Bauernhaus
ID:
200372819718
/
Datum:
06.05.2026
Datenbestand: Bauforschung
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Locherhofer Straße |
| Hausnummer: | 42 |
| Postleitzahl: | 78655 |
| Stadt-Teilort: | Dunningen |
|
|
|
| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Kreis: | Rottweil (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8325014003 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
|
Kartenansicht (OpenStreetMaps)
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Feldkreuze und Bildstöcke (78655 Dunningen)
Eindachhof "Berghof", Berghof 1 (78655 Dunningen)
Fachwerkbau, Eschachstraße 1 (78655 Dunningen)
Wohnhaus, Gifizenmoos 1 (78655 Dunningen)
Rathaus, Hauptstraße 25 (78655 Dunningen)
Kreuzweg mit Terracottareliefs, Oberer Friedhofweg 10 (78655 Dunningen)
Wohnhaus, Rottweiler Straße 3 (78655 Dunningen)
Heilig Kreuz Kapelle, Steineleh 27 (78655 Dunningen)
Eindachhof "Berghof", Berghof 1 (78655 Dunningen)
Fachwerkbau, Eschachstraße 1 (78655 Dunningen)
Wohnhaus, Gifizenmoos 1 (78655 Dunningen)
Rathaus, Hauptstraße 25 (78655 Dunningen)
Kreuzweg mit Terracottareliefs, Oberer Friedhofweg 10 (78655 Dunningen)
Wohnhaus, Rottweiler Straße 3 (78655 Dunningen)
Heilig Kreuz Kapelle, Steineleh 27 (78655 Dunningen)
Bauphasen
Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:
Die Errichtung des Bauernhauses ist dendrochronologisch für das Jahr 1661 (d) belegt.
1. Bauphase:
(1661)
(1661)
Errichtung (d)
Betroffene Gebäudeteile:
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
- Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Eindachhof
2. Bauphase:
(1662 - 1808)
(1662 - 1808)
Vor der Erweiterung von 1809: Erweiterung an der rückwärtigen westlichen Längsseite mit Verlängerung der Dachfläche bis zum Erdgeschoss. Einbau eines Kellerraumes im Bereich der Erweiterung in der südlichen Querzone.
Betroffene Gebäudeteile:
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
- Anbau
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Eindachhof
3. Bauphase:
(1809)
(1809)
Verlängerung mit Einbau einer Hocheinfahrt
Betroffene Gebäudeteile:
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
- Dachgeschoss(e)
- Anbau
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Eindachhof
Zugeordnete Dokumentationen
- Dendrochronologisches Gutachten
- Bauhistorische Analyse und Schadensbild
Beschreibung
Umgebung, Lage:
Das Gebäude steht traufständig an der Straße nach Locherhof am Rand von Dunningen.
Lagedetail:
- Siedlung
- Dorf
Bauwerkstyp:
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Eindachhof
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Hofgebäude setzt sich aus zwei Vollgeschossen und einem Satteldach. Die vordere Traufseite mit Zugängen und Scheunentor steht an der Straße und bildet die Ostseite, die in Richtung Locherhof weisende vordere Giebelwand ist die Südseite. Im südlichen Teil des Gebäudes findet sich der Wohnteil, im nördlichen der Wirtschaftsteil, wobei die Trennung in den einzelnen Geschossen an unterschiedlicher Stelle liegt.
An der rückwärtigen, westlichen Traufseite reicht die Dachfläche aktuell zum Erdgeschoss herunter bzw. ist im mittleren Bereich mit flacherer Neigung etwas hochgesetzt, wo ebenfalls ein Scheunentor Platz finden konnte, was eine Durchfahrt möglich machte. Aufgrund des nach Süden abfallenden Geländes ist an der Südseite ein freistehendes Sockelgeschoss mit Kellerräumen ausgebildet, während nach Norden hin das Erdgeschoss in den Hang läuft, wo sich auf Obergeschossebene ein weiteres Tor befindet.
