Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 139186832312  /  Datum: 21.03.2013
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: 15
Postleitzahl: 79219
Stadt-Teilort: Staufen

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8315108015
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Mit der Untersuchung des im Jahr 1984 abgebrochenen Gebäudes ist in Staufen die erste dendrochronlogische Datierung eines Wohnhauses verbunden. Obwohl das ermittelte Baujahr 1491 für alle Beteiligten eine Überraschung darstellte, waren Abriss und Neubau nicht mehr aufzuhalten. Die im Rahmen der Untersuchung angefertigten Skizzen gehören somit zu den wenigen erhaltenen Quellen über das ehemals mittelalterliche Gebäude.
Der zweigeschossige Massivbau mit einem zusätzlichen, an den Straßenseiten auskragenden Fachwerkstock besaß ein zur Straße traufständig ausgerichtetes Satteldach. Nicht auf der gesamten Grundrissfläche unterkellert, wies der angetroffene Balkenkeller mit einem Unterzug aus den Jahren 1564/65 (d) eine von der Straßentraufe abweichende Ausrichtung auf, so dass er sich wohl einer älteren Bebauungssituation zuordnen lässt.
Der nach Norden frei stehende Fachwerkgiebel war bis zum First als Steilgiebel ausgebildet und beherrschte so als Kontrast zu den benachbarten Steinbauten das lokale Stadtbild. Diese architektonische Wirkung wurde spätestens in den Jahren um 1770 aufgegeben. In dieser Zeit erfolgte ein gravierender Umbau, bei dem neben der neuen Gestaltung der nun abgehängten Stubendecke wohl auch die Aufstockung des Torhäuschens erfolgte. In diesem Zusammenhang wurde die straßenseitige Auskragung des Fachwerkstockwerks beseitigt und das Gebäude erhielt eine neue, verputzte Fassade.


1. Bauphase:
(1491)
Errichtung des Gebäudes (d)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1770)
um 1770 erhebliche Umbaumaßnahmen; Aufstockung des Torhäuschens, Umgestaltung der nun abgehängten Stubendecke und Verputz der Fassade unter Beseitigung der straßenseitigen Auskragung des Fachwerkstocks.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Systemskizze Grundriss EG / Wohnhaus in 79219 Staufen, Staufen im Breisgau (21.08.1984 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Systemskizze Ansicht von West / Wohnhaus in 79219 Staufen, Staufen im Breisgau (21.08.1984 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Systemskizze Grundriss 1. Dachgeschoss / Wohnhaus in 79219 Staufen, Staufen im Breisgau (21.08.1984 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Systemskizze Grundriss 2. Obergeschoss / Wohnhaus in 79219 Staufen, Staufen im Breisgau (21.08.1984 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Systemskizze Grundriss 1. Obergeschoss / Wohnhaus in 79219 Staufen, Staufen im Breisgau (21.08.1984 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung
  • Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude liegt im Stadtzentrum von Staufen. Mit seinem schiefwinkligen Grundriss orientierte sich der Überbau an der südlich stehenden Nachbarbebauung, ohne jedoch an diese anzuschließen. Der östlich des Gebäudes liegende Hofraum war über ein kleines, zurückgesetztes Torhaus befahrbar.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der zweigeschossige Massivbau mit einem zusätzlichen, an den Straßenseiten auskragenden Fachwerkstock besaß ein zur Straße traufständig ausgerichtetes Satteldach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Gesicherte Aussagen zur Gliederung des Erdgeschosses waren kaum noch möglich. Das alte, rechtwinklig zur Straßentraufe verlegte Gebälk wie auch die mit Holznägeln befestigte Dielung waren rauchschwarz und deuteten so eine ehemals untergeordnete Nutzung, bestehend aus Lagerräumen, Werkstatt oder Verkaufsräumen an. Einzig die im Eingangsbereich zu vermutende Treppe in das 1. Obergeschoss schien noch den bauzeitlichen Zusammenhang widerzuspiegeln.
Im 1. Obergeschoss war die aufgenommene Befundlage aufschlussreicher. Danach konnten seitlich des geräumigen Treppenhauses zwei straßenseitige, unterschiedlich große Räume erschlossen werden. Bei einem Vergleich der beiden Zimmer kommt dem großen, im Süden liegenden und aufwendig belichteten Raum die Funktion einer Stube zu. Wohl von Anfang an erwärmbar, kann in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft eine Küche mit Herdstelle beziehungsweise Hinterladeröffnung vermutet werden. Gleichfalls an der Straßenseite lag der kleinere Raum. Ausgehend von seiner Lage und Größe ist er üblicherweise als Schlafraum oder Nebenkammer anzusprechen. Gibt es auf die Frage, ob die erwähnte Küche offen in das Treppenhaus integriert oder von diesem räumlich abgetrennt war, keine eindeutige Antwort, so bestehen für die ursprüngliche Raumanordnung im ehemaligen Fachwerkstock keine Zweifel .
Nahezu vier gleich große Raumeinheiten untergliederten den Grundriss. Einschließlich des Treppenhauses waren dies zwei Kammern an der Straßenseite und eine Art Rauchkammer im verbleibenden Winkel. Wie im Geschoss darunter muss dem Raum in der Südwestecke die größte Bedeutung zugeschrieben werden.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bohlen
  • Mischbau
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
  • Decken
    • Einschubdecke
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Stehende und geneigte Quer- und Längsbünde
Konstruktion/Material:
Im 1. Obergeschoss konnten seitlich über das geräumige Treppenhause straßenseitig gelegen, zwei unterschiedlich große Räume erschlossen werden. Die inneren Wände der beiden Räume bestanden aus sogenannten Spundwänden, deren konstruktive Basis in kurzen Abständen aufgestellte Holzständer bildeten. Nuten in den Ständern und an der Unterseite der Unterzüge dienten zur Verankerung von senkrechten, zwischen den Balken aufgestellten Brettern. Beide Räume besaßen gefaste Balkendecken mit Bretteinschub und profilierten Deckleisten.

Während die Decken der zwei Kammern an der Straßenseite und eine Art Rauchkammer im verbleibenden Winkel des Fachwerkstocks mit einem aufgelegten Dielenboden abschlossen, kann wie im Geschoss darunter dem Raum in der Südwestecke die größte Bedeutung zugeschrieben werden. Zusätzlich zu den rot gefassten Balken wurde er mit einem auf seitlichen Leisten aufgelegter Bretterblindboden ausgeführt. Profilierte Leisten überdeckten die Bretterfugen.

Das zweigeschossige, ebenfalls aus dem Jahr 1491 stammende Dachwerk besaß drei stehende Querbünde, die in der Kombination mit zwei stehenden Längsbünden ein zweifach stehendes Stuhlgerüst ausbildeten. Die Queraussteifung gewährleisteten hoch ansetzende Steigbänder, während die Winkelsicherung in Firstrichtung ausschließlich von Kopfbändern übernommen wurde. Der nach Norden frei stehende Fachwerkgiebel war bis zum First als Steilgiebel ausgebildet und beherrschte so als Kontrast zu den benachbarten Steinbauten das lokale Stadtbild.

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