ursprünglich waren alle drei Gebäude im Untergeschoss nicht unterteilt. Hier befanden sich große Weinkeller. Im Obergeschoss des vorderen Querbaus befanden sich drei Fruchtkammern, während der rückwärtige Längsbau einen einräumigen Fruchtspeicher aufnahm.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
    • Werkstein
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Verwendete Materialien
    • Backstein
    • Ziegel
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Dachform
    • Pultdach
    • Satteldach
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • abgesprengte Quer- und Längsbünde
Konstruktion/Material:
Die drei großen Kellerräume der drei Gebäudeteile sind alle nach demselben Schema errichtet worden: Die Umfassungswände bestehen aus Bruchsteinmauerwerk mit einem Anteil an Backstein- und Ziegelbruch. Als Auflager für das Gewölbe dienen vortretende Mauervorlagen, die aus Werksteinquadern gefügt sind. Allein beim großen Keller des rückwärtigen Längsbaus treten Sockel und Kämpfer vor. Die Wölbungen sind in der Form von Tonnen mit fallenden Stichkappen aus Backsteinen gemauert worden.

Die westliche Umfassungswand des Querbaus weist ein sauber lagig gesetztes Mauerwerk aus etwa gleichbleibenden Lagenhöhen auf, wofür kleinere Formate auch gestellt wurden, sodass stellenweise ein angedeuteter Fischgrätverband entstanden ist. Zudem ist ein sehr geringer Anteil aus Backsteinbruch zu beobachten. Dies sind Merkmale für eine Entstehung des Mauerwerks in mittelalterlicher Zeit.

Die Umfassungsmauern von Obergeschoss und Dachgiebeln setzen sich ebenfalls aus Bruchsteinmauerwerk mit einem hohen Anteil von Backsteinbruch zusammen. Bei der innenliegenden Dachtrennwand zwischen Quer und Längsbau ist der Anteil an Backsteinbruch hingegen auffallend gering.
Für Werksteinarbeiten kam Buntsandstein zum Einsatz, wobei sich die Varietät der älteren Fenstergewände vom 1893 verwendeten Steinmaterial stark unterscheidet.

Dachwerk des vorderen Querbaus
Das Dachwerk ist als Sparrendach mit einem liegenden Stuhl in einer Ebene aufgebaut: von seinen sechs Querbundachsen sind die inneren vier zu Hängesprengbünden erweitert. Es besteht in allen Teilen aus Nadelholz. Abgeschlossen wird der Dachraum von gemauerten Giebelwänden. Die Stuhlstreben gründen auf Stuhlschwellen, die Stuhlrähme sind mit polygonalem Querschnitt der Dachneigung angepasst, die Queraussteifung besteht aus Kopfstreben, die mit Versatz eingezapft sind, und als Längsaussteifung dienen jeweils paarweise anordnete Feldstreben zu beiden Seiten eines Mittelstiels in Verbindung mit einer zweifachen Verriegelung.

Dachwerk des rückwärtigen Längsbaus
Im 2. Dachgeschoss ist die gesamte Konstruktion einsehbar, im 1. Dachgeschoss lediglich im südwestlichen Bereich in größerem Umfang. Abgezimmert wurde ein Sparrendach mit liegendem Stuhl in zwei Geschossen, kombiniert mit einem Hängesprengwerk, alles aus Nadelholz gefertigt. Der Stuhl steht auf Stuhlschwellen und die Stuhlrähme haben einen polygonalen Querschnitt. Für die Aussteifung in der Querrichtung sorgen verzapfte Kopfstreben und in der Längsrichtung bilden paarweise angeordnete Kopf- und Fußstreben eine X-Form an jeder Stuhlstrebe. Die Hängekonstruktion setzt sich in einem Querbund aus jeweils einem Hängeholz in der Mittelachse, einer Abstrebung im 3. Dachgeschoss und einem Überzug über der Dachbalkenlage zur Aufhängung derselben zusammen. Der östliche Endbund ist ohne Hängeholz geblieben, was sicherlich auch für den fehlenden Bund am westlichen Ende zutraf.

Dachwerk des seitlichen Längsbaus
Beim seitlichen Längsbau liegt das Kellergewölbe im Schutz eines flach geneigten Pultdachs, das mit seinem First an den rückwärtigen Längsbau anschließt. Da es keinen Zugang zum Dachraum gibt, konnten Konstruktionsweise und Zeitstellung nicht beurteilt werden.

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