An der rückwärtigen, westlichen Traufseite reicht die Dachfläche aktuell zum Erdgeschoss herunter bzw. ist im mittleren Bereich mit flacherer Neigung etwas hochgesetzt, wo ebenfalls ein Scheunentor Platz finden konnte, was eine Durchfahrt möglich machte. Aufgrund des nach Süden abfallenden Geländes ist an der Südseite ein freistehendes Sockelgeschoss mit Kellerräumen ausgebildet, während nach Norden hin das Erdgeschoss in den Hang läuft, wo sich auf Obergeschossebene ein weiteres Tor befindet.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Zonierung:
Die ursprüngliche Grundfläche war kürzer und schmaler als heute. Der Grundriss war ursprünglich in sechs Quer- und drei Längszonen gegliedert.
Im Erdgeschoss befinden sich in der ersten Zone am Westgiebel die Hauptwohnräume: Stube Küche und Kammer, heute durch einen Lagerraum an der nördlichen Traufseite erweitert. Darauf folgt die Flurzone mit einem WC in der Erweiterung. In der folgenden Zone befand sich der Stall, heute sind hier weitere Räume sowie ein Bad in der Erweiterung. In der nächsten Zone ist die Durchfahrt, die ehemals auch als Tenne und Futtergang genutzt wurde. In der anschließenden ehemaligen Stallzone ist heute ein Lager, daran schloß ein Schopf an, welcher zusammen mit dem später angebauten Schopf heute ebenfalls Lagerräume aufnimmt.
Das Obergeschoss war im Wohnteil ebenfalls dreizonig aus Wohnräumen (Stubenkammer, hohe Küche, Kammer/später Kornschütte), Flur und Kammern. Daran schließt mit der hohen Durchfahrt bzw. Tenne der Wirtschaftsteil an. Darin befand sich in den übrigen beiden Zonen und in der Erweiterung das Heulager. Heute wird der gesamte Bereich als Lager genutzt.
Im Erdgeschoss befinden sich in der ersten Zone am Westgiebel die Hauptwohnräume: Stube Küche und Kammer, heute durch einen Lagerraum an der nördlichen Traufseite erweitert. Darauf folgt die Flurzone mit einem WC in der Erweiterung. In der folgenden Zone befand sich der Stall, heute sind hier weitere Räume sowie ein Bad in der Erweiterung. In der nächsten Zone ist die Durchfahrt, die ehemals auch als Tenne und Futtergang genutzt wurde. In der anschließenden ehemaligen Stallzone ist heute ein Lager, daran schloß ein Schopf an, welcher zusammen mit dem später angebauten Schopf heute ebenfalls Lagerräume aufnimmt.
Das Obergeschoss war im Wohnteil ebenfalls dreizonig aus Wohnräumen (Stubenkammer, hohe Küche, Kammer/später Kornschütte), Flur und Kammern. Daran schließt mit der hohen Durchfahrt bzw. Tenne der Wirtschaftsteil an. Darin befand sich in den übrigen beiden Zonen und in der Erweiterung das Heulager. Heute wird der gesamte Bereich als Lager genutzt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Das Ständergerüst ist im Erdgeschoss auf etwa ein Drittel und im Obergeschoss auf die Hälfte reduziert, und von den Wandfüllungen ist im Erdgeschoss noch etwa ein Zehntel und im Obergeschoss ein Drittel zu finden. Von der angefügten nördlichen Querzone sind die Dreschtenne im Dach und ein großes Stück Außenwand durch den Einbau einer Toröffnung auf Obergeschosseben verloren gegangen.
Die Decke über dem Stall in der dritten Querzone ist sehr marode, wobei das Gebälk nicht auf die Bauzeit zurückgeht. Die gravierendste Schadstelle ist in der Nordwestecke innerhalb der später hinzugekommenen nördlichen Querzone entstanden, wo ein Deckenbalken durch Fäulnis im Auflagerbereich heruntergebrochen ist.
Vom liegenden Stuhl des Dachwerks sind alle Sprengstreben noch vorhanden, doch der größte Teil der Kopfbänder ist ihnen abhanden gekommen, teilweise wohl weil sie im Weg waren, teilweise weil sie sich unter Deformation gelöst haben. Die Deformation ist im Wesentlichen durch Absinken des rückwärtigen Längsrähms entstanden. Die Sparrenlage ist vollständig, aber innerhalb der rückwärtigen Dachfläche teilweise schadenträchtig.
