Hohes Haus (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus, Armlederstrasse 5

ID: 126581673117  /  Datum: 07.12.2010
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Armlederstraße
Hausnummer: 5
Postleitzahl: 78628
Stadt-Teilort: Rottweil

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Rottweil (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8325049025
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die dendrochronologischen Untersuchungen ergaben den Fällzeitraum 1661/62 für das Bauholz des ältesten Holzgerüstes sowie das Datum 1884/85 für den Umbau des Hauptgiebels.
Um das Jahr 1956 erfolgte eine straßenseitige Dachanhebung. Der angetroffene Zustand ist auf eine Modernisierung und Wohnraumerweiterung der jetzigen Besitzer zurückzuführen.

Ergänzend zu einer archivalischen Untersuchung durch Werner Wittmann, Rottweil, und einer daran anschließenden dendrochronologischen Datierung durch Jutta Hoffman, sollte das Gebäude Armlederstr. 5 bauhistorisch dokumentiert und baugeschichtlich untersucht werden.
Der angrenzende, im Jahr 1878 errichtete Wirtschaftsbau war nicht Gegenstand der Untersuchungen.


1. Bauphase:
(1661 - 1662)
Bau des landwirtschaftlich genutzten Gebäude 1661/62 (d); ältestes Bauholz (Holzgerüst)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1884 - 1885)
Umbau des Hauptgiebels (d). Um das Jahr 1956 erfolgte eine straßenseitige Dachanhebung. Der angetroffene Zustand ist auf eine Modernisierung und Wohnraumerweiterung der jetzigen Besitzer zurückzuführen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1956)
straßenseitige Dachanhebung

Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Wohnhaus, Armlederstrasse 5 in 78628 Rottweil (04.11.2010)
Wohnhaus, Armlederstrasse 5 in 78628 Rottweil (04.11.2010)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Befunddokumentation, Fotodokumentation mit Verortung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus
    • Lagergebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
zweigeschossiger, viereckiger Massivbau
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das untersuchte Gebäude besitzt im Unterbau zwei Nutzungsebenen. Darauf ist ein Satteldach mit traufseitiger Ausrichtung zur Armlederstraße errichtet. Der Nordgiebel ist frei zugänglich, der Südgiebel durch den angrenzenden Nachbarn verbaut (Fotos E.1-E.3).
Der Eingang zum Gebäude liegt am Nordgiebel (Grundriss Erdgeschoss). Streng genommen handelt bzw. handelte es sich um drei Zugänge, die in ihrer ursprünglichen Funktion die ehemalige Nutzung des Gebäudes erkennen lassen.

Bei dem östlichen, in unmittelbarer Nähe zur Straße angelegten Zugang handelt es sich um den eigentlichen Hauszugang. Über ihn betritt man den Hausgang mit rückwärtigem Treppenlauf nach oben (Foto E.5). Vom Flur aus sind drei, entlang der Straßentraufe aufgereihte Räume mit unterschiedlichen Funktionen erreichbar. Bei dem ersten, in der Nord-Ost-Ecke des Hauses liegenden Raum handelt es sich ehemals um eine Art Stube mit freiliegendem Deckengebälk. Deren Zugang ist ursprünglich, während es sich bei den Fensteröffnungen um spätere Veränderungen handelt. Gleichfalls ursprünglich ist der Versprung der nördlichen Flurwand, welche in ihrem weiteren Verlauf einen kleinen Raum mit ehemaliger Küchennutzung abtrennte. Den Abschluss bildet ein ebenerdiger Kellerraum.

Unmittelbar neben dem Hauseingang liegt die zweite Türöffnung. Hierbei handelt es sich um den ursprünglichen Stallzugang. Der Stall erstreckte sich ursprünglich über die gesamte Gebäudetiefe und wurde durch den späteren Einbau einer Zwischenwand in zwei Raumeinheiten unterteilt. Vom alten Stall haben sich an der Westwand noch die Reste eines ehemaligen Futtertroges erhalten. Im abgetrennten Raum ist heute eine Werkstatt eingerichtet, weswegen die Befundaufnahme eingeschränkt war.

Der dritte und letzte Zugang wird heute durch zwei Fensteröffnungen gegliedert, zeichnet sich aber im Nordgiebel eindeutig ab (Foto E.4). Es handelt sich um eine ehemalige Zufahrt, die im Zusammenhang mit dem hohen angrenzenden Raum als Scheunen- oder Tennenzufahrt anzusprechen ist (Foto E.8).

Aus den oben zugewiesenen Funktionen ist die Nutzung des Gebäudes als Bauernhaus klar ersichtlich. Dessen eigentliche Wohnebene lag im 1. Obergeschoss und nahm die Räumlichkeiten östlich des Tennenraums ein (Grundriss 1. Obergeschoss). Erreichbar war die Wohnebene über die erwähnte Treppe. Ihr Austritt liegt in einem Flurraum, von dem die Wohnräume erreichbar sind. Während Küche, Stube und Kammer noch in ihren ursprünglichen Ausmaßen erhalten sind, hat der östlich des Flures liegende Raum spätere Unterteilungen erfahren. Auch die Trennwand zur Tenne ist nicht mehr bauzeitlich. Gleiches gilt wohl für den Zugang zur benachbarten Kammer, die, wenn es sich um die Schlafkammer handelte, mit hoher Sicherheit als gefangener, nur über die Stube zugänglicher Raum angelegt war. Ob der schmale Gang zum ehemaligen Abtritt führte, oder was wahrscheinlicher ist, erst mit dem Anbau von 1878 als dessen Zugang angelegt wurde, kann im angetroffenen Zustand nicht sicher entschieden werden.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Zusammenfassend repräsentiert der untersuchte Bau ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude aus den Jahren 1661/62, dessen bauzeitlicher Bestand in einem überdurchschnittlichen Grad erhalten ist und dessen ursprüngliche Funktion auch und gerade wegen seinen am Bestand orientierten Veränderungen noch heute klar ablesbar ist.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
Konstruktion/Material:
Dach:
Das 1. Dachgeschoss ist heute umfassend zu Wohnräumen ausgebaut (Grundriss 1. Dachgeschoss). Doch lassen sich über partielle Befundaufnahmen einige Aussagen zur ursprünglichen Baustruktur anführen. So kann mittels den erkannten Kopfbändern der Altbestand eines dreifach stehenden Stuhlgerüstes rekonstruiert werden (Foto Dach 10,12 und 18). Im Bereich der späteren Dachanhebung gestört bzw. entfernt, ist dessen Kerngerüst noch weitgehend erhalten. Orientiert an seiner Ausbildung gliederte das Stuhlgerüst einen freien Dachraum. Die heute vorhandenen Raumunterteilungen sind alle samt Ergebnis späterer Veränderungen. Die gleiche Aussage gilt auch für das 2. Dachgeschoss (Grundriss 2. Dachgeschoss). Dadurch dass die ursprüngliche Binderachse des Kerngerüstes außerhalb des Raumrasters liegt, ist die Befundlage auf dieser Ebene sogar noch eindeutiger. Dies trifft auch auf das Schadensbild zu. So ist hier die in älterer Zeit eingetretene Schiefstellung klar erkennbar (Foto Dach 6 und 7). Das gesamte Dachwerk neigt sich in Richtung Süden und hatte so zu starken Verformungen des Nordgiebels geführt (Foto Dach 1,2,3 und 4). Dessen Ersatz ist durch die dendrochronologische Datierung eines Reparaturholzes in die Jahre um Jahr 1885 anzusetzen.

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