Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Teil der Stadtmauer

ID: 110572493019  /  Datum: 06.07.2018
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Schulgasse
Hausnummer: 21
Postleitzahl: 89584
Stadt: Ehingen
Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Alb-Donau-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Ehingen (Donau)
Wohnplatz: Ehingen (Donau)
Wohnplatzschlüssel: 8425033012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

keine Angaben

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Stadtmauerrest beu Schulgasse 21, Ostansicht von Zitronengässle / Teil der Stadtmauer  in 89584 Ehingen, Ehingen (Donau) (15.02.2019 - Christin Aghegian-Rampf)
Abbildungsnachweis
Stadtmauerrest bei Schulgasse 21, Südansicht Zitronengässle / Teil der Stadtmauer  in 89584 Ehingen, Ehingen (Donau) (Christin Aghegian-Rampf)
Abbildungsnachweis
Stadtmauerrest Schulgasse 21, Nordostansicht von Zitronengässle / Teil der Stadtmauer  in 89584 Ehingen, Ehingen (Donau) (15.02.2019 - Christin Aghegian-Rampf)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Stadtmauer
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Über 50 Meter langer Abschnitt der im Kern mittelalterlichen Stadtmauer. ln den historischen Teilen Mauerscheibe aus Bruchsteinmauerwerk mit Stärken zwischen 1,3 und 1,8 m sowie Mauerhöhen bis 2,8 m. lm westlichen Teil mit Wehrgangabsatz, im östlichen Teil ohne Wehrgangabsatz, oberer Abschluss moderne Betonbekrönung. Mauerflächen weitestgehend unverputzt, Mauerwerk offen zutage liegend.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
Konstruktion/Material:
Der langgezogene Mauerzug gliedert sich in verschiedene Abschnitte, die eine differenzierte bauhistorische Situation erkennen lassen.

Abschnitt A
Das etwa 3,7 m lange östliche Kopfende des Stadtmauerzuges geht noch in eine Höhe bis 2,8 m auf. Es besitzt im Westen eine Mauerstärke von 1,8 m, verjüngt sich jedoch nach Osten hin auf lediglich 80 cm Stärke. Die heute vollkommen zugewachsene lnnenschale (Nordseite) dieses Mauerabschnittes besteht aus historischem Kalkbruchsteinmauerwerk und dürfte zum mittelalterlichen Bestand der Mauerscheibe gehören.
Nach Osten hin endet die innenseitige Mauerschale in einem senkrechten Abbruch, vor dem eine saubere Mauerstirn mit Backsteinen des 19. Jahrhunderts und einzelnen modernen Flicksteinen abgemauert ist. Die äußere Mauerschale (Südseite) besteht aus Kalkbruchsteinen in Zementmörtel. Bei ihr handelt es sich um Mauerwerk des 20. Jahrhunderts. Noch die aktuellen Katasterpläne zeigen hier einen breiten Mauerrücksprung. Demnach hat sich vom mittelalterlichen Mauerwerk nur noch der innenseitige Teil der Mauer erhalten, während der gesamte außenseitige Mauerteil modern vorgesetzt ist. Bekrönt wird der Mauerabschnitt von einer modernen Betonabdachung.

Abschnitt B
Der westlich anschließende, knapp 6 m lange zweite Mauerabschnitt verläuft auf der Innenseite (Nordseite) etwa geradlinig, während er auf der Außenseite (Südseite) leicht gebrochen ist. Er besitzt eine homogene Mauerstärke von etwa 1,8 m und geht ebenfalls noch bis 2,8 m in der Höhe auf. Die innere Mauerschale ist vollkommen zugewachsen, zeigt jedoch Kalkbruchsteinmauerwerk, das sicherlich noch zum mittelalterlichen Mauerwerksbestand gerechnet werden darf. Die äußere Mauerschale liegt frei und zeigt mittelformatiges, oft plattiges Kalkbruchsteinmauerwerk in lagigem Verband. Auch hierbei dürfte es sich um mittelalterliche Mauerwerkssubstanz handeln. ln die Mauerfläche eingestreut sind mehrfach Flickungen mit historischen Backsteinen. Nach Osten hin endet die äußere Mauerschale mit einem senkrechten Abbruch, vor dem eine Mauerkante mit Backsteinen des 19. Jahrhunderts aufgeführt ist. Diese markiert den auf den Lageplänen noch dargestellten einstigen Mauerrücksprung (siehe Abschnitt A), der durch das moderne Vorsetzen der äußeren Mauerschale in Abschnitt A heute egalisiert ist. Nach Westen hin endet das Mauerwerk von Abschnitt B über die ganze Höhe und die ganze Breite hinweg in einem Mauerabbruch, der ebenfalls etwa geradlinig mit Backsteinen des 19. Jahrhunderts abgemauert ist. Den oberen Abschluss des Mauerabschnittes wird von einer modernen Betonbedachung gebildet.

