Schiefes Haus (Großbottwar)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Bönnigheim-Hohenstein Altes Rathaus

ID: 210971340514  /  Datum: 30.07.2020
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Mittlere Straße
Hausnummer: 30
Postleitzahl: 74357
Stadt-Teilort: Bönnigheim-Hohenstein

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Ludwigsburg (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8118010005
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das ehem. Meiereigebäude wurde 1593 (d/i) errichtet. Der für das Schloss errichtete Wirtschaftshof umfasste mehrere Scheunen, wohl die heute noch vorhandene, benachbarte Kelter und
als Haupt- bzw. Verwaltungsgebäude das hier untersuchte Haus Mittlere Straße 30.
Bauliche Veränderungen sind im Jahr 1650 (i) belegbar.
Im Jahr 1848 (a) ging das Gebäude in den Besitz der Gemeinde Bönnigheim über und wurde als Rathaus genutzt. Mit der Eingemeindung Hohensteins zur Stadt Bönnigheim im Jahr 1972 wurde die Nutzung des Gebäudes als Gemeinde-Rathaus aufgegeben.


1. Bauphase:
(1593)
Wie die durchgeführte dendrochronologische Altersbestimmung
und zugleich die Inschrift am Gebäude belegen,
wurde das Gebäude im Jahr 1593 (d/i) erbaut.
Ursprünglich diente es als Meiereigebäude.
Als Grund für die Erbauung darf der Neubau des Schlosses
Hohenstein gesehen werden.
Ebenfalls im Jahr 1593 wurde das Schloss
unter den Herren von Plieningen neu erbaut.
In diesem Zusammenhang ließen die Herren von Plieningen
zugleich einen Wirtschaftshof unterhalb des neuen Schlosses anlegen.
Dieser Wirtschaftshof umfasste mehrere Scheunen,
wohl die heute noch vorhandene, benachbarte Kelter und
als Haupt- bzw. Verwaltungsgebäude das hier untersuchte Haus Mittlere Straße 30.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus
Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Holzbau mit Gebäudeteil aus Stein

2. Bauphase:
(1650)
Die mit Ocker aufgemalte Aufschrift im 1. Dachgeschoss
spricht dafür, dass in diesem Jahr
bauliche Maßnahmen am Gebäude durchgeführt wurden.
Was genau gemacht wurde ist bislang unbekannt.
Zumindest kann jedoch von einer farblichen
Neugestaltung mit Ockertönen ausgegangen werden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus
Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Holzbau mit Gebäudeteil aus Stein

3. Bauphase:
(1848)
Im Jahr 1848 wurde das ehemalige Meiereigebäude
von der Königlichen Hofkammer um 1200 Gulden an die Gemeinde verkauft.
Im Folgenden richtete die Gemeinde hier ihr Rathaus ein.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus
Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Holzbau mit Gebäudeteil aus Stein

4. Bauphase:
(1972)
Mit der Eingemeindung Hohensteins zur Stadt Bönnigheim
im Jahr 1972 wurde die Nutzung des Gebäudes
als Gemeinde-Rathaus aufgegeben.
Im Gebäude wurden schließlich Wohnungen eingerichtet.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus
Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Holzbau mit Gebäudeteil aus Stein

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht des Gebäudes von Südwesten (2016) / Bönnigheim-Hohenstein Altes Rathaus in 74357 Bönnigheim-Hohenstein (26.01.2016 - Markus Numberger, Esslingen)
Abbildungsnachweis
Blick ins Dachgeschoss (2016) / Bönnigheim-Hohenstein Altes Rathaus in 74357 Bönnigheim-Hohenstein (26.01.2016 - Markus Numberger, Esslingen)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung und Erstellung von Bauphasenplänen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Alte Rathaus von Hohenstein befindet sich etwas südlich des Ortszentrums unmittelbar am südöstlichen Fuß des Schlossberges. Das Gebäude ist mit seiner westlichen Giebelwand in den Hang gebaut.
Südlich des Gebäudes steht der stattliche Massivbau der ehemaligen Kelter.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein zweigeschossiges, giebelständiges Wohnhaus, welches ursprünglich als Meiereigebäude erbaut und später als Rathaus genutzt wurde.
Da das Gebäude mit der westlichen Giebelseite tief in den Hang gebaut wurde, zeigt sich die östliche Giebelseite dreigeschossig, da das Untergeschoss hier oberirdisch zu Tage tritt.
Über dem massiv gemauerten Keller erheben sich zwei verputzte Fachwerk-Geschosse. Lediglich die östliche Giebelfassade zur Mittleren Straße hin zeigt sich unverputzt. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen und einem Spitzboden unter einem Satteldach ab. Die Geschosse stoßen giebelseitig jeweils leicht vor.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Gebäude besitzt unter der westlichen Haushälfte einen großen Gewölbekeller.
Die östliche Haushälfte - die weitestgehend über der Erde liegt - verfügt über einen großen Abstellraum. Die historische Grundrissgliederung lässt sich im Gebäude noch sehr gut ablesen. Sowohl das Erd- als auch das Obergeschoss zeigen drei Längszonen, wobei die mittlere Längszone als Mittelflur dient, welcher sich über die gesamte Gebäudelänge erstreckt. Beide Etagen zeigen zudem vier Querzonen. Erd- und Obergeschoss wurden zuletzt zu Wohnzwecken genutzt. Die Dachgeschossebenen zeigen ebenfalls vier Querzonen.
Der gesamte Dachraum ist unausgebaut und dient zu Lagerzwecken.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Holzbau mit Gebäudeteil aus Stein
  • Gewölbe
    • Tonnengewölbe
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Unter-, Überzüge, Pfetten
Konstruktion/Material:
Über einem massiv gemauerten Untergeschoss erheben sich die beiden stockwerksweise abgezimmerte Fachwerkkonstruktionen von Erd- und Obergeschoss. Die gesamte Holzkonstruktion zeigt verzapfte Holzverbindungen. Im 1. Dachgeschoss befindet sich eine zweifach liegende Stuhlkonstruktion mit Mittellängsunterzug. Im 2. Dachgeschoss befindet sich eine zweifach liegende Stuhlkonstruktion. Das Dachtragwerk besteht aus Nadelholz (Tanne) und zeigt vereinzelt so genannte Wiedlöcher, die darauf hinweisen, dass das hier verwendete Bauholz geflößt wurde und somit sehr wahrscheinlich aus dem Schwarzwald stammt. Lediglich die tragenden Fachwerkhölzer der Giebelfassade bestehen aus dem witterungsbeständigeren Eichenholz. Sämtliche Knotenpunkte des Dachtragwerks sind mit Verzapfungen gefügt. An den Stuhlstreben der Dachgeschosse konnten Abbundzeichen in Form von römischen Ziffern und Dreieckskerben erkannt werden, die dafür sprechen,
dass das gesamte Dachtragwerk einheitlich und zeitgleich errichtet wurde.

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