Alte Aula (Tübingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohn- und Geschäftshaus

ID: 149881281512  /  Datum: 31.10.2022
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Alte Postgasse
Hausnummer: 57, 59
Postleitzahl: 69469
Stadt-Teilort: Weinheim

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Rhein-Neckar-Kreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8226096023
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 49,5541° nördliche Breite, 8,6699° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der Gebäudekomplex Alte Postgasse 57/59 und Friedrichstraße 36 geht im Wesentlichen auf zwei Bauphasen zurück. Das Haupthaus Nr. 57 wurde zwischen 1577 und 1582 erbaut und möglicherweise schon damals als Gasthaus konzipiert. Aus der Erbauungszeit haben sich der große Gewölbekeller sowie die Umfassungswände des Haupthauses erhalten.
Um 1705 erfolgte der L-förmige Anbau zur Friedrichstraße hin. Dieser diente sicherlich zur Erweiterung des Gasthauses und nahm wohl auch Gästezimmer im Obergeschoss auf. Zwischen 1801 und 1855 wurde das Anwesen als Posthalterei genutzt. Sicherlich kam es im Rahmen dieser Umnutzung auch zu kleineren baulichen Veränderungen, die sich aktuell jedoch im
Einzelnen nicht belegen lassen. Nach dem erneuten Besitzerwechsel im Jahr 1855 scheint das Gebäude teils wieder als Gasthaus genutzt worden zu sein. So wird 1927/1928 vom Umbau der „Alten Post“ zu einer Wirtschaft berichtet. Inwieweit dieser Umbau verwirklicht wurde, ist allerdings fraglich. Wirklich belegen lässt sich aktuell nur, dass zwischen 1925 und 1928 die beiden Ladengeschäfte im Erdgeschoss von Friedrichstraße 36 eingebaut wurden und dass um 1929 die Dachtragwerke in großen Teilen erneuert wurden.


1. Bauphase:
(1577 - 1582)
Erbauung des Haupthauses Nr.57 (i/d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Gasthof, -haus

2. Bauphase:
(1704 - 1705)
Erbauung des L-förmigen Anbaus zur Friedrichstraße hin (dendrochronologisch belegt)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
  • Anbau
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Gasthof, -haus

3. Bauphase:
(1801 - 1855)
Nutzung als badische Posthalterei (a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Poststation

4. Bauphase:
(1924 - 1929)
Größere Umbaumaßnahmen und weitgehende Erneuerung der Dachtragwerke (a/d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht des Gebäudes von Nordwesten (2022) / Wohn- und Geschäftshaus in 69469 Weinheim (27.09.2022 - Markus Numberger (Esslingen))
Abbildungsnachweis
Ansicht des Gebäudes von Westen (2022) / Wohn- und Geschäftshaus in 69469 Weinheim (27.09.2022 - Markus Numberger (Esslingen))

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Der stattliche Gebäudekomplex Alte Postgasse 57/59 und Friedrichstraße 37 steht nördlich, außerhalb des historischen Stadtkerns von Weinheim. Nur wenige Meter nördlich des
Anwesens befindet sich der Flusslauf der Weschnitz.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Gasthof, -haus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, welches in Ecklage zwischen der Alten Postgasse und der Friedrichstraße erbaut wurde. Über einer hohen, mit massiv gemauerten Außenwänden errichteten Erdgeschosszone
erhebt sich ein Fachwerk-Obergeschoss, welches sich straßenseitig überwiegend als unverputztes Zierfachwerk zeigt. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen und Spitzboden unter einem Satteldach ab, welches dem L-förmigen
Verlauf des Gebäudegrundrisses folgt und am südlichen Giebel einen Halbwalm besitzt.
Das hier untersuchte Anwesen gliedert sich in zwei wesentliche Baukörper: das Haupthaus (Nr. 57) mit seinem dominierenden Polygonalerker an der nördlichen Gebäudekante des
Obergeschosses sowie der spätere Anbau zur Friedrichstraße hin, mit seiner L-förmigen Grundform.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Haupthaus ist teilunterkellert und verfügt unter den nordwestlichen Dreivierteln über einen großen Gewölbekeller. Der L-förmige Anbau besitzt lediglich einen sehr kleinen Gewölbekeller unter dem nördlichen Bereich.
Die bauzeitliche Grundrissgliederung des Haupthauses lässt sich aufgrund zahlreicher Umbauten und dem Fehlen des Dachtragwerks heute nur noch schwer rekonstruieren. Lediglich der Längsmittelflur dürfte noch auf das 16. Jahrhundert zurückgehen. Das
Erdgeschoss könnte schon zur Bauzeit als Gasthaus konzipiert, das Obergeschoss hingegen als Wohnebene genutzt worden sein. Die Dachgeschossebenen blieben unausgebaut und dienen bis heute als Lagerflächen.
Der L-förmige Anbau entstand um 1705, also zu einer Zeit, als das Anwesen nach wie vor als Gasthaus genutzt wurde. Somit ist sicherlich auch für diesen neuen Bauteil eine gastronomische Nutzung vorgesehen gewesen. Das Erdgeschoss könnte Gasträume bzw. einen Saal aufgenommen haben. Das Obergeschoss möglicherweise Gästezimmer. Im Obergeschoss ist die bauzeitliche Grundrissgliederung noch in weiten Teilen überliefert. Die beiden Dachgeschosse sind auch hier unausgebaut und dienen zu Lagerzwecken.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Decken
    • Balkendecke
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Holzgerüstbau
    • Geschossgerüst
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Fenster
    • bemerkenswerte Türen
    • Erker
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Hängebund, einfach
Konstruktion/Material:
Über den massiv gemauerten Gewölbekellern wurden die Außenwände des Erdgeschosses ebenfalls in Massivbauweise aus Naturstein-Mauerwerk errichtet. Abgesehen von der südwestlichen Giebelwandscheibe des Haupthauses, die quasi als Brandmauer zwischen Haupthaus und L-förmigem Anbau fungiert, wurde das gesamte Obergeschoss in Fachwerkbauweise aufgerichtet. Von den bauzeitlichen Dachtragwerken haben sich nur wenige Reste erhalten. Das Haupthaus besitzt hier nur noch seine nordöstliche
Außengiebelwand (mehrheitlich aus Eichenholz). Das restliche Dachtragwerk des Haupthauses wurde um 1928/1929 gänzlich erneuert und als zweifach liegende Stuhlkonstruktion aus Tannenholz abgebunden.
Der L-förmige Anbau besitzt am südlichen Ende noch drei überlieferte Querzonen von 1705. Hier zeigt sich eine zweifach liegende Stuhlkonstruktion mit verzapften Holzverbindungen. Die Querbünde der hier verbauten Kiefernholz-Konstruktion besitzen Abbundzeichen in Form von Dreieckskerben, die für eine ehemals einheitliche Dachkonstruktion über dem L-förmigen Anbau sprechen. Das restliche Dachtragwerk über dem L-förmigen Anbau
wurde ebenfalls um 1929 gänzlich erneuert.

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