Abschnitt G
Der wiederum westlich anschließende, gut 9,2 m lange dritte Mauerabschnitt zeigt auf der Außenseite (Südseite) Kalkbruchsteine in Zementmörtel, auf der Innenseite (Nordseite) modernes Betonsteinmauerwerk. Die Mauerstärke liegt bei etwa 70 cm. Die Bekrönung des Mauerabschnittes wird von einer modernen Betonbedachung gebildet. Bei dem gesamten Mauerabschnitt handelt es sich um eine moderne Mauerscheibe (2. Hälfte 20. Jh.), die im Westen und im Osten an Abbrüche des historischen Mauerwerkes der anschließenden Stadtmauerabschnitte anstößt. ln der ursprünglichen lnnenflucht der historischen Mauerscheibe verläuft heute eine trocken gesetzte Gartenmauer. Es ist gegenwärtig nicht zu erkennen, ob sie auf einem historischen Mauerrest aufsitzt oder ohne nicht.

Abschnitt D
Der wiederum westlich anschließende, gut 5,8 m lange vierte Mauerabschnitt zeigt auf der Innenseite (Nordseite) eine geradlinige, auf der Außenseite (Südseite) hingegen eine stark gebrochene Mauerflucht, die einen grundsätzlichen Richtungswechsel im Mauerverlauf anzeigt. Die Mauerstärke schwankt zwischen 1,5 m im Westen, 1,8 m in der Mitte und 1,7 m im Osten. Das Mauerwerk geht noch bis 2,8 m in der Höhe auf. Die Außenseite zeigt im östlichen Teilbereich im unteren Mauerbereich Bruchsteinmauerwerk, das sicherlich noch dem mittelalterlichen Bestand zugerechnet werden darf, darüber jedoch eine großflächige Bresche, die mit Backsteinen des 19. Jahrhunderts und Backsteinen des 20. Jahrhunderts ausgemauert ist. Gegen das moderne Mauerstück von Abschnitt C im Osten ist hier eine etwa geradlinige Mauerkante abgemauert, während die Breschenvermauerung im Westen an einen unregelmäßigen Abbruch des westlich folgenden Bruchsteinmauerwerkes anschließt. lm westlichen Teil der Außenseite von Abschnitt D zeigt sich am Mauerfuß eine moderne Betonplombe, während in den höherliegenden Bereichen grob quaderförmiges Bruchsteinmauerwerk aus Kalkstein und einzelnen Tuffsteinen sowie mehrfachen Backsteindurchschüssen vorliegt. Die Zeitstellung dieses Mauerwerkes ist nicht eindeutig. Die fast kleinquaderhafte Ausführung und die Tuff- und Backsteinverwendung deuten möglicherweise auf eine nachmittelalterliche Zeitstellung, vielleicht gar auf eine Reparatur erst im 19. Jahrhundert hin. Nach Westen hin endet dieses Mauerwerk in einem unregelmäßigen Abbruch. Die Innenseite (Nordseite) des Mauerabschnittes zeigt mittelformatiges, teils hammerrechtes Bruchsteinmauerwerk in lagigem Verband und dürfte in den wesentlichen Teilen dem mittelalterlichen Bestand angehören. Sie endet nach Osten hin in einem Mauerabbruch, nach Westen hin in einem Abbruch, an den die moderne Betonschale des westlich folgenden Mauerabschnittes anläuft. Die Bedeckung des Mauerabschnittes wird von einer modernen Betonbekrönung gebildet. Das Fehlen eines Wehrgangabsatzes sowie die größere Mauerhöhe und Mauerstärke der Abschnitte A bis D gegenüber den westlich folgenden Mauerabschnitten lässt erkennen, dass die Stadtmauer im östlichen Teil gegenüber dem westlichen Mauerverlauf schildmauerartig verstärkt war. Damit war vermutlich der topographischen Situation Rechnung getragen, die vor dem östlichen Mauerabschnitt ein steigendes Vorgelände, vor dem westlichen Mauerabschnitt hingegen ein von der Mauer wegfallendes, und damit einen möglichen Angriff erschwerendes Vorgelände zeigt.

Abschnitt E
Der wiederum westlich anschließende, gut 13 m lange fünfte Mauerabschnitt ist etwa 1,4 m stark und geht noch bis zu 2,7 m in die Höhe. Auf der Außenseite (Südseite) zeigt er homogenes hammerrechtes Kalkbruchsteinmauerwerk mit mittleren, häufig grob quaderartigen, oft länglichen Formaten und einzelnen wenigen jüngeren Backsteinausflickungen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um mittelalterliche Mauerwerkssubstanz. An der Innenseite (Nordseite) treffen wir auf eine Mauerschale aus kleinformatigerem, teils lagerhaftem, teils regellosem Kalkbruchsteinmauerwerk. Auch hierbei handelt es Sich im Kern um mittelalterliches Mauerwerk, doch weisen jüngere Backsteinausflickungen und umfangreiche Zementverfugungen auf größere nachträgliche Reparaturen hin. An der Innenseite des Mauerzuges ist etwa 1,8 m über dem lnnenniveau ein zwischen 70 und 80 cm breiter Mauerabsatz ausgebildet, der nach außen hin von einer heute noch bis zu 70 cm Brüstungsmauer begrenzt wird und als einstiger Wehrgangabsatz anzusprechen ist. Er wird von einer modernen Beton- bzw. Mörtelschräge abgedeckt, und auch
die Brüstungsmauer zeigt als Bekrönung eine moderne Betonschräge. An der Innenseite zeigt die Brüstungsmauer eine Schale aus kleinformatigem, Iagerhaftem bis hammerechtem Bruchsteinmauerwerk und Reste eines gelblichen Verputzes unter dem großflächigen heutigen, modernen Zementputz. Hinweise auf einstige Scharten oder Nischen in der Brüstungsmauer sind nicht vorhanden.

Abschnitt G
Etwa in der Mitte der westlichen Hälfte des Mauerzuges befindet sich eine Türöffnung. Sie zeigt ein Betonwerksteingewände und sitzt ein einem Mauerausbruch, der an der Außenseite mit Backsteinen der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert abgemauert ist. In der dahinterliegenden, leicht schiefen, sich konisch nach außen verengenden Nische sind die Laibungen überwiegende in Bruchstein, die Laibungskanten in Backstein und Bruchstein abgemauert, so dass es sich auch hierbei um einen nachträglichen, aber wahrscheinlich in die Zeit vor 1900 zurückreichenden Mauerausbruch handelt. Die Brüstungsmauer läuft über die Türöffnung hinweg und überdeckt diese mit einem in Backstein gemauerte Stichbogen. Insgesamt handelt es sich dabei um eine Türanlage des späten 19. oder frühen 20, Jahrhunderts, die aber möglicherweise einen schon zuvor angelegten Mauerdurchbruch nutzt.

Abschnitt F
Der westlichste, gut 13 m lange siebte Mauerabschnitt gleicht in Aufbau und Materialität dem fünften Mauerabschnitt. Auch er besteht im Kern aus mittelalterlichem Bruchsteinmauerwerk und besitzt einen Wehrgangabsatz. An der Außenseite (Südseite) ist am westlichen Mauerende der
obere Bereich des Bruchsteinmauerwerkes ausgebrochen und durch eine Mauerschale aus sehr flachen Backsteinen ersetzt. An der Innenseite hingegen finden wir am Mauerfuß einen in Backstein ausgemauerten Mauerausbruch. Wiederum fehlen Hinweise auf Nischen oder Scharten in der Brüstungsmauer. Die Bekrönung des Absatzes und der Brüstungsmauer wird wiederum durch moderne Betonbedachungen bzw. Mörtelschrägen gebildet.

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