Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 120350293118  /  Datum: 29.04.2021
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Bei der Kirche
Hausnummer: 15
Postleitzahl: 70794
Stadt-Teilort: Filderstadt-Sielmingen

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Esslingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8116077012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,6748° nördliche Breite, 9,2388° östliche Länge

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die dendrochronologische Untersuchung belegt die Datierung des Dachwerks auf das Jahr 1700/01 (d).


1. Bauphase:
(1700 - 1701)
Abzimmerung (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Nordwesten / Wohnhaus in 70794 Filderstadt-Sielmingen (05.11.2002 - Tilmann Marstaller)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Östlich der Martinskirche stehend in giebelständiger Ausrichtung zur Straße "An der Kirche".
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Zweigeschossiger, verputzter Sattelldachbau.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Kehlbalken, Kreuzbänder, Sparrenstreben etc.
Konstruktion/Material:
Bei dem Dachwerk handelt es sich um ein dreigeschossiges Sparrendach mit zweistöckiger Stuhlkonstruktion. Im 1. DG werden die Sparren und Kehlbalken durch einen schlichten dreifach stehenden Stuhl unterstützt, wobei die Stuhlrähme in voller Hauslänge durchlaufen. Im 2. DG findet sich ein verhältnismäßig junges Beispiel für die im 16. und 17. Jh. in Sielmingen häufige Restunterfirstständerkonstruktion, bei der ein axial orientierter, einfach stehender Stuhl Hahnenbalken unterstützt, die (im Gegensatz zur übrigen, vollständig verzapft ausgeführten Konstruktion) teils noch in mittelalterlicher Tradition mit den Sparren verblattet sind.
Alle Dachebenen waren ursprünglich zur Straße hin stockweise vorgekragt, wie anhand von Zapflöchern ehemaliger Stichbalken an den letzten Kehlbalken vor der Westfassade abzulesen ist. Die Überstände wurden im Zuge einer Erneuerung der Fassade wohl im 19. Jh. aufgehoben, sodass der einst repräsentative Westgiebel zu einer unscheinbaren Flachgiebelfassade mutierte.
Bemerkenswert ist die Anlage der Kehlbalken über dem 1. DG, die teils zweiteilig sind und in diesem Fall über dem mittleren Stuhlrähm einen diagonal verlaufenden Vertikalstoß aufweisen.
Die Datierung des Dachwerks wird durch zahlreiche sekundär verwendete Bauhölzer aus mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fachwerkgefügen erschwert. Anhand der Bearbeitungsspuren und der zeitgemäßen Abzimmerung lassen sich die frisch geschlagenen Hölzer dennoch gut von den sekundär verwendeten Bauhölzern (u.a. d 4 und 7) unterscheiden. Bei den frisch für den Bau geschlagenen Hölzern handelt sich in erster Linie um Langhölzer, vor allem um die Stuhlrähme und Sparren. Dementsprechend ergaben die Proben hier auch die jüngsten, einer einheitlichen Bauphase zuweisbare Fälldaten im Winter 1699/1700 (d 1, 3, 5, 6, alles Weichhölzer) sowie im Winter 1700/01 (d 2, Eiche). Da die Hölzer in aller Regel saftfrisch verarbeitet wurden, ist die Errichtung des Dachwerkes im Laufe des Jahres 1701 (d) anzunehmen.

Aussagen zum Fachwerkunterbau

Da das Dachwerk konstruktive Verbindung zum Unterbau aufnimmt, ist von einer Gleichzeitigkeit beider Bauteile auszugehen. Der Datierung des Dachwerks auf 1700/01 (d) entspricht die Gestalt des Fachwerkgefüges mit den größtenteils wandhohen, über die Riegel geblatteten Feldstreben. Auf eine dendrochronologische Datierung des Unterbaus wurde aufgrund der starken Überarbeitung der Hölzer verzichtet, da hierbei die Waldkanten und damit die Datierbarkeit der Fälldaten überwiegend verloren gegangen sind.

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