Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Jägerhof

ID: 321211419217  /  Datum: 09.11.2007
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Jägerhof
Hausnummer: 2
Postleitzahl: 74782
Stadt-Teilort: Neckarwestheim

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Heilbronn (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8125066004
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Wohnhaus, Hauptstraße 30 (74382 Neckarwestheim)
Handwerkerwohnhaus mit kleiner Schmiede (74382 Neckarwestheim, Heilbronnerstraße 33)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der Jägerhof geht im Kern auf eine spätmittelalterliche Bebauung zurück, deren ursprüngliche Nutzung bislang unklar bleiben muss. Aus dem 15. Jahrhundert dürften die ältesten Bestandteile des Gebäudes stammen, im 16. Jahrhundert wurde das Gebäude neu erbaut und dabei auch der Keller vergrößert. Um 1600 muss das Gebäude ganz oder zumindest teilweise abgegangen sein, als die östliche Scheune über der Kelleraußenwand errichtet wurde. Nach 1607 wurde es mit einer Erdgeschosshalle wieder errichtet; möglicherweise als Küferei. Ab 1738 kam der Jägerhof in den Besitz der Förster- und Jägerfamilie Binder, welche über mehrere Generationen das Haus bewohnt. In dieser Zeit dürfte auch die Bezeichnung Jägerhof aufgekommen sein. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Jägerhof erneut umgebaut. In dieser Zeit wurden vermutlich die gesamten Fachwerkbestandteile im Erdgeschoss sowie das Obergeschoss und Dachtragwerk errichtet. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kam das bedeutende Anwesen in den Besitz der Familie Kayser, welche es bis zuletzt landwirtschaftlich nutzte.


1. Bauphase:
(1400 - 1499)
1. Bauphase (Vorgängerbau, 15. Jh. ?, gk)
Beim westlichen Abschnitt des Gewölbekellers handelt es sich um den ältesten noch erhaltenen Bestandteil des heutigen Jägerhofs. Dieser Gewölbekeller dürfte ursprünglich zu einem kleineren, annähernd quadratischen Gebäude gehört haben, welches sich in seiner Gebäudeflucht an der Parzellengrenze orientierte.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe

2. Bauphase:
(1500 - 1599)
2. Bauphase (Kellererweiterung 16. Jh.gk)
Wohl im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde das Grundstück des heutigen Jägerhofs neu überbaut. Dabei wurde ein längerer Baukörper errichtet, welcher von der alten Baulinie des 1. Vorgängerbaus leicht abwich und sich im Osten möglicherweise an einem Bestandsgebäude (Scheune) orientierte. Entlang dieser östlichen Wandflucht wurde die Parzelle später geteilt.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1608 - 1660)
3. Bauphase (nach 1607i)
Noch vor 1607i scheint die aufgehende Bebauung abgegangen zu sein. Ein ursprünglich östlich stehendes Scheunengebäude wurde nämlich laut Inschrift im eichenen Eckständer 1607 errichtet und teilweise über dem östlichen Kellerabschnitt des Jägerhofs erbaut.
Von dieser Scheune konnte sich leider nur noch der datierte Eckständer erhalten, welcher noch heute an seiner ursprünglichen Position, jedoch an einer neuen Scheune steht.
Nachdem die Scheune 1607 errichtet wurde, wurde auch der Jägerhof wieder aufgebaut, musste allerdings mit seiner östlichen Außenwand zurückweichen. Daher wurden im Keller auch die beiden mächtigen Stützen zur Abfangung der östlichen Giebelwand eingestellt.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

4. Bauphase:
(1740 - 1759)
4. Bauphase (Mitte 18. Jh.)
Ab 1738 (a) kommt Johann Wolfgang Binder, Liebensteinischer Förster in den Besitz des Gebäudes. Aus dieser Zeit dürfte auch der Name Jägerhof errühren.
Wohl wenige Jahre nachdem Johann Wolfgang Binder das Gebäude erworben hatte, erfolgte eine umfangreiche Erneuerung des Wohnhauses. Es kann davon ausgegangen werden, dass sämtlich Fachwerkbestandteile des heutigen Jägerhofes aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammen und das Gebäude somit in diesen Jahren seine heutige Gestalt erhielt.
In der Erdgeschosshalle wurden Ställe abgeteilt, das Obergeschoss entstand mit seiner Längsmittelflurerschließung völlig neu ebenso wie das gesamt Dachtragwerk.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
    • Wohnhaus
Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl

