Alte Aula (Tübingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Zwei Scheunen

ID: 174061852416  /  Datum: 06.05.2019
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Ellengurt
Hausnummer: 9
Postleitzahl: 79424
Stadt: Auggen
Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Gemeinde: Auggen
Wohnplatz: Auggen
Wohnplatzschlüssel: 8315004001
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Nach der dendrochronologischen Untersuchung wurde die kleinere der beiden Scheunen im Jahr 1789 (d) erbaut. 1856 erfolgte ein Umbau, der die Aufweitung Dachquerschnittes mit sich brachte. Von dieser Scheune ist bis auf einen Giebeleckständer im Erdgeschoss nur noch das Dachwerk erhalten.
Die Hauptscheune ist über eine Inschrift im Torbogen auf das Jahr 1856 (i) datiert.


1. Bauphase:
(1789)
Erbauung der kleineren Scheune 1789 (d); davon noch Giebeleckständer im Erdgeschoss und das Dachwerk erhalten.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

2. Bauphase:
(1856)
Die Hauptscheune ist über einen inschriftlich in das Jahr 1856 (i) datierten Torbogen datiert.
Umbau der kleineren Scheune.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Querschnitt / Zwei Scheunen in 79424 Auggen (Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
EG Grundriss / Zwei Scheunen in 79424 Auggen (Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Dokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Bei den untersuchten Gebäuden handelt es sich um die rückwärtigen Hofgebäude einer südlich der Straße liegenden Hofanlage. Über eine Durchfahrt des an der Straße traufseitig ausgerichteten Hauptgebäudes erreichbar, schließen sie diese im Süden baulich ab, wobei die Hauptscheune parallel zum Hauptgebäude errichtet ist und die zweite, deutlich kleinere Scheune giebelständig, in der Flucht des westlichen Scheunengiebels ansetzt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
keine Angaben
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Nachträgliche Veränderungen

Scheune von 1789 (d)
Zu den ersten Umbauten gehört die Aufweitung des Dachquerschnittes um das Jahr 1856. Er wurde notwendig, da die Scheune infolge des Neubaus der großen Scheune deren Durchfahrt einengte. Verbunden mit einem neuen Gebälk und zum Teil auch mit neuen Sparren, entstand eine Verlegung der Traufe und somit eine Ausfahrt.
Der zweite wichtige Umbau bezieht sich auf die Abfangung des Dachwerkes zur Schaffung einer großen, weitgehend stützenfreien Wirtschaftsfläche. Wenige Jahrzehnte alt, führte er zum Totalverlust im Erdgeschoss.

Scheune von 1856 (d)
Die hier vorgenommenen Umbauten waren eng mit denen der kleinen Scheune verbunden und hatten die Aufgabe der Stallteile zum Ziel. So erhielt das Erdgeschoss einen weitgehend geschlossenen Betonboden, während westlich der Durchfahrt die Betondecke auf Stahlsäulen und Stahlträgern eingezogen wurde. Parallel dazu wurde mit dem Einbau einer neuen Unterstützungskonstruktion die Zwischenebene östlich der Durchfahrt erneuert.

Aussagen zum Schadensbild

Scheune von 1789 (d)
Abgesehen von den umfassenden Verlusten im Unterbau und der späteren Aufweitung des Dachprofiles, konzentrieren sich die aufgenommenen Schäden auf drei verschiedene Bauteile.
Dazu gehören in erster Linie die Sparrenfusspunkte bzw. deren Verbindung mit den Dachfußbalken und die damit verbundene Aufnahme der Zugkräfte in den Dachbalken.
Ein zweiter Schadensschwerpunkt bezieht sich auf den südlichen Fachwerkgiebel. Hier ist zumindest das obere Giebeldreieck als insgesamt abgängig zu bewerten.
Der dritte Schadenspunkt betrifft das zerschnittene Stuhlrähm und dessen behelfsmäßige Reparatur durch ein zweites, parallel dazu eingestelltes Traggerüst.

Scheune von 1858 (i)
In Relation zum baulichen Umfang ist der aufgenommene Schaden als vergleichsweise gering einzuordnen. Er bezieht sich auf einzelne Knotenpunkte im Dachfußbereich, von denen das Sichern des südlichen Traufrähmes und die Reparatur des gesamten Dachfusses als die dringlichste Maßnahme zu bewerten ist.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
Konstruktion/Material:
Scheune von 1789 (d)
Von der ältesten, in das Jahr 1789 zu datierenden Scheune, ist bis auf einen Giebeleckständer im Erdgeschoss nur noch das Dachwerk erhalten.

Das Dachwerk
Bei dem Kernbestand der ehemals über einem Fachwerkunterbau abgezimmerten und mit Falzziegeln eingedeckten Dachkonstruktion handelt es sich um ein quer eingebundenes, in die Dachbalken bzw. Dachfussbalken zapfendes Sparrendach.
Unterstützt werden die Sparrenpaare durch zwei liegende Querbünde, ergänzt durch einen den Dachraum abschließenden Fachwerkgiebel im Süden, während im Norden kein geschlossener Wandabschluss vorhanden war und ist. Die Querbünde tragen im 1. Dachgeschoss zwei in Firstrichtung verlaufende Rähmhölzer. Letztere sind gleichzeitig Bestandteile der geneigten, unter den Dachflächen liegenden Längsbünden, die in der Kombination mit den Querbünden ein liegendes Stuhlgerüst ausbilden.
Die Aussteifung des Dachwerkes übernehmen in Querrichtung verzapfte Streben und in Längsrichtung zu den Rähmhölzern aufsteigene, die Längsriegel überquerende Kopfstreben. Auch im Zuge der zweifach verriegelten Giebelwand wurden verzapfte Streben ausgeführt. Zwischen den Querbünden sind bis auf ein Distanzholz keine Kehlbalken verbaut.
Das Dachwerk besteht ausschließlich aus Nadelholz. Seine Einheitlichkeit ist durch die Abfolge der Querbünde und der ausgestochenen Abbundzeichen belegt. So ist ausgehend vom nördlichen und offenen Querbund die Abfolge von 1 bis 2 Ausstichen erkennbar. Damit entspricht die heutige Länge der Scheune nicht nur der bauzeitlichen Ausdehnung. Der offene Abschluss im Norden belegt auch, dass die Scheune damals an ein bestehendes, der heutigen Scheune von 1856 vorausgegangenes Gebäude angebaut wurde.

Scheune von 1856 (i)

Der Unterbau
Massiv ummauert, möglicherweise unter Verwendung älterer Sockemauern, folgt die bauzeitliche Gliederung der Hauptscheune einem dreizonigen Aufbau mit mittiger Ein- bzw. Durchfahrt. Die seitlich des Tores zu vermutenden Stalleinbauten wie auch die Bauteile der Innengliederung sind vollständig ausgeräumt.
Ähnlich verhält es sich für das Obergeschoss, in dem neben den massiven Außenwänden nur noch die beiden seitlich der Durchfahrt aufgestellten Gerüstachsen zum bauzeitlichen Bestand gehören. Die ehemalige Zwischendecke westlich der Durchfahrt ist durch eine Betondecke, die gegenüberliegende Decke ist durch eine Holzdecke mit modernen und wiederverwendeten Balken ersetzt.
Bauzeitlich dagegen ist das gesamte Dachwerk. Mit unzähligen wiederverwendeten Hölzern abgezimmert, gleicht es bis auf die Längsaussteifung der oben beschriebenen Dachkonstruktion. Wie bei dieser diente der Dachraum als Heulager.

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