Die Decke über dem Stall in der dritten Querzone ist sehr marode, wobei das Gebälk nicht auf die Bauzeit zurückgeht. Die gravierendste Schadstelle ist in der Nordwestecke innerhalb der später hinzugekommenen nördlichen Querzone entstanden, wo ein Deckenbalken durch Fäulnis im Auflagerbereich heruntergebrochen ist.
Vom liegenden Stuhl des Dachwerks sind alle Sprengstreben noch vorhanden, doch der größte Teil der Kopfbänder ist ihnen abhanden gekommen, teilweise wohl weil sie im Weg waren, teilweise weil sie sich unter Deformation gelöst haben. Die Deformation ist im Wesentlichen durch Absinken des rückwärtigen Längsrähms entstanden. Die Sparrenlage ist vollständig, aber innerhalb der rückwärtigen Dachfläche teilweise schadenträchtig.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben
Konstruktionen
Konstruktionsdetail:
- Dachgerüst Grundsystem
- Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
- Holzgerüstbau
- Unterbaugerüst, mehrstöckig
Konstruktion/Material:
Im leichten Gefälle nach Süden wurde mit einem gemauerten Sockelgeschoss ein ebener Baugrund geschaffen. Darin ist nur ein Kellerraum unterhalb der Stube in südöstlicher Ecklage integriert, während der Sockel über die übrige Grundfläche aufgefüllt wurde.
Dem Sockelgeschoss wurde ein Schwellenkranz aufgelegt und darauf die Bundständer aufgerichtet. Sie verliefen im gesamten Gebäude über die Höhe beider Geschosse und trugen längs gerichtete Rähme, auf denen das Dachgebälk verlegt wurde. Für die Geschossdecke hatte man auf halber Höhe Geschossriegel bzw. Deckengeschossriegel angebracht.
Die Stube wurde mit Bohlenwänden ausgestattet. Die west-östlich gespannte Bohlendecke mit einem quer dazu liegenden Solbalken geht ebenfalls auf die Bauzeit zurück. Im Bereich des Wohnteils schloss man einen großen Teil der Außenwandfelder mit Fachwerk. An der östlichen Längsseite sind die Wandfelder ab der zweiten Querzone mit dem Flur mit hölzernen Füllungen geschlossen, was auch für die rückwärtige Längsseite in ganzer Länge und alle Innenwände zutrifft. Wo einsehbar, sind sie aus liegenden Kanthölzern unten und stehenden Brettern darüber zusammengesetzt. Dies dürfte auch für die Südwestkammer im Erdgeschoss zugetroffen haben, wo an der Flurseite nur noch die Kanthölzer zu finden sind. Auch die Innenwände der Küche waren mit solchen Wandfüllungen versehen.
Im Bereich des Heulagers gibt es an der östlichen Längsseite noch Reste von Wandfüllungen, bestehend aus Kanthölzern unten und einer Bretterbalkenfüllung bzw. stehenden Brettern oben.
Die Aussteifung erfolgte entsprechend der Wandfüllung auf unterschiedliche Weise. Die Fachwerkfüllungen enthalten Feldstreben, während bei den Wandfeldern mit hölzernen Füllungen angeblattete Kopfbänder zum Einsatz kamen, die zumeist so angeordnet sind, dass sie nur ausnahmsweise den Schnittpunkt zweier Bundseiten kreuzen, sondern jeweils nach hinten aufsteigen.
Der Einsatz von Fachwerk war auf die Außenwände der beiden Vorderseiten der Hauptwohnräume beschränkt und daher weder durch eine konstruktive Aufgabe, noch hinsichtlich der Raumfunktion bestimmt, sondern sollte allein einer repräsentativen Außenwirkung dienen.
