Ottilienkapelle (Eppingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Simmelturm

ID: 321219389290  /  Datum: 09.03.2007
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Friedrichstraße
Hausnummer: 44a
Postleitzahl: 70515
Stadt: Bretten
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Karlsruhe (Landkreis)
Gemeinde: Bretten
Wohnplatz: Bretten
Wohnplatzschlüssel: 8215007003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die älteste Bausubstanz des Simmelturmes ist durch das Fundament und dem aufgehenden Bruchsteinmauerwerk bis zur Baufuge gegeben. Weder die Schießscharten mit Sandsteingewänden noch die Lichtschachtöffnungen bieten Möglichkeiten zur Datierung. Stilgeschichtlich kann die Entstehung des Unterbaus aber in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts gesetzt werden.
Wenn man davon ausgeht, dass die Platten mit dem kurpfälzischen Wappen bereits bei der Übernahme Brettens durch die Pfalzgrafen eingesetzt wurden, muss als Entstehungsjahr des Oberbaues spätestens das Jahr 1349 angenommen werden.
Das Dachwerk konnte mit Hilfe der dendrochronologischen Auswertung auf das Jahr 1390 datiert werden. Eine Erneuerung des Dachwerkes kann auf das Jahr 1653 datiert werden.
Im Jahr 1761 wurde der Turm als Gefängnis umgenutzt. Hierzu wurden neben dem Verlies drei weitere Zellen eingebaut.
1980 bekam der Turm einen Zugang auf Geländeniveau, das Bruchsteinmauerwerk und die Putzflächen wurden ausgebessert.
Bei der Erneuerung der anschließenden Stadtmauer im Jahr 2003 wurden die Fugen des Bruchsteinmauerwerks überarbeitet.


1. Bauphase:
(1280)
Errichtung des Unterbaus und den Fundamenten (a, d Wahrscheinlichkeit der Fällung in den Jahren 1280 bis 1500 mit 95%)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1300 - 1349)
Turmveränderung, Errichtung des Oberbaus auf dem Simmelturm spätestens im Jahr 1349 (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Turm

3. Bauphase:
(1390)
Aufrichten des Dachwerks (d, Winterfällung 1388/89)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Turm

4. Bauphase:
(1653)
Erneuerung des Dachwerks (d, Winterfällung 1652/53)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Turm

5. Bauphase:
(1761)
Umbau des Turms in ein Gefängnis (a, d, Sommer 1760)
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Strafanstalt

6. Bauphase:
(1980)
Herstellung eines Eingangs auf Geländeniveau (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

7. Bauphase:
(2003)
Anbau der Stadtmauer an den Simmelturm (a).
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Bretten, Simmelturm, Ansicht / Simmelturm in 70515 Bretten
Bretten, Simmelturm, Außenabwicklung der Fassade / Simmelturm in 70515 Bretten

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauaufnahme und bauhistorische Untersuchung. Restauratorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Der Simmelturm, vom mittelhochdeutschen sinel = rund, steht an der südöstlichen Ecke der Stadtbefestigung. an seiner Nordseite befindet sich noch ein Rest der ehemaligen Stadtmauer. An seiner Westseite sind lediglich Spuren des Maueranschlusses zu beobachten.
Lagedetail:
  • Befestigungsanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Turm
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der runde, mit einem Durchmesser von ca. 6,4m große Turm ist ca. 14m hoch. Auf einem zweigeteilten Unterbau (ca. 10.1m) sitzt die ca. 3,8m hohe Turmstube.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Turm ist von der Stadtseite zu begehen. Die noch erhaltene Podestplatte vor dem Eingang zeigt, dass dieser über eine schmale Treppe oder Leiter zu erreichen war.
Im Turm befinden sich fünf Nutzungsebenen bestehend aus Unterbau mit Verließ, Eingangsebene und Zwischenebene, der Oberbau mit Turmstube gliedert sich in eine Scharten- und eine Zinnenebene. Das Dachwerk ist offen und besitzt keinen Zugang.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Der Turm ist weitestgehend noch bauzeitlich erhalten. Ein paar Einschusslöcher und weisen auf den württembergischen Angriff von 1504 hin.
Bestand/Ausstattung:
In der Turmstube sind Steinplatten in der Wand eingelassen. Sie zeigen altertümliche Fratzen, Lanzen und Wappen.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
    • Werkstein
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Detail (Ausstattung)
    • allgemein (kein Eintrag)
Konstruktion/Material:
Der Unterbau besteht aus Kalkbruchsteinmauerwerk, wobei dieser aus einen 8,6 m hohen kleinformatigen Teil aus weißem Kalkstein und einem 1,5 m hohen Teil aus großformatigen schwarzem Kalkstein besteht.
Die Turmstube wurde aus gelbem glatt gearbeitetem Sandstein gefertigt.

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