Hauptstrasse 13 (Mosbach)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 381311139008  /  Datum: 03.11.2009
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Hochturmgasse
Hausnummer: 4
Postleitzahl: 78628
Stadt-Teilort: Rottweil

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Rottweil (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8325049025
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Beim Stadtbrand von 1696 fällt auch das Gebäude Hochturmgasse 4 den Flammen zum Opfer. Vermutlich erst nach 1706 (d) wurde auf dem bis dahin leer stehenden Grundstück das heute erhaltene Haus errichtet. 1768 (a) wird das Gebäude besitzrechtlich geteilt, wobei Erdgeschoss, Dachraum und Garten je zur Hälfte geteilt wurden. In den beiden Obergeschossen wurde je eine Wohnung eingerichtet. Archivalische Hinweise deuten darauf, dass das 2.Obergeschoss zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgebaut war. In diesem Zusammenhang wurde auch der Erker aufgestockt, der zunächst nur im 1. Obergeschoss vorhanden war. 1791 gelingt es dem Bewohner einer Hälfte auch die andere hinzuzukaufen. Den Brand von 1795 überlebte das Haus weitgehend unbeschädigt. 1845 wurde der Außenputz erneuert und einige bauliche Verbesserungen am Haus vorgenommen. 1910 wurde anstelle des ehemaligen Stalls ein Milchladen eingerichtet und erst 1922 das Haus an die Wasser- und Stromversorgung angeschlossen. 1919 erfolgte der Anbau eines Pferdestalls an der Gartenseite.


1. Bauphase:
(1706)
1706 (d) Neuerrichtung des Wohnhauses.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

2. Bauphase:
(1768)
1768 (a) Teilung des Gebäudes in zwei Wohneinheiten, dabei kleinere Umbauten, u.a. Aufstockung des Erkers.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1845)
1845 (a) kleinere Sanierungsmaßnahmen, mglw. Erneuerung des Außenputzes.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Verwendete Materialien
    • Putz

4. Bauphase:
(1910)
1910 (a) Einrichtung eines Milchladens im ehemaligen Stall. Einbau der Schaufensteranlage.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss

5. Bauphase:
(1919)
1919 (a) Anbau eines Stalls an der Gartenseite.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallgebäude

6. Bauphase:
(1997 - 2000)
Grundsanierung des Gebäudes.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Ansicht der Straßenseite  / Wohnhaus in 78628 Rottweil

