Wohnhaus, ehem. Zehntscheuer
ID:
100402332719
/
Datum:
29.04.2021
Datenbestand: Bauforschung
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Bei der Kirche |
| Hausnummer: | 17 |
| Postleitzahl: | 70794 |
| Stadt-Teilort: | Filderstadt-Sielmingen |
|
|
|
| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Kreis: | Esslingen (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8116077012 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
|
| Geo-Koordinaten: | 48,6747° nördliche Breite, 9,2388° östliche Länge |
Kartenansicht (OpenStreetMaps)
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Wohnhaus (70794 Filderstadt-Sielmingen, Bei der Kirche 15)
Wasch- und Backhaus, Bei der Kirche 21a (70794 Filderstadt-Sielmingen)
Wohnhaus, mit abgegangener Scheune und Backhaus (70794 Filderstadt, Bei der Kirche 21)
Wohnhaus, Hauptstraße 55 (70794 Sielmingen)
Wasch- und Backhaus, Bei der Kirche 21a (70794 Filderstadt-Sielmingen)
Wohnhaus, mit abgegangener Scheune und Backhaus (70794 Filderstadt, Bei der Kirche 21)
Wohnhaus, Hauptstraße 55 (70794 Sielmingen)
Bauphasen
Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:
Die dendrochronologische Untersuchung am Gebäude der ehem. Zehntscheuer belegt die Erbauung im Jahr 1533/34 (d). Der Umbau zum Wohnhaus ist für das Jahr 1839/40 (a) belegt. Zeitgleich erfolgte der Umbau zum Eindachhof (Wohnhaus und Scheuer unter einem Dach).
1. Bauphase:
(1533 - 1534)
(1533 - 1534)
Datierung der dendrochronologischen Untersuchung
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Zehntscheune
2. Bauphase:
(1839 - 1840)
(1839 - 1840)
Umbau zum Wohnhaus (a) und des Eindachhofs.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Eindachhof
Zugeordnete Dokumentationen
- Bauhistorische Kurzuntersuchung
Beschreibung
Umgebung, Lage:
In der Sielminger Ortsmitte neben der Martinskirche in Ecklage, mit traufseitiger Ausrichtung zur Straße "Bei der Kirche".
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Wohnbauten
- Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Struktur Unterbau: 1 / 2 / 3 (Geschosse / Schiffe / Zonen)
Struktur Dachwerk: 3 / 2-1-0 / 3 (Geschosse / Schiffe 1.DG-2. DG-3. DG / Zonen)
Dachneigung: 53°
Struktur Dachwerk: 3 / 2-1-0 / 3 (Geschosse / Schiffe 1.DG-2. DG-3. DG / Zonen)
Dachneigung: 53°
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben
Konstruktionen
Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Dachneigung: 53°
Gefügehölzer: verblattet und verzapft
Ursprünglich hoher eingeschossiger Scheunenbau mit dreigeschossigem Satteldach. Die Innengebinde des Dachwerks im 1. DG zeigen eine Kombination aus liegendem und einfach stehendem Stuhl, im 2. DG nur liegender Stuhl. Stehende Stuhlständer der Innengebinde in axialer Stellung mit kräftig verdicktem Kopfbereich, ähnlich wie im Dachwerk von Im Hof 1 (1572/73 (d)) und den Scheunen Bei der Kirche 13a/15a (2. Hälfte 17. Jh.) und Hauptstraße 34a (um 1700). Giebelgebinde mit stehenden Dachstühlen (1. DG mit dreifach, 2. DG mit zweifach stehendem Stuhl). Bemerkenswert sind die vollständig verblattet ausgeführten, liegenden Stuhlkonstruktionen. Ungewöhnlich ist die Ausformung der Kopfstreben, mit denen die äußeren Stuhlständer des Rückgiebels im 1. DG in Längsrichtung abgesichert sind. Der mittlere Stuhlständer erhielt ein aus geflößtem Nadelholz (!) gefertigtes und beidseitig angeblattetes Kopfband. Dagegen sind die beiden äußeren Gefügehölzer in Ständer und Pfette gezapft. Dieses Nebeneinander von verblatteten und verzapften Aussteifungshölzern ist charakteristisch für die sogenannte Übergangszeit im Fachwerkbau, die den Wechsel von mittelalterlicher zu neuzeitlicher Bautechnik beschreibt. Dazu passen die - mit Ausnahme der Kehlbalken und Kehlriegel - vollständig verzapft ausgeführten Giebelwände ebenso wie die offenkundig dekorative Gestaltung des straßenseitigen Sichtgiebels. Hier finden sich geschwungene, paarweise an den Stuhlständern angeordnete 2/3-Fußstreben, während die rückwärtige Giebelseite ausschließlich wandhohe Feldstreben zur Aussteifung des Gefüges erhielt.
