Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Schloss Weinheim, Kellergeschoss

ID: 371213409256  /  Datum: 04.09.2007
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Obertorstraße
Hausnummer: 9
Postleitzahl: 69469
Stadt-Teilort: Weinheim

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Rhein-Neckar-Kreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8226096023
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Vorbehaltlich einer intensiven Bauforschung ergibt sich aus der Zusammenschau der verfügbaren Quellen gegenwärtig eine fünfphasige Baugeschichte des Schlossgebäudes:
1. Spätgotik/Renaissance, Ulner Adelshof 15./16. Jahrhundert:
Die erste nachweisbare Bauphase markiert die von Merian an Stelle des späteren Schlossgebäudes dargestellte Baugruppe des Ulner´schen Adelshofs. Sie besteht aus drei additiv entlang der Stadtmauer gruppierten Gebäudeeinheiten mit dem durch eine kleine Freifläche von den nördlichen Nebenbauten abgesetzten Hauptbau im Süden. Die verschiedentlich in den bestehenden Gebäuden verbauten Spolien und Wappensteine markieren maßgebliche Ausbauten in Renaissanceformen um 1564/71. Die verfügbaren Daten deuten auf Elisabeth von Heppenheim als Bauherrin hin.
Die bauhistorische Indizienlage im Keller belegt mit Achsenverschiebungen und einzelnen Befundaufschlüssen die Übernahme maßgeblicher Strukturen der frühneuzeitlichen Vorgängerbebauung. Die Schrägstellung sämtlicher Kellerwände ist deutlich nicht am barocken Grundriss, sondern an der seit dem Neubau nicht mehr relevanten Flucht/Baulinie der Obertorstraße orientiert.
2. Barock, Ulner Schloss um 1725-1780:
Das heute über der Tordurchfahrt an der Obergasse verbaute Allianzwappen deutet auf eine maßgebliche barocke Bauphase für die Zeit um 1725. Ein Großteil der erhaltenen Schlossanlage entspricht in der formalen Ausprägung der Werksteingliederung dieser Zeitstellung.
Über dem Kellersockel erscheint der barocke Baukörper als (fast?) vollständiger Neubau. Mit geringem Aufwand konnten die alten - teilweise sicher unzusammenhängenden - Keller entlang der Mauer durch zusammenfassende Einwölbungen vereinheitlicht und nutzbar gemacht werden.
3. Frühklassizistisch, von Lehrbach´sches Schloss um 1780 - um 1838/46:
Rieger bildet 1787 den frühklassizistischen Bauzustand ab, der in der Literatur vielfach für einen um 1780 errichteten Neubau gehalten wurde. Tatsächlich handelt es sich wohl nur um Anpassungen an den Zeitgeschmack. Maßgebliche Umbauten sind im Inneren des Gebäudes anhand der erhaltenen Stuckierung im Erdgeschoss ablesbar.
4. Spätklassizistisch, von Berckheim´scher Schloss-Pavillon 1838/46-1919:
Es zeigen sich umfassende Veränderung des Schlossgebäudes, die v.a. qualitativ über die bisher angenommenen kleinen Umbauten bzw. den Aufsatz des Kniestocks hinausgehen. Aus dieser Zeit stammen wenigstens die struktive Gliederung der Fassaden durch Werksteinlisenen und der klassizistischen Dreiecksgiebel des Mittelrisaliten. Auch ergibt die erstmals bei Kirchner abgebildete Terrasse zusammen mit dem Sockel die angemessenen Proportionen des Gebäudes. Dadurch erhielt der Baukörper sein heutiges Erscheinungsbild.
5. Moderne Veränderungen ab 1919, Schlosscafé und Rathaus:
Das von der Gräfin Waldner geschaffene Erscheinungsbild des spätklassizistischen Schloss- und Gartenensembles hat bis heute weitgehend unverändert Bestand. Die einzige maßgebliche optische Veränderung der Außenarchitektur betrifft die für das Schlossparkcafé errichtete Terrasse mit massiv auf Stützpfeilern abgetragener Überdachung durch eine Balkonballustrade. Die originale Raumgliederung im Obergeschoss ist seitdem vermutlich vollständig verloren. Weitgehend erhalten blieb das barocke Treppenhaus aus der 1725 errichteten Bauphase.


1. Bauphase:
(1400 - 1725)
Ulner Adelshof, als erste nachweisbare Bauphase: Dargestellt in einer Abbildung von Merian.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Konstruktionsdetail:
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Steinbau Mauerwerk
    • Werkstein

2. Bauphase:
(1724 - 1780)
Barocke Bauphase in der Zeit um 1725: Das heute über der Tordurchfahrt an der Obergasse verbaute Allianzwappen deutet auf eine maßgebliche barocke Bauphase hin.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Steinbau Mauerwerk
    • Werkstein
  • Detail (Ausstattung)
    • allgemein (kein Eintrag)

3. Bauphase:
(1780 - 1846)
Frühklassizistischer Umbau des Schlosses. Es wurde der Baukörper dem Zeitgeschmack angepasst.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1846 - 1919)
Spätklassizistischer Umbau: Das Schloss bekam sein heutiges Erscheinungsbild. Es wurde die Fassade überarbeitet (Dreiecksgiebel über dem Mittelrisaliten, Anbau der Außenterrasse,...).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

5. Bauphase:
(1919 - 2000)
Moderne Veränderungen: Die einzige maßgebliche optische Veränderung der Außenarchitektur betrifft die Überdachung der Terrasse.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Mathäus Merian, Stadtansicht von Weinheim, (Ausschnitt), Kupferstich Topografia Germaniae 1645 / Schloss Weinheim, Kellergeschoss in 69469 Weinheim
Aufnahme von 1952 (www.bildindex.de) / Schloss Weinheim, Kellergeschoss in 69469 Weinheim

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzdokumentation des Kellergeschosses
  • Restauratorischer Schlussbericht

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Schloss erstreckt sich beiderseits des Obertors bzw. der Obertorgasse.
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Gegenstand der Untersuchung ist das Kellergeschoss des Schlosses.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Hauptkeller unter dem Schloss gliedert sich in vier axial hintereinander von Nord nach Süd gestaffelten Raumeinheiten, deren Orientierung bei genauer Betrachtung von der Gebäudeachse und mehr oder weniger gegeneinander abweicht. Bemerkenswert sind zudem unmerklich ellipsenförmig gekrümmte Verformungen im Bereich der Traufwände auf der Westseite.
Aus baulogischen Gründen ist vorauszusetzen, dass eine für den bestehenden Schlossbau 1725 geschaffenen Unterkellerung ohne Rücksicht auf bereits vorhandene Bausubstanz wohl zu einer dem Baukörper einfacher angepassten und einheitlichen Grundrisslösung geführt hätte. Die angeführten Anomalien sind demnach als Reflex einer nachträglich überformten älteren Situation zu verstehen.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Detail (Ausstattung)
    • allgemein (kein Eintrag)
Konstruktion/Material:
Die beiden fraglichen Raumeinheiten erscheinen heute trotz etwa mittig angeordneter Trennwand einheitlich durch eine gemeinsame Gewölbetonne zusammengefasst. In Höhenentwicklung und Ellipse entspricht diese Tonne nicht den beiden benachbarten Gewölben.

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