Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Rathausturm

ID: 195558031013  /  Datum: 22.06.2020
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: 29
Postleitzahl: 74821
Stadt-Teilort: Mosbach

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Neckar-Odenwald-Kreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8225058010
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Altes Rathaus, Hauptstraße 29

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

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12

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Nach der dendrochronologischen Untersuchung datiert der Kernbestand des Rathausturms in die Jahre 1368/ 69 (d). Bei dem untersuchten Turm handelt es sich um den ehemaligen Chor- bzw. Glockenturm der für den Rathausbau abgebrochenen Cäcilienkapelle. 1566 (d/i) erfuhr der Turm eine Aufstockung und erhielt ein Dach.


1. Bauphase:
(1368 - 1369)
Kernbestand (d/i)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt

2. Bauphase:
(1566)
Aufstockung mit Dach (i/d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht / Rathausturm in 74821 Mosbach (2019 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Der Rathausturm flankiert die östliche Giebelseite des Alten Rathauses zur Hauptstraße bzw. zum Marktplatz hin.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Mehrstöckiger Turm über rechteckigem Grundriss mit eingezogenem Obergeschoss, das vierseitig durch einen auf Konsolen getragenen Balkon mit Eisengeländer umfangen ist. Den oberen Abschluss bildet ein Kuppeldach mit Laterne.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Es handelt sich um den ehemaligen Chor- bzw. Glockenturm der ehem. Cäcilienkapelle, die für den Rathausbau abgebrochen wurde. Im Aufgehenden bis zur Glockenstube erhalten, handelt es sich darüber um eine jüngere Aufstockung.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Decken
    • Balken-an-Balken-Decke
  • Gewölbe
    • Kreuzgewölbe
    • Kreuzrippengewölbe
  • Dachform
    • Kuppeldach
    • Laterne
Konstruktion/Material:
1. Turmebene
Das Erdgeschoss, ehem. Altarraum
Zum bauzeitlichen Bestand gehören auf dieser Ebene die Nord-, Ost- und Südwand, während die Westseite zum ehemaligen Kirchenraum offen war und ursprünglich durch einen spitzbogigen Triumphbogen eingewölbt war. Von Letzterem sind die östliche Schale mit Bogenführung und die einbindenden Konsolen für die Rippenstäbe des ansonsten vollständigen Kreuzrippengewölbes erhalten. Nach dem Abbruch des Kirchensaales und im Zusammenhang mit dem darauf folgenden Neubau des Rathauses wurde der Triumphbogen vermauert. Den Zugang in den Turm erfolgte von nun über das Spitzbogenportal.

2. Turmebene
Das 1. Obergeschoss
Zum bauzeitlichen Bestand gehören wohl nur die vier Umfassungswände. Bei der als Archiv genutzten Ebene ist das Doppelfenster, das Kreuzgewölbe und wohl auch der Zugang auf eine Maßnahme des 16. Jahrhunderts zurückzuführen, während die Skulptur in der Ostwand (Maria) darunter wohl vom abgebrochenen Kirchenbau stammt.

3. Turmebene
Das 2. Obergeschoss
Diese Ebene ist bezogen auf die bauzeitliche Vertikalstruktur keiner bauzeitlichen Turmebene zuzuordnen.
Eingedeckt mit einer Fertigteildecke und zugänglich über eine Eisentüre, handelt es sich wohl um eine weitere, im späten 19. Jahrhundert angelegte Archivebene.
Zum bauzeitlichen Turmbestand gehört das Spitzbogenfenster in der Ostwand, welches als Belichtungsöffnung für den Turmaufgang anzusprechen ist.

4. Turmebene
Das 1. Dachgeschoss
Auch bei dieser Ebene handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine erschließungsbedingte Anpassung im Zuge des Rathausneubaus bzw. der im Jahre 1566 erfolgten Turmerhöhung. So stammt die aus Balken an Balken bestehende Decke aus den Jahren um 1566 (d), während die bauzeitliche Belichtungsöffnung in der Südwand durch das Dach des Rathauses überschnitten wird.

5. Turmebene
Das 2. Dachgeschoss
Orientiert an der umseitigen Belichtung durch hohe Rechteckfenster ist diese Ebene der bauzeitlichen Vertikalstruktur des Turmes zuzuordnen. Auf dieser Höhe schlug dann wohl auch an der Turmaußenseite die Firstspitze des Langhauses an, weshalb im Westen keine Belichtung angelegt ist.
Wie schon eine Ebene darunter stammt die Balken- an- Balken- Decke wohl aus der Zeit der Turmerhöhung.

Die 6. Turmebene
Untere Glockenstuhlkonstruktion: Grundriss und Schnitt
Auf dieser Ebene ist die bauzeitliche Struktur des Turmes einsehbar. Belichtet durch Spitzbogenfenster an allen vier Turmseiten, setzte auf dieser Etage die ehemalige Glockenstuhlkonstruktion an. Auf eingemauerten Konsolen gegründet, ist der untere Teil der ehemals bis in die Glockenstube aufsteigende Gerüstkonstruktion erhalten.
Nach der dendrochronologischen Untersuchung von 3 Bohrproben datiert er in die Jahre 1368/69 (d).

Die 7. Turmebene
Diese Ebene ist gekennzeichnet durch die Schallöffnungen, den jetzigen Glockenstuhl sowie den vermauerten, den alten Glockenstuhl abschließenden Konsolen darüber.
Der angetroffene Glockenstuhl stammt aus den Jahren 1737/38 (d). Er ersetzt einen älteren Glockenstuhl aus den Jahren um 1446 (d), welcher wiederum als Nachfolger des um 1369 (d) abgezimmerten Glockenstuhles zu bewerten ist.

Die 8. Turmebene
Bei dieser Ebene, zu der auch der abschließende Turmhelm zu rechnen ist, handelt es sich um einen späteren Aufsatz der Jahre um 1566 (d).
Dieses Datum ist sowohl durch eine inschriftliche Datierung als auch durch die dendrochronologische Untersuchung der Bauhölzer abgesichert.
Der vierseitig auskragende Aufsatz nahm neben der Erschließungszone zwei weitere Räume für den Türmer auf, wobei der mittige Raum beheizbar war.

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