Alte Aula (Tübingen)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ev. Veitskirche

ID: 199795208010  /  Datum: 02.03.2022
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Hauchlinger Straße
Hausnummer: 30
Postleitzahl: 72147
Stadt-Teilort: Nehren

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Tübingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8416026001
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
keine Angabe

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
1. Beinhaltet Bauteil: Ev. Veitskirche, Kirchturm, Hauchlinger Straße 30

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die heutige Nehrener Veitskirche war ursprünglich die Kirche der einst selbständigen Gemeinde Hauchlingen (erstmals 1086 erwähnt).
2020 wurden im Zuge des Einbaus einer neuen Warmluft-Bodenheizung archäologische Untersuchungen notwendig, bei denen Vorgängerbauten zur bestehenden Kirche von 1430 (d) / 1587 (d,i) zu Tage traten. Eine Vorgängerbebauung des 10./11. Jahrhunderts ist lediglich durch C14-datierte Holzkohlestücke in einem Lauf-/Arbeitshorizont unter der ersten Kirche indirekt zu erschließen. Der erste Steinbau, eine Saalkirche mit leicht eingezogenem, vermutlich gewölbtem Chor, datiert vermutlich erst "um 1100". Nach Brand erfolgte die Neuerrichtung mit nicht eingezogenem Rechteckchor "um 1300".

1430 (d) wird die Saalkirche mit Fünfachtelchor und Chorseitenturm im Norden erbaut, die dem heutigen Bau noch zugrunde liegt. 1511 (d) erfolgte die Aufstockung des Turmes um zwei Geschosse, 1512 (d) um den zweigeschossigen Fachwerkaufsatz. im Jahr 1587 wird das Kirchenschiff nach Norden erweitert und im Kircheninneren die Westempore eingebaut. Dendrochornologisch ist die Ersetzung des Fachwerks im oberen Turmstockwerk für 1720 (d) und die Erneurung des Dachreiters 1721 (d) belegt. Der achteckige Sakristeineubau wurde 1978 im Nordosten angefügt.
Zwischen 1928 und 1980 folgten verschiedene Sanierungen am Kirchenbau.


1. Bauphase:
(925 - 1025)
Durch C14-datierte Holzkohleproben aus flächiger Brandschicht unter dem ersten Kirchenbau nachgewiesene Vorgängerbebauung. Keine zugehörigen Baubefunde, Fußböden, Bestattungen bekannt geworden. Auch verlagerte Keramik des 10./11. Jh. liegt im Fundmaterial nicht gesichert vor.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1050 - 1125)
Kirche I, Saalkirche mit leicht eingezogenem Chor, verm. gewölbt, verm. Apsis. Maße rekonstruiert 14,3 x 6 m.
Fundamente lehmvermörtelt, ca. 60 tief, Aufgehendes Mauerwerk kalkvermörtelt, 65 cm breit. Steinfußboden im Langhaus, Chor um eine Stufe erhöht. Im NO des Langhauses einlagiges "Flächenfundament", möglicherweise Standort Seitenaltar.
1 Bestattung östlich des Chors (C14: 13. Jh.) zum ersten Kirchenbau gehörig. Unklar, ob Pfarr- und Bestattungsrechte von Beginn an gegeben oder erst während Phase I erworben.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Pfarrkirche
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein

3. Bauphase:
(1275 - 1325)
Kirche II, Saalkirche mit nicht eingezogenem Rechteckchor. Veränderte Wiedererrichtung von Kirche I nach Brand. Maße rekonstruiert 17 x 6 m. Fundament der Langhausnordwand weitergenutzt, Chor östlich der eh. Langhausostwand neuerrichtet.
Holzfußboden im Langhaus (N-S Schwellbalkengruben). Im 1,6 m x rek. 2,7 m großen Vorchorbereich Steinfußboden.
Östlich des Chors mehrere gestörte Bestattungen, auffällig sind Säuglingsbestattungen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Pfarrkirche

