Wohnhaus
ID:
120350293118
/
Datum:
29.04.2021
Datenbestand: Bauforschung
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Bei der Kirche |
| Hausnummer: | 15 |
| Postleitzahl: | 70794 |
| Stadt-Teilort: | Filderstadt-Sielmingen |
|
|
|
| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Kreis: | Esslingen (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8116077012 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
|
| Geo-Koordinaten: | 48,6748° nördliche Breite, 9,2388° östliche Länge |
Kartenansicht (OpenStreetMaps)
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Wohnhaus, ehem. Zehntscheuer (70794 Filderstadt-Sielmingen, Bei der Kirche 17)
Wasch- und Backhaus, Bei der Kirche 21a (70794 Filderstadt-Sielmingen)
Wohnhaus, mit abgegangener Scheune und Backhaus (70794 Filderstadt, Bei der Kirche 21)
Wohnhaus, Hauptstraße 55 (70794 Sielmingen)
Wasch- und Backhaus, Bei der Kirche 21a (70794 Filderstadt-Sielmingen)
Wohnhaus, mit abgegangener Scheune und Backhaus (70794 Filderstadt, Bei der Kirche 21)
Wohnhaus, Hauptstraße 55 (70794 Sielmingen)
Bauphasen
Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:
Die dendrochronologische Untersuchung belegt die Datierung des Dachwerks auf das Jahr 1700/01 (d).
1. Bauphase:
(1700 - 1701)
(1700 - 1701)
Abzimmerung (d)
Betroffene Gebäudeteile:
- Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorische Kurzuntersuchung
Beschreibung
Umgebung, Lage:
Östlich der Martinskirche stehend in giebelständiger Ausrichtung zur Straße "An der Kirche".
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Zweigeschossiger, verputzter Sattelldachbau.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben
Konstruktionen
Konstruktionsdetail:
- Dachgerüst Grundsystem
- Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
- Dachgerüst, verstärkende Einbauten
- Kehlbalken, Kreuzbänder, Sparrenstreben etc.
Konstruktion/Material:
Bei dem Dachwerk handelt es sich um ein dreigeschossiges Sparrendach mit zweistöckiger Stuhlkonstruktion. Im 1. DG werden die Sparren und Kehlbalken durch einen schlichten dreifach stehenden Stuhl unterstützt, wobei die Stuhlrähme in voller Hauslänge durchlaufen. Im 2. DG findet sich ein verhältnismäßig junges Beispiel für die im 16. und 17. Jh. in Sielmingen häufige Restunterfirstständerkonstruktion, bei der ein axial orientierter, einfach stehender Stuhl Hahnenbalken unterstützt, die (im Gegensatz zur übrigen, vollständig verzapft ausgeführten Konstruktion) teils noch in mittelalterlicher Tradition mit den Sparren verblattet sind.
Alle Dachebenen waren ursprünglich zur Straße hin stockweise vorgekragt, wie anhand von Zapflöchern ehemaliger Stichbalken an den letzten Kehlbalken vor der Westfassade abzulesen ist. Die Überstände wurden im Zuge einer Erneuerung der Fassade wohl im 19. Jh. aufgehoben, sodass der einst repräsentative Westgiebel zu einer unscheinbaren Flachgiebelfassade mutierte.
Bemerkenswert ist die Anlage der Kehlbalken über dem 1. DG, die teils zweiteilig sind und in diesem Fall über dem mittleren Stuhlrähm einen diagonal verlaufenden Vertikalstoß aufweisen.
Die Datierung des Dachwerks wird durch zahlreiche sekundär verwendete Bauhölzer aus mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fachwerkgefügen erschwert. Anhand der Bearbeitungsspuren und der zeitgemäßen Abzimmerung lassen sich die frisch geschlagenen Hölzer dennoch gut von den sekundär verwendeten Bauhölzern (u.a. d 4 und 7) unterscheiden. Bei den frisch für den Bau geschlagenen Hölzern handelt sich in erster Linie um Langhölzer, vor allem um die Stuhlrähme und Sparren. Dementsprechend ergaben die Proben hier auch die jüngsten, einer einheitlichen Bauphase zuweisbare Fälldaten im Winter 1699/1700 (d 1, 3, 5, 6, alles Weichhölzer) sowie im Winter 1700/01 (d 2, Eiche). Da die Hölzer in aller Regel saftfrisch verarbeitet wurden, ist die Errichtung des Dachwerkes im Laufe des Jahres 1701 (d) anzunehmen.
Aussagen zum Fachwerkunterbau
Da das Dachwerk konstruktive Verbindung zum Unterbau aufnimmt, ist von einer Gleichzeitigkeit beider Bauteile auszugehen. Der Datierung des Dachwerks auf 1700/01 (d) entspricht die Gestalt des Fachwerkgefüges mit den größtenteils wandhohen, über die Riegel geblatteten Feldstreben. Auf eine dendrochronologische Datierung des Unterbaus wurde aufgrund der starken Überarbeitung der Hölzer verzichtet, da hierbei die Waldkanten und damit die Datierbarkeit der Fälldaten überwiegend verloren gegangen sind.
Alle Dachebenen waren ursprünglich zur Straße hin stockweise vorgekragt, wie anhand von Zapflöchern ehemaliger Stichbalken an den letzten Kehlbalken vor der Westfassade abzulesen ist. Die Überstände wurden im Zuge einer Erneuerung der Fassade wohl im 19. Jh. aufgehoben, sodass der einst repräsentative Westgiebel zu einer unscheinbaren Flachgiebelfassade mutierte.
Bemerkenswert ist die Anlage der Kehlbalken über dem 1. DG, die teils zweiteilig sind und in diesem Fall über dem mittleren Stuhlrähm einen diagonal verlaufenden Vertikalstoß aufweisen.
Die Datierung des Dachwerks wird durch zahlreiche sekundär verwendete Bauhölzer aus mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fachwerkgefügen erschwert. Anhand der Bearbeitungsspuren und der zeitgemäßen Abzimmerung lassen sich die frisch geschlagenen Hölzer dennoch gut von den sekundär verwendeten Bauhölzern (u.a. d 4 und 7) unterscheiden. Bei den frisch für den Bau geschlagenen Hölzern handelt sich in erster Linie um Langhölzer, vor allem um die Stuhlrähme und Sparren. Dementsprechend ergaben die Proben hier auch die jüngsten, einer einheitlichen Bauphase zuweisbare Fälldaten im Winter 1699/1700 (d 1, 3, 5, 6, alles Weichhölzer) sowie im Winter 1700/01 (d 2, Eiche). Da die Hölzer in aller Regel saftfrisch verarbeitet wurden, ist die Errichtung des Dachwerkes im Laufe des Jahres 1701 (d) anzunehmen.
Aussagen zum Fachwerkunterbau
Da das Dachwerk konstruktive Verbindung zum Unterbau aufnimmt, ist von einer Gleichzeitigkeit beider Bauteile auszugehen. Der Datierung des Dachwerks auf 1700/01 (d) entspricht die Gestalt des Fachwerkgefüges mit den größtenteils wandhohen, über die Riegel geblatteten Feldstreben. Auf eine dendrochronologische Datierung des Unterbaus wurde aufgrund der starken Überarbeitung der Hölzer verzichtet, da hierbei die Waldkanten und damit die Datierbarkeit der Fälldaten überwiegend verloren gegangen sind.