Das Dachwerk ist als Sparrendach mit einem liegenden Stuhl im 1. und einer stehenden Stuhlachse mit Firsträhm im 2. Dachgeschoss ausgebildet. Charakteristische Merkmale des liegenden Stuhls sind die Gründung der Sprengstreben durch Verzapfung in die Dachbalken, die Einbindung eines Druckriegels, eine Queraussteifung mittels verblatteter Kopfbänder, die orthogonale Ausrichtung der Stuhlrähme und eine Längsaussteifung aus langen, sich überkreuzenden Kopfbändern zusammen mit einer einfachen Verriegelung. Die stehende Stuhlachse ist mittels Fußbändern in beiden Richtungen und Kopfbändern in der Längsrichtung ausgesteift. Da keine Stuhlschwelle ausgebildet war, musste im Bereich des nach oben offenen Heulagers auf die Ausbildung von Dachstichbalken mit Wechselbalken zurückgegriffen werden. Beide Schmalseiten waren mit einem Halbwalm versehen.
Dem Sockelgeschoss wurde ein Schwellenkranz aufgelegt und darauf die Bundständer aufgerichtet. Sie verliefen im gesamten Gebäude über die Höhe beider Geschosse und trugen längs gerichtete Rähme, auf denen das Dachgebälk verlegt wurde. Für die Geschossdecke hatte man auf halber Höhe Geschossriegel bzw. Deckengeschossriegel angebracht.
Die Stube wurde mit Bohlenwänden ausgestattet. Die west-östlich gespannte Bohlendecke mit einem quer dazu liegenden Solbalken geht ebenfalls auf die Bauzeit zurück. Im Bereich des Wohnteils schloss man einen großen Teil der Außenwandfelder mit Fachwerk. An der östlichen Längsseite sind die Wandfelder ab der zweiten Querzone mit dem Flur mit hölzernen Füllungen geschlossen, was auch für die rückwärtige Längsseite in ganzer Länge und alle Innenwände zutrifft. Wo einsehbar, sind sie aus liegenden Kanthölzern unten und stehenden Brettern darüber zusammengesetzt. Dies dürfte auch für die Südwestkammer im Erdgeschoss zugetroffen haben, wo an der Flurseite nur noch die Kanthölzer zu finden sind. Auch die Innenwände der Küche waren mit solchen Wandfüllungen versehen.
Im Bereich des Heulagers gibt es an der östlichen Längsseite noch Reste von Wandfüllungen, bestehend aus Kanthölzern unten und einer Bretterbalkenfüllung bzw. stehenden Brettern oben.
Die Aussteifung erfolgte entsprechend der Wandfüllung auf unterschiedliche Weise. Die Fachwerkfüllungen enthalten Feldstreben, während bei den Wandfeldern mit hölzernen Füllungen angeblattete Kopfbänder zum Einsatz kamen, die zumeist so angeordnet sind, dass sie nur ausnahmsweise den Schnittpunkt zweier Bundseiten kreuzen, sondern jeweils nach hinten aufsteigen.
Der Einsatz von Fachwerk war auf die Außenwände der beiden Vorderseiten der Hauptwohnräume beschränkt und daher weder durch eine konstruktive Aufgabe, noch hinsichtlich der Raumfunktion bestimmt, sondern sollte allein einer repräsentativen Außenwirkung dienen.
Das Dachwerk ist als Sparrendach mit einem liegenden Stuhl im 1. und einer stehenden Stuhlachse mit Firsträhm im 2. Dachgeschoss ausgebildet. Charakteristische Merkmale des liegenden Stuhls sind die Gründung der Sprengstreben durch Verzapfung in die Dachbalken, die Einbindung eines Druckriegels, eine Queraussteifung mittels verblatteter Kopfbänder, die orthogonale Ausrichtung der Stuhlrähme und eine Längsaussteifung aus langen, sich überkreuzenden Kopfbändern zusammen mit einer einfachen Verriegelung. Die stehende Stuhlachse ist mittels Fußbändern in beiden Richtungen und Kopfbändern in der Längsrichtung ausgesteift. Da keine Stuhlschwelle ausgebildet war, musste im Bereich des nach oben offenen Heulagers auf die Ausbildung von Dachstichbalken mit Wechselbalken zurückgegriffen werden. Beide Schmalseiten waren mit einem Halbwalm versehen.