4. Bauphase:
(1420 - 1430)
Kirche III von 1430 (d), Saalkirche mit Fünfachtelchor und nördlich anschließendem Chorseitenturm. Maße 20,7 x 7,2 m (mit Turm: 12,1 m). Zu Beginn der Bauphase Aufschüttung/Ausbau des Kirchhügels nach Norden Richtung "Im Bund".
Bauzeitliche Westempore mit Stützen über Punktfundamenten, im Lichten ca. 4,9 m tief. Bauzeitliches Flächenfundament im NO des Langhauses 2 x 1,1 m, auf Fensternische bezogen, dort 1,4 m tief. Einlagig mit großformatigen Werk- u. Bruchsteinen fundamentiert, darüber starker Mörtelaufbau. Der außen verputzte Bereich ragt über den dagegenziehenden Estrich hinaus. Zwei parallele verm. bauzeitliche N-S verlaufende Schwellbalkengruben könnten eine Teilung des Kirchenraums (Lettner?) in einen etwas größeren Westteil (im Lichten 6,2 m) und einen etwas kleineren Ostteil (im Lichten 5,4 m) zu belegen.
Komplexer Kirchenaufbau machen Doppelfunktion als Pfarr- und Wallfahrtskirche (im 16. Jh. nach Verbot Veitswallfahrt belegt) schon für die Bauzeit wahrscheinlich.
Bestattungen nördlich des Kirchenbaus nachweisbar.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Pfarrkirche
    • Wallfahrtskirche
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Werkstein

5. Bauphase:
(1505 - 1512)
Kirche IIIa von 1512 (d). Im Aufgehenden Aufstockung des Turms bauhistorisch belegt, zugehörig sind Strebepfeiler nördlich des Turms. Im Norden des Langhauses Anbau eines 6,6 m breiten Annexes, vermutlich Seitenkapelle. Möglicherweise Beleg einer Neustrukturierung der Pfarr- und Wallfahrtskirche nach Einpfarrung Nehrens nach Hauchlingen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Werkstein
  • Holzgerüstbau
    • allgemein

6. Bauphase:
(1580 - 1587)
Anbau des nördlichen Seitenschiffs an Langhaus und Turm von 1430. Seiten- und Mittelschiff sowie Chor, dessen Gewölbe niedergelegt wird, werden unter eine einheitliche Dachkonstruktion gebracht. Neues zentrales Westportal, davor ein steingepflasterter Kirchvorplatz.
Im Innern der Kirche Holzfußboden, die zugehörigen N-S verlaufenden Schwellen werden in den Estrich von 1430 eingebrochen. Chor um eine Stufe erhöht, Steinfußboden schriftlich belegt (Köhler 1838). Im Chor wurde eine Grabgrube randlich angeschnitten, Pfarrerbestattungen des 17. Jh. sind schriftlich belegt (A. Osiander 16.11.1635 im Chor bestattet).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Pfarrkirche
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Werkstein

7. Bauphase:
(1720 - 1721)
Erneuerung Fachwerk in den Turmobergeschossen und des Dachreiters (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Turm (Kirche)

8. Bauphase:
(1928)
Sanierung Südempore. (T. Marstaller 2014)
Betroffene Gebäudeteile:
keine

9. Bauphase:
(1954)
Abbruch der Orgelempore, die Orgel wurde in die dafür aufgebrochene Turmsüdwand eingefügt. (T. Marstaller 2014)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung
Bauwerkstyp:
  • Ausstattungsgegenstände, Architekturglieder
    • Orgel

10. Bauphase:
(1960)
Außenputz am Turmfachwerk. (T. Marstaller 2014)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Turm (Kirche)

11. Bauphase:
(1978)
Sakristeineubau im Nordosten
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau

12. Bauphase:
(1980)
Freilegung Turmfachwerk. (T. Marstaller 2014)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Turm (Kirche)

Besitzer

keine Angaben

Weiterer Datenbestand LAD

Die im Landesamt für Denkmalpflege vorhandenen Datenbestände der Restaurierung sind mit dem vorangestellten braunen Kästchen gekennzeichnet. Mit lila Kästchen versehene Objekte verweisen auf vorhandene Datenbestände der Bauforschung.
keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Schnitt 15 Planum 41: im Vordergrund Ostmauer Kirche I, dahinter Unterbau Fußboden Kirche II. Der Schnitt wird im Norden vom einsetzenden Flächenfundament im NO des Langhauses zu Kirche III begrenzt. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (19.8.2020 - Shane Cavlovic)
Abbildungsnachweