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Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

Wohnhaus, Dachwerk

ID: 132644512021  /  Datum: 27.04.2016
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Bahnhofstraße
Hausnummer: 5
Postleitzahl: 78315
Stadt-Teilort: Radolfzell

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8335063019
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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12

Bauphasen

1. Bauphase:
(1510 - 1511)
Abzimmerung des Dachwerkes1510/11(d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

2. Bauphase:
(1615 - 1616)
Der Verlust des bauzeitlichen Stuhlgerüstes ist auf einen Umbau der Jahre 1615/16 (d) zurückzuführen.
Zu diesem Zeitpunkt wurden die alten Stuhlständer entfernt und die Längsrähme durch den Einbau zusätzlicher Unterzüge verstärkt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

3. Bauphase:
(1750 - 1799)
In das 18. Jahrhundert datiert der letzte gravierende Umbau. Er bezieht sich auf den Neubau des zum Teil frei stehenden Giebels.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Dokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das untersuchte Dachwerk ist auf einem dreigeschossigen, verputzten Unterbau abgezimmert. Traufständig zur Straße ausgerichtet, handelt es sich im angetroffenen Zustand um ein Satteldach, eingebunden in die angrenzende Nachbarbebauung. An der Straßentraufe ist ein Ladegiebel ausgeführt. Der angetroffene Bestand ist im Wesentlichen drei verschiedenen Bauphasen zuzuordnen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Bedingt durch die beschriebenen Umbauten ist der Kernbestand des frühen 16. Jahrhunderts nicht mehr als tragfähig zu bezeichnen. Dies bezieht sich auch auf die beiden oberen Dachgeschosse mit den völlig überforderten Sparrenhölzern.
Obwohl um 1615/16 verstärkt, trifft diese Aussage auch auf die Nachfolgekonstruktion zu. Mit ihren weiten Spannweiten, dem lokalen Schadensbild und der unzureichenden Verankerung der späteren Giebelscheibe bedarf sie dringend einer statischen Ertüchtigung.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Stehende und geneigte Quer- und Längsbünde
    • Unter-, Überzüge, Pfetten
Konstruktion/Material:
Das bauzeitliche Dachwerk aus den Jahren 1510/11(d)

Beschreibung und Bestand
Das tragende Gerüst des ursprünglichen Dachwerkes bestand aus der Aufreihung von elf, generell gleich ausgebildeten Sparrendreiecken. Dabei bildeten das Gespärre 1 und 11 die das Dach begrenzenden Giebeldreiecke. Die konstruktive Basis aller Gebinde bilden die von Traufe zu Traufe verlegten Dachbalken. In diese Dachbalken zapfen die Sparrenfüße, während die Sparrenpaare im weiteren Verlauf bis zum Firstpunkt durch zwei mit den Sparren verblatteten Kehlbalken verstärkt wurden. Sie unterteilen das Dachwerk in drei Nutzungsebenen (Dachgeschosse).
Zur Unterstützung der Sparrenpaare wurden im 1. Dachgeschoss unter den Kehlbalken drei firstparallel verlaufende Rähmhölzer eingebaut. Deren Unterstützung erfolgt innerhalb der Dachlänge durch 2 innere Querbünde. Konstruktiv handelt es sich um stehende Querbünde. Sie gliederten den Dachraum in drei unterschiedlich breite Zonen. Kombiniert mit drei stehenden Längsbünden bildeten sie eine dreifach stehende Stuhlkonstruktion aus.
Die Aussteifung des Stuhlgerüstes in Quer- und Längsrichtung erfolgte durch verblattete Winkelhölzer.
Im 2. Dachgeschoss und dem Spitzboden waren keine bauzeitlichen Zusatzkonstruktionen eingebaut.
Bauzeitliche Raumabtrennungen waren nicht ausgeführt. Der Dachraum diente in vollem Umfang als offener Lagerraum. Die Ausführung eines Ladegiebels ist für das Kerndach zwar nicht belegt, aber anzunehmen.
Der erhaltene Bestand der beschriebenen Kernkonstruktion bezieht sich neben einer in Flechtwerk geschlossenen Giebelscheibe auf die Sparrendreiecke mit den Kehlbalken und den drei Längsrähmen. Das Stuhlgerüst ist nicht mehr erhalten.

Der Umbau aus den Jahren 1615/16
Der Verlust des bauzeitlichen Stuhlgerüstes ist auf einen Umbau der Jahre 1615/16 (d) zurückzuführen.
Zu diesem Zeitpunkt wurden die alten Stuhlständer entfernt und die Längsrähme durch den Einbau zusätzlicher Unterzüge verstärkt. Mit ihrem Querschnittsprofil den alten Rähmhölzern aufwändig angepasst, umgreifen sie diese mit einem liegenden und stehenden Schenkel. Ziel dieser Verstärkung war offensichtlich die lokale Veränderung der Lastabtragung, verbunden mit der Aufgabe der dreizonigen Dachraumgliederung. Während diese im Zuge der straßenseitigen Längsachse, bedingt durch den mit dem Umbau angelegten Ladegiebel noch eingehalten ist, ist sie in den beiden verbleibenden Längsachsen aufgegeben, bzw. durch nachfolgende Umbauten nicht mehr nachvollziehbar.
Bis auf lokale Ausnahmen ist der in den Jahren 1615/16 eingebaute Holzbestand weitgehend erhalten. Fehlstellen beziehen sich auf den großen Fäulnissschaden im Zuge der rückwärtigen Längsachse und auf den modernen Treppenhauseinbau.
Völlig überlastet ist die rückwärtige Längsachse provisorisch unterstützt.

Der Umbau im 18. Jahrhundert
In das 18. Jahrhundert datiert der letzte gravierende Umbau. Er bezieht sich auf den Neubau des zum Teil frei stehenden Giebels. Eingebunden in das Fachwerk waren zwei Fensteröffnungen, die modern aufgeweitet wurden. Zweifach verriegelt und mit Backstein ausgefacht, besitzt der Giebel keine, bzw. allenfalls unzureichende Verbindungen mit der inneren Dachkonstruktion. Bis zum Umbau im 17. Jahrhundert noch erhalten, wurden mit dem Neubau des Giebels die mittelalterlichen Winkelhölzer gekappt bzw. herausgenommen.

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