Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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ehemaliges Gerberhaus

ID: 211214409239  /  Datum: 20.08.2007
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Quergässchen
Hausnummer: 2
Postleitzahl: 69469
Stadt: Weinheim a.d. Bergstraße
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Rhein-Neckar-Kreis (Landkreis)
Gemeinde: Weinheim
Wohnplatz: Weinheim
Wohnplatzschlüssel: 8226096023
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Teile eines Vorgängerbaus sind an der Nord-Ost Ecke des Gebäudes zu finden. Dieser wurde aber nicht näher untersucht. Laut der dendrochronologischen Datierung entstammt das Kerngefüge dem Jahr 1537. Teile der Lehmstakungen nebst Gefachausmalungen mit Begleitern und ein Rest ornamentaler Malerei aus dieser Zeit sind erhalten. Das Gebäude wurde als Gerberei errichtet.
Um 1820 wurde der Gerbereibetrieb zu drei Wohnungen umgenutzt wobei die Binnenstruktur starke Veränderungen erfuhr. Zu dieser Zeit entstanden Küchen, weshalb auch die Deckenluken für den vormaligen Lastenaufzug geschlossen wurden. Im Grunde wurde der Versuch unternommen die zweibündige Anordnung in ein dreizoniges Grundrisssystem zu überführen. Bei dieser Maßnahme wurde der straßenseitige Giebel gekappt und durch einen Krüppelwalm ersetzt.
Anhand der Ausstattungsreste von Fenstern und Türen kann für die Zeit um 1900 eine tiefgreifende Innensanierung statuiert werden. Fast alle Innenwandoberflächen wurden verkleidet. Wegen der Gastronomienutzung wurde zu diesem Zeitpunkt die erdgeschossige Quererschließung in eine giebelseitige Erschließung mit Längsflur überführt.
Eine weitere Innensanierung fand in der Zeit um 1950 statt. Davon zeugen die erhaltenen Türen, Fenster, Holzdielen und Pegulanböden.


1. Bauphase:
(1537)
Errichtung des Gebäudes als Gerberei (d, Winterfällung 1537/37).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Gerberei
Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Detail (Ausstattung)
    • Wand-, Deckenfassung, Gefachmalerei
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Staken
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe

2. Bauphase:
(1820)
Umnutzung des Gebäudes als Wohngebäude (d). Es wurden drei Wohnungen eingebaut.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit Halbwalm-/Zweidrittelwalm

3. Bauphase:
(1890 - 1910)
Anhand der Ausstattungsreste kann für diese Zeit eine Innensanierung angenommen werden. Zu dieser Zeit wird das Gebäude als Gasthaus genutzt (s).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Gasthof, -haus

4. Bauphase:
(1950)
Innensanierung des Gebäudes, erhaltene Türen und Fenster belegen diese Bauphase.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Weinheim, Quergässchen 2, ehemaliges Gerberhaus, Straßenansicht / ehemaliges Gerberhaus in 69469 Weinheim a.d. Bergstraße
Weinheim, Quergässchen 2, ehemaliges Gerberhaus, Rekonstruierte Grundrisse / ehemaliges Gerberhaus in 69469 Weinheim a.d. Bergstraße

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude steht zentral am Quergässchen welches die Lohgasse mit der Münzgasse verbindet.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Gasthof, -haus
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Gerberei
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das giebelständig an der Straße stehende Gebäude steht auf einer rechteckigen Grundfläche von etwa 9m auf 12.5m wobei sich die Breite aufgrund der Schrägen südwestlichen Grundstücksgrenze nach hinten um einen Meter verringert. Über dem dreigeschossigen Unterbau befindet sich ein zweigeschossiges Dachwerk mit Krüppelwalm.
Am hofseitigen Giebel ist ein zweigeschossiger Anbau mit Pultdach angebaut, welcher eine Ausdehnung von 8.1m mal 3.8m aufweist.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Kellergewölbe sind sowohl vom Quergässchen als auch innenliegend über je eine sandsteinerne Treppe erreichbar. Zu den Ober und Dachgeschossen gelangt man über voll eingestemmte Holztreppen. Aufgrund zweier Umnutzungen existiert die ursprüngliche Binnenstruktur im Erdgeschoss lediglich in Form eines halben Mittelunterzuges. In den Obergeschossen ist die erbauungszeitliche Grundrissstruktur mit Mittelflurerschließung und zwei Räumen zu jeder Seite sehr stark überformt jedoch nachvollziehbar.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
Im Erdgeschoss ist eine profilierte Holzsäule und Holzständer mit Schiffskehlen aus der Zeit um 1500 erhalten.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Mischbau
    • Obergeschoss(e) aus Holz
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Staken
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Detail (Ausstattung)
    • Wand-, Deckenfassung, Gefachmalerei
  • Dachform
    • Satteldach mit Halbwalm-/Zweidrittelwalm
Konstruktion/Material:
Alle drei Räume der Teilunterkellerung sind mit flachen Tonnen eingewölbt. Dem massiven und verputzten Erdgeschoss mit 50cm dicken Bruchsteinwänden sowie Innenwänden in Ziegelmauerwerk folgen zwei Obergeschosse in Fachwerk, die stockwerkweise abgebunden sind. In den Voll- und Dachgeschossen befinden sich Holzbalkenlagen mit Lehmstakung bzw. aufliegende Brettlagen. Der zweifach liegende Stuhl des Dachwerkes mit Mittelpfetten, -unterzug und einer Kelhlbalkenlage erfährt seine Längsaussteifung durch Kopfbänder und V-Streben.

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