5. Bauphase:
(1890 - 1905)
Einbau einer neuen Treppenerschließung vom EG ins OG (um 1900 gk)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1923 - 1924)
Erstellung eines Veranda-Anbaus an der nördlichen Traufseite (laut Baugesuch 1923 a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

7. Bauphase:
(1976 - 1977)
Erstellung eines Balkons an der südlichen Traufseite (laut Baugesuch 1976 a)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Ansicht des Jägerhofs von Westen (2007) / Jägerhof in 74782 Neckarwestheim
Lageplan 2007 (Vorlage LV-BW) / Jägerhof in 74782 Neckarwestheim

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauaufnahme, bauhistorische Kurzuntersuchung und archivalische Forschungen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Der Jägerhof befindet sich im südöstlichen Bereich des historischen Ortskerns von Neckarwestheim, nahe des östlichen Ortsrands. Das Gebäude steht in zweiter Reihe zur von Südosten nach Nordwesten den Ort durchziehenden Hauptstraße. Südwestlich des Jägerhofes, in leicht erhöhter Lage befindet sich die Pfarrkirche. Östlich des Anwesens sind noch heute Reste der ehemaligen Dorfmauer zu sehen.
Der Jägerhof wird durch eine kleine Stichstraße erschlossen, welche ursprünglich Teil der Hauptstraße war und erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts den Namen Jägerhof erhielt.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Beim so genannten Jägerhof handelt es sich um ein zweigeschossiges, giebelständiges Gebäude mit massiv gemauerter, verputzter Erdgeschosszone und verputztem Fachwerkobergeschoss. Lediglich die westliche Giebelwand ist im Obergeschoss ebenfalls massiv gemauert. Nach oben schließt das Gebäude mit drei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach mit einseitigem Krüppelwalm ab. An der nördlichen Traufseite des Gebäudes befindet sich ein jüngerer, gebäudehoher Veranda-Anbau.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Gebäude besitzt einen, über den Erdgeschossgrundriss hinausgehenden Gewölbekeller, welcher durch einen westlich vorgelagerten Kellerhals erschlossen wird. Das Erdgeschoss zeigt sehr
große Raumhöhen, wobei die heutige Binnenstruktur nachträglich eingebaut wurde. Ursprünglich ist hier von einer Erdgeschosshalle auszugehen. Im Obergeschoss befinden sich die Wohn- und Schlafräume sowie die Küche, welche über einen Längsmittelflur erschlossen werden. Die südlichen Wohnräume sind durch eine Enfilade miteinander verbunden.
Im ersten Dachgeschoss zeigt sich erneut ein Längsmittelflur, der die gesamte Hauslänge durchzieht. Hier sind ebenfalls beidseitige Räume (evtl. ehemalige Knechtskammern) angegliedert.
Im zweiten und dritten Dachgeschoss befinden sich jeweils durchgängige Dachräume, die als Lagerräume gedient haben dürften.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
An historischer Ausstattung haben sich noch vereinzelte Türen des 18./19. Jahrhunderts erhalten. Außerdem finden sich im Obergeschoss zahlreiche Stuckkehlen und ein bemerkenswerter Fliesenfußboden der Zeit um 1900. Im Dachgeschoss hat sich noch eine bauzeitliche (Mitte 18. Jh.) Blockstufentreppe erhalten.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Verwendete Materialien
    • Holz
    • Stein
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Decken
    • Balkendecke
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Treppen
    • bemerkenswerte Türen
    • bemerkenswerte Wand-/Deckengestaltung
    • besondere Bodenbeläge
  • Gestaltungselemente
    • Zierglieder im Steinbau
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bruchstein/Wacken
  • Dachform
    • Satteldach mit Schopfwalm (Krüppelwalm)
Konstruktion/Material:
Über dem Gewölbekeller erhebt sich das massiv, mit Bruchsteinen gemauerte Erdgeschoss. Das darüber sitzende Obergeschoss, sowie die Dachgeschosse wurden in Fachwerkbauweise errichtet. Das Tragwerk des Sparrendachs besteht im 1. DG aus einer zweifach stehenden Stuhlkonstruktion mit zwei zusätzlichen Längsunterzügen. Im 2. DG befindet sich ebenfalls ein zweifach stehender Stuhl. Die gesamte, verzapfte Konstruktion weist eine durchgängige Abbundzählung mit römischen Ziffern auf.

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