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Dokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude liegt im Stadtquartier westlich des schwarzen Tores an der steil den Berg hinaufführenden Gasse zum Hochturm. Es liegt damit in jenem Gebiet, dass 1696 durch einen großen Brand zerstört wurde.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Dreigeschossiger, traufständiger Bau mit hohem Satteldach. Die südliche, zur Hochturmgasse gewandte Traufseite zeigt drei Fensterachsen. In den oberen beiden Geschossen sind die beiden östlichen Achsen als polygonale Auslucht ausgebildet. Im Erdgeschoss befindet sich mittig die Haustür, links davon ein Schaufenstereinbau, dessen seitliche Gewände rustiziert sind und nach oben durch ein auskragendes Gesims bekrönt wird. Seitlich verschoben zur Mittelachse liegt eine Aufzugsgaube im unteren Dachstock. An der Gartenseite durchziehen in den beiden Obergeschossen Laubengänge mit großzügiger Durchfensterung mehr als dreiviertel der Hausbreite.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Errichtet auf unregelmäßig verzogener Grundfläche in Form eines Parallelogramms, stellt sich das EG heute frei von Wandeinbauten dar. Im nordöstlichen Viertel bedingt das in das EG ragende Gewölbe der beiden Kelleräume eine Nutzung als Luftraum. In der Achse der Eingangstüre führt eine einläufige Blockstufentreppe in das OG.
Der zentrale Treppenflur wird im OG durch Fenster vom Laubengang her belichtet. An dessen einem Ende befindet sich ein WC, an der anderen Seite liegt der Ausgang auf die Terrasse. Um den Treppenflur herum verteilen sich insgesamt fünf Räume, wovon einer nur indirekt über den Laubengang belichtet und belüftet wird. Zur Straße hin liegt die vollständig vertäfelte Stube mit Erker. Dieser Grundriss wiederhohlt sich auch im 2. OG mit dem Unterschied, dass die Treppe in das Dachgeschoss nicht über der unten führenden eingebaut ist, sondern auf der anderen Seite des Flures liegt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Das Gebäude befindet sich nach der denkmalgerechten Sanierung, die mit dem Denkmalschutzpreis 2001 des Schwäbischen Heimatbundes und der Württemberger Hypo ausgezeichnet wurde, in einem ausgezeichneten Bauzustand.
Bestand/Ausstattung:
Bei der aufwendigen Sanierung des Gebäudes wurde in vorbildlicher Weise auch die Innenausstattung des Hauses restauriert. Zu nennen sind originale Fenster, Türen, Treppen, Böden und Vertäfelungen an Wänden und Decken. Die Farbfassungen es Innenraumes wurden restauratorisch untersucht.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Decken
    • Täferdecke
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Fenster
    • bemerkenswerte Treppen
    • besondere Bodenbeläge
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Mischbau
    • Holzbau mit Gebäudeteil aus Stein
Konstruktion/Material:
Das Gebäude ist traufständig mit drei Vollgeschossen in die nördliche Häuserzeile der Gasse eingebunden. Seine Außenwände bestehen größtenteils aus Fachwerk, doch zu Gebäude Nr.6 befindet sich eine massive Trennwand, die an der Straßenflucht in der Form eines schmalen Strebepfeilers in Erscheinung tritt. Darin fanden sich eingemauert zwei übereinanderliegende Spolien aus Stuckmörtel.

Beide Stücke waren ehemals ein einziges Stück, das dann mittig zerschlagen worden ist. Zusammengesetzt ergibt sich ein Fensterpfosten von 15 cm Breite und etwa 20 cm Tiefe, der von einer zumindest gedoppelten Fenstergruppe mit hochrechteckigen Formaten stammen dürfte. Auf der ursprünglichen Außenseite ist beidseits jeweils eine breite, flache Hohlkehle angeordnet, die in einer Schräge etwas über dem unteren Ende des Pfostens ausläuft. Auf der Rückseite ist an beiden Kanten jeweils ein Falz ausgespart, der die gesamte Länge des Pfostens durchläuft.

Zur Herstellung: Innerhalb des Stuckmörtels sind recht große Bruchstücke von Hohlziegeln eingelagert. An einem dieser Hohlziegel, der fast die gesamte Querschnittsfläche ausfüllt, ist der Pfosten gebrochen bzw. zerschlagen worden. Einige Befunde weisen darauf hin, dass der Pfosten nicht in einer Form gegossen wurde, sondern Stück für Stück aufgebaut und ausgeformt worden ist. Der vordere Steg zwischen den beiden Hohlkehlen ist recht wellig, d. h. er wurde glattgestrichen; als Vorzeichnung dienten offenbar geritzte Linien, die unterhalb des Auslaufs der Hohlkehlen noch bis zum unteren Ende des Pfostens durchlaufen; ebenso finden sich in den Fälzen auf der Rückseite längslaufende Ziehrillen; mehrfach ist ein mehrschichtiger Aufbau des Stuckmörtels zu beobachten. Ob das untere Ende tatsächlich etwa dem Ende des Pfostens entsprach, ist nicht gesichert. Es finden sich dort zumindest keine Anzeichen für eine zusätzliche Befestigung am Fenstersims o.ä.

Nach Auskunft des Restaurators waren drei Farbschichten festzustellen.

Zur Datierung gibt es außer der Fensterform keine Hinweise. Hochrechteckige Doppelfenster in dieser Form und Größe wurden schon am Gebäude Hauptstraße 41 festgestellt und konnten dort dendrochronologisch auf 1395 datiert werden, könnten aber in dieser Form bis ins frühe 17. Jh. ausgeführt worden sein.

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