Schlossruine Menzingen
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Untere Schloßstraße |
| Hausnummer: | keine |
| Postleitzahl: | 76703 |
| Stadt-Teilort: | Menzingen |
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| Regierungsbezirk: | Karlsruhe |
| Kreis: | Karlsruhe (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8215097005 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
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| Geo-Koordinaten: | 49,1440° nördliche Breite, 8,7708° östliche Länge |
Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Fachwerkhaus, Obere Schloßstraße 12 (76703 Menzingen)
Fachwerkhaus, Schweizer Straße 19 (76703 Menzingen)
Bauphasen
Die früheste Erwähnung eines Schlosses in Menzingen datiert auf das Jahr 1359. Von dieser ersten Bauphase vor den Zerstörungen im Bauernkrieg um das Jahr 1525 sind gewisse Baufragmente im Bereich des Südflügels erhalten. Bei diesem ursprünglichen Burgschloss handelte es sich, soweit anhand der Fragmente nachvollziehbar, um einen L-förmigen, mindestens zweigeschossigen Bau anstelle des heutigen Südflügels.
Ab 1529 wurde das Wasserschloss laut einer früheren Inschrift am Treppenturm wiederaufgebaut. Die kürzere Seite des L-förmigen Baus im Westen wird aufgeben, um einen kompakten, länglichen Bau anstelle des heutigen Südflügels auszubilden. Die Südfassade gewann auch spätestens zu diesem Zeitpunkt ihren repräsentativen Character.
Überraschend kurz nach Vollendung des neuen Südflügels, vielleicht auch im unmittelbaren Anschluss, entschied sich die Familie von Mentzingen für den prachtvollen Ausbau ihres Wasserschlosses zu einem kastellartigen, dreiflügeligen Bauwerk mit Ecktürmen. Eine verlorene Inschrift im 3. Obergeschoss des Nordostturms datiert etwa die Vollendung des stattlichen Bauvorhabens um 1539.
Im 18. Jahrhundert wurde das 2. Obergeschoss überarbeitet. Um das Jahr 1770 wurde die steinerne Schlossbrücke erneuert. Die Plansätze aus dem Ende des 19. Jh. und Anfang des 20. Jh. zeigen eine gewisse Bautätigkeit am Menzinger Wasserschloss. Die Dachwerke wurden erneuert, die Innenräume neu aufgeteilt und modernisiert.
(1359)
- Schlossanlage
- allgemein
- Residenz- und Hofhaltungsbauten
- Schloss
(1529 - 1532)
- Schlossanlage
- allgemein
(1532 - 1539)
- Schlossanlage
- allgemein
(1699 - 1911)
- Dachgeschoss(e)
- Anbau
- Ausstattung
- Schlossanlage
- allgemein
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorisches Gutachten
Beschreibung
- Siedlung
- Randlage
- Residenz- und Hofhaltungsbauten
- Schloss
Anhand von historischen Plänen und Aufnahmen lässt sich der Bestand der intakten Anlage vor der Zerstörung 1945 weitgehend erschließen.
Es handelte sich um eine eher regelmäßige dreiflügelige Anlage mit vier runden Ecktürmen. Süd-, West- und Nordflügel rahmen einen Innenhof ein, der durch eine niedrige Gartenmauer im Osten abgeschlossen wird. Der Zugang zum Hof erfolgt über eine Durchfahrt in der Mitte des Südflügels. Zwei Treppentürme in der südlichen Mitte und in der nordwestlichen Ecke des Innenhofs ermöglichten einst den Zugang zu den oberen Geschossen. Laubengänge, durch massive Eichenständer getragen, begleiteten die Fassaden des Innenhofs vom südlichen Treppenturm bis zum östlichen Abschluss des Nordflügels.
Nach der Zerstörung 1945:
Das Kellergeschoss ist bis auf den südlichen Bereich des westlichen Kellergewölbes vollständig verschüttet. Im Erdgeschoss lassen sich die Konturen nahezu aller Außenmauern erfassen, bis auf den nördlichen Bereich des Westflügels sowie Teile des Nordflügels, die im Ganzen abgängig sind. Im ersten Obergeschoss verblieben in erster Linie die südliche Fassade und die südliche Hälfte der Westfassade. Die nordöstliche Ecke des Südflügels ist als „Mauernadel“ noch vorhanden, ebenso blieben einige dekontextualisierte Mauersegmente im östlichen Bereich des Nordflügels. Vom zweiten Obergeschoss zeugen nur noch wenige Mauerzüge: Teile der Südfassade, der Westfassade im Süden sowie als einziges das zweite Turmobergeschoss im Nordosten.
Schlossinsel und teils auch Binnenraum der Ruine sind dicht bewachsen. In unmittelbarer Nähe des Südostturmes erhebt sich eine mächtige Weide mit einem Stammdurchmesser von etwa 120 cm.
Zonierung:
Ursprünglich einzonige Anlage in allen drei Flügeln, Erschließung über vorgesetzte Arkadenzone im Hof. Später Veränderung der Grundrisse im 1. und 2. OG mit Untergliederung durch Zwischenwände.
Konstruktionen
- Steinbau Mauerwerk
- Bruchstein
- hammerrechtes Schichtenmauerwerk
- Mauerwerkstyp 1: Regelmäßiges Schichtenmauerwerk mit wenigen Zwicksteinen und vergleichsmäßig dünnen Fugen, Schichtenhöhe etwa 35 cm.
- Mauerwerkstyp 2: Stattliche Sandsteinquader im Sockelbereich beider nördlichen Türme (bis zu etwa 3 m Höhe), regelmäßig geschichtet. Es handelt sich vielleicht um Spuren einer ehemaligen Hofmauer vor dem 16. Jh.
- Mauerwerkstyp 3: Bruchsteinmauerwerk, eher regelmäßig bis unregelmäßig geschichtet, stark variierende Steinformate, 1-2 cm breite Fugen. Sehr hoher Anteil an Zwicksteinen.
- Mauerwerkstyp 4: Unregelmäßiges Schichtenmauerwerk, eher einheitliche Steinformate (25-50 cm), Schichthöhe etwa 30 cm, keine Zwicksteine.
- Mauerwerkstyp 5: Hammergerechtes Schichtenmauerwerk, Schichthöhe ca. 15 cm, Nutzung von Ziegeln als Zwicksteine. Es handelt sich um die barocke Aufstockung bzw. Versteinerung des 2. Obergeschosses, in Teilen an der Südfassade erhalten.
- Mauerwerkstyp 6: Bruchsteinmauerwerk, eher regelmäßig geschichtet und kleinteilig, mit Abwechslung zwischen Schichten mit regelmäßig behauenen Steinen und Zwicksteinen, hoher Mörtelanteil. Die Verbandart lässt sich an der hofseitigen Außenmauer des Westflügels beobachten.



