Wohnhaus
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Aufkircher Straße |
| Hausnummer: | 18 |
| Postleitzahl: | 88662 |
| Stadt-Teilort: | Überlingen |
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| Regierungsbezirk: | Tübingen |
| Kreis: | Bodenseekreis (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8435059056 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
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Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Franziskanertor, auch Barfüßertor, Franziskanerstraße 21 (88662 Überlingen)
Bürgerhaus, Grabenstraße 12 (88662 Überlingen)
Petershauser Hof (88662 Überlingen, Hafenstraße 10)
Wohnhaus, Jakob-Kessenring-Straße 30 (88662 Überlingen)
Ehem. Reichlin-Meldegg-Haus, Haupthaus (Städt. Museum), Krummebergstraße 30 (88662 Überlingen)
Ehem. Reichlin-Meldegg-Haus, Kapelle (88662 Überlingen, Krummebergstraße 30)
Wohnhaus, Krummebergstraße 6 (88662 Überlingen)
Wohnhaus (88662 Überlingen, Luziengasse 8)
Wohn- und Geschäftshaus, Münsterplatz 7 (88662 Überlingen)
Ehem. Stadtkanzlei, Münsterplatz 8 (88662 Überlingen)
ehem. Haus "Zur Krone" (88662 Überlingen, Münsterstraße 10)
Scheuer (88662 Überlingen, Turmgasse 8)
Wohnhaus, Turmgasse 9 (88662 Überlingen)
Bauphasen
Das Wohnhaus wurde im frühen 16. Jh. (s, gk) neu errichtet. Es gründet auf einem Gewölbekeller, der die gesamt Gebäude-Grundfläche einnimmt. Im Gewölbekeller zeichnet sich die damals aufgegebene Rückwand eines zunächst kürzeren Kellers ab, der noch von der älteren Bebauung an diesem Haupt-Straßenzug der Vorstadt zeugt.
Über dem Gewölbekeller wurde das schmale, tief in das Grundstück reichende Gebäude ohne eigene Nordwand an ein bereits bestehendes nördliches Nachbarhaus angebaut, während seine Südseite als eigene, ausgemauerte Fachwerkwand ausgebildet wurde. Die Struktur des Hauses
war einachsig und vierjöchig.
In den "Barock" fallen erste einschneidende Umbauten am Gebäude. Die Westfassade wurde in Stein neu errichtet. In den Hauptgeschossen wurde die freie Entrauchung der Herde und Öfen durch geschlossene Schlote ersetzt. Im EG wurden Räume durch Bretterwände neu unterteilt, die Decken mit unterseitiger Deckleisten-Schalung versehen. Das Dachwerk erhielt, wohl nach Verformungen und zur Anpassung an die stärkere Steinfassade, neue Sparren. Auch einschneidende, auf das Absinken/ Verkippen nach Osten bzw. Südosten reagierende Reparaturen der Deckenbalkenlage über dem EG in der östlichen Gebäudehälfte fallen in diese Periode.
Der Abriss des nördlichen Nebengebäudes zum Durchbruch der Jodokgasse führte in der 2. Hälfte des 19. Jh. Möglichkeiten zu weiteren einschneidenden Umgestaltungen. Die bisherige Außenwand des Nachbargebäudes wurde nun zur eigenen Nordfassade des Gebäudes umgestaltet und mit einem einheitlichen, symmetrischen Satz von 3 Fenstern pro Hauptgeschoss versehen. Der Hauseingang wurde an die neue Gasse verlegt, die Vertikalerschließung (Treppenhaus) von der Nordseite an die Südwand des Gebäudes. In das östliche Ende der Südwand wurden Fenster eingebrochen, die die Zone belichteten; es entstanden Aborteinbauten und der innere Kellerabgang.
Im vormaligen Hof wurde das Hinterhaus ab dem späten 19. Jh. in mehreren Bauabschnitten als Stallscheuer ausgebaut. Ein besonderes Merkmal der Umgestaltungen dieser Phase sind die Ausfachungen mit Mönchsziegeln. Diese finden sich sowohl im auf das Jahr 1886 (a) datierbaren ersten Stallausbau, als auch im neu errichteten Fachwerk-Nordgiebel des Hauptgebäudes. Wohl 1894/95 (a) erhielten die Nordgiebel beider Gebäudeteile den auffälligen, im Überlinger Stadtgebiet ungewohnten Behang mit Spitzbieber-Ziegeln.
In der Zwischenkriegszeit wurde das Ackerbürger-Haus zum Handwerkerhaus. Umfangreiche Eingriffe sind für die Jahre ab 1934 bezeugt. Insbesondere betrafen diese eine abermalige Umstrukturierung der Raumgliederungen nach Verlegung des Hauseingangs innerhalb der Nordfassade, den Einbau eines Zimmers im OG des Hinterhauses und den Ausbau des Dachgeschosses des Vorderhauses.
(1500 - 1519)
- Siedlung
- Stadt
- Wohnbauten
- Wohnhaus
(1600 - 1720)
(1850 - 1899)
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauuntersuchung
Beschreibung
- Siedlung
- Stadt
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Das Hauptgebäude ist vollunterkellert; die Bruchsteinmauern des Kellers bilden das Fundament für das Aufgehende.
Zonierung:
Die Raumstruktur der Hauptgeschosse des Gebäudes wird von Umbauten des 19. und 20. Jh. bestimmt.
Sie weicht signifikant von der noch erkennbaren historischen funktionalen Gliederung ab.
Der Hauszugang erfolgt heute von Norden. Der modern abgetrennte Hausflur führt quer durch das Gebäude zu einer an der Süd-Giebelwand liegenden Erschließungszone mit Treppenhaus. Westlich davon ist eine Kleinwohnung mit Eingangsbereich, Stube, Zimmer, Flur (zwischenzeitlicher Hauszugang) und Küchenraum angeordnet. Östlich führt die Erschließungszone zum Hinterausgang ins Rückgebäude; im nordöstlichen Winkel sind Nutzräume und der Kellerabgang angeordnet. Entlang der Südwand führt die einläufige Stiege ins OG, das die Gliederung des EG im Wesentlichen wiederholt. Anstelle des Hinterausgangs führt eine knappe Stiege in das höher liegende OG des Rückgebäudes, wo ein weiteres Zimmer in den Speicherraum eingestellt ist; vom OG des Rückgebäudes erreicht man dessen DG über eine zweiläufige gewendete Stiege. Der Aufgang ins 1. DG des Hauptgebäudes erfolgt wiederum über eine einläufige Stiege im Treppenhaus an der Südwand. Im 1. DG zwei Kammerabtrennungen, mit Belichtung über die Nordfassade, und ein Zimmer unter der westlichen Dachfläche mit Gaube. Aufstieg zum 2. DG nochmals über eine einläufige Stiege nahe der Südwand; das 2. DG ist nicht ausgebaut.
Konstruktionen
- Mischbau
- Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
- Steinbau Mauerwerk
- Bruchstein
- Dachform
- Satteldach
Das Dachwerk des Hauptgebäudes besteht im 1. DG aus drei längsgebundenen Stuhlwänden mit in die Giebelscheiben eingebundenen Stuhlsäulen und an Längsschwellen und Rähme angeblatteten Vollholz-Langstreben, im 2. DG aus einer Firststuhl-Achse mit Kopfbändern.
Die konstruktive Ausbildung des Rückgebäudes ist zufälliger. Eine eigene, an die Rückfassade des Hauptgebäudes angelehnte Westwand ist teils als offenes Holzständerwerk erhalten, teil ausgemauert. Die Südwand umfasst im EG eine ältere Bruchsteinmauer, darauf ausgemauertes Holzständerwerk aus zwei Bauphasen des späten 19. Jh.
Die Nordwand ist im EG versteinert, im OG als Fachwerkwand erhalten. Das Binnentragwerk besteht im EG aus einem mittleren, Nord-Süd-gespannten Unterzug, der jetzt auf einem Backsteinpfeiler zwischenlagert; die Balkendecke spannt ost-west. Im OG ist der Unterzug gedreht; die nördlichen Zerrbalken spannen in Richtung Ost-West, die Balkenlage südlich des Unterzugs Nord-Süd. Das Dachwerk basiert auf einer improvisierten Firsträhm-Konstruktion.
