Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Scheuer

ID: 123692293417  /  Datum: 16.08.2021
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Turmgasse
Hausnummer: 8
Postleitzahl: 88662
Stadt-Teilort: Überlingen

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Bodenseekreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8435059056
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Laut der dendrochonrologischen Datierung wurde die Scheuer des mehrteiligen Anwesens Turmgasse 8 wohl um 1620 (d) erbaut. Zwischen der Scheuer und dem Vordergebäude Turmgasse 8 erhebt sich ein Zwischenbau, dessen jetziger Ausbau auf die Zeit um 1900 / 1921 zurückgeht (t, a). Die neue Ostwand im OG der Scheuer stammt wohl von 1815 (d). Der Innenraum zeigt im EG einen Ausbau des frühen 20. Jh. mit teilweisen Auswechslungen des Tragwerks. Im OG ist die bauzeitliche Tragwerkachse in Firstlinie durch zwei seitliche, jüngere Tragwerkachsen wohl des 19. Jh. (t) ergänzt worden.


1. Bauphase:
(1620)
Erbauung Scheuer (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

2. Bauphase:
(1800 - 1899)
Tragwerkachse im OG ergänzt
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)

3. Bauphase:
(1815)
Erneuerung der Ostwand (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1900 - 1910)
Ausbau des Innenraums im EG
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

5. Bauphase:
(1900 - 1921)
Ausbau des Zwischenbaus (t,s)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht Nordseite, Turmgasse; im Vordergrund der Zwischenbau / Scheuer in 88662 Überlingen (06.07.2021 - K. Uetz)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das mehrteilige Anwesen befindet sich innerstädtisch, nahe der Stadtmauer. Die Scheuer ist giebelständig zur Turmgasse ausgerichtet und durch einen Zwischenbau mit dem Vordergebäude verbunden.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Langgetreckte Scheuer mit mächtiger, straßenbildender Kubatur. An der Nordfassade Fachwerkwände über steinernem Sockel und Fachwerkgiebel. EG-Wand ist befenstert, auskragendes OG und 1. DG mit nach Osten außermittigen Ladetoren. Schmale Westfassade (Traufseite) unbefenstert.
Zwischenbau mit korbbogig geschlossenem Tor.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die langgestreckte Grundriss schmiegt sich in die Umrisse der Restparzelle ein.
Entsprechend der historischen Situation ist die Scheuer über den Zwischenbau erschlossen; sie hat keinen eigenen erdgeschossigen Außenzugang.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
Konstruktion/Material:
Die Südwand der Scheuer wird im Wesentlichen von Außenmauern der Gebäude auf dem Nachbargrundstück gebildet. Für das Gerüst der Scheuer sind im EG Steinkonsolen in die Nachbarmauer eingelassen, die einen Streichbalken tragen; im OG ist das teils offene Holzwerk vor die Mauern gestellt. Die Giebelwand der Scheuer überragt teils das Nachbargebäude, ist ausgefacht oder mit Brettern geschlossen.

An der Nordfassade der Scheuer erheben sich über einem steinernen Sockel mit prägnanter Eichenschwelle Fachwerkwände und ein breit gelagerter Fachwerkgiebel. Im DG2 ist der Giebel, wie an der Südseite, verbrettert.
Die besondere Bauzeit der Scheuer ist bereits an den Fassaden erkennbar, wo Verzapfungen und Anblattungen der Hölzer parallel zueinander eingesetzt sind. Der Innenraum zeigt im EG einen Ausbau des frühen 20. Jh. mit teilweisen Auswechslungen des Tragwerks. Im OG, das einen einzigen Lagerraum umfasst, ist die bauzeitliche, an den Giebelwänden durch schön verblattete Kopfbänder rückverankerte Tragwerkachse in Firstlinie durch zwei seitliche, jüngere Tragwerkachsen ergänzt (wohl des 19. Jh., t). Im DG1 dagegen sind alle drei Tragwerkachsen bauzeitlich. Sehr traditionell ist die Verblattung der Kehlbalken mit den Sparren in den Giebelfachwerken. Die Sparren sind an der östlichen Dachfläche im Verschneidungsbereich mit dem Dachwerk des Zwischenbaus teils gekappt; im Firstpunkt sind die Sparren miteinander verblattet. Ein besonders interessantes Ausstattungselement ist der an einer Säule schwenkbare Ladekran am Giebeltor des DG1.
Aufgrund der Tilgung des Ostteils der Scheuer (jetzt Zwischenbau) und der Veränderung von Nord- und Ostwand kann nur noch vermutet werden, wie die Scheuer ursprünglich an das Haupthaus anschloss. Insbesondere ist offen, wie der Dachabschluss des östlichen Teils gebildet war.

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