Kurz nach 1839 wurden die beiden südlichen Zonen (Tenne und Bergeraum) durch Einfügung von neuen Trennwänden aus konstruktivem Fachwerk zu einem Wohnhaus umgestaltet. Die nördliche Zone fungiert seitdem als verkürzter Scheunenteil und erhielt durch Zufügung einer Trennwand eine neue schmalere Tenne. In diesem Zustand als Einhaus existiert das liebevoll renovierte Gebäude noch heute.
Gefügehölzer: verblattet und verzapft
Ursprünglich hoher eingeschossiger Scheunenbau mit dreigeschossigem Satteldach. Die Innengebinde des Dachwerks im 1. DG zeigen eine Kombination aus liegendem und einfach stehendem Stuhl, im 2. DG nur liegender Stuhl. Stehende Stuhlständer der Innengebinde in axialer Stellung mit kräftig verdicktem Kopfbereich, ähnlich wie im Dachwerk von Im Hof 1 (1572/73 (d)) und den Scheunen Bei der Kirche 13a/15a (2. Hälfte 17. Jh.) und Hauptstraße 34a (um 1700). Giebelgebinde mit stehenden Dachstühlen (1. DG mit dreifach, 2. DG mit zweifach stehendem Stuhl). Bemerkenswert sind die vollständig verblattet ausgeführten, liegenden Stuhlkonstruktionen. Ungewöhnlich ist die Ausformung der Kopfstreben, mit denen die äußeren Stuhlständer des Rückgiebels im 1. DG in Längsrichtung abgesichert sind. Der mittlere Stuhlständer erhielt ein aus geflößtem Nadelholz (!) gefertigtes und beidseitig angeblattetes Kopfband. Dagegen sind die beiden äußeren Gefügehölzer in Ständer und Pfette gezapft. Dieses Nebeneinander von verblatteten und verzapften Aussteifungshölzern ist charakteristisch für die sogenannte Übergangszeit im Fachwerkbau, die den Wechsel von mittelalterlicher zu neuzeitlicher Bautechnik beschreibt. Dazu passen die - mit Ausnahme der Kehlbalken und Kehlriegel - vollständig verzapft ausgeführten Giebelwände ebenso wie die offenkundig dekorative Gestaltung des straßenseitigen Sichtgiebels. Hier finden sich geschwungene, paarweise an den Stuhlständern angeordnete 2/3-Fußstreben, während die rückwärtige Giebelseite ausschließlich wandhohe Feldstreben zur Aussteifung des Gefüges erhielt.
Kurz nach 1839 wurden die beiden südlichen Zonen (Tenne und Bergeraum) durch Einfügung von neuen Trennwänden aus konstruktivem Fachwerk zu einem Wohnhaus umgestaltet. Die nördliche Zone fungiert seitdem als verkürzter Scheunenteil und erhielt durch Zufügung einer Trennwand eine neue schmalere Tenne. In diesem Zustand als Einhaus existiert das liebevoll renovierte Gebäude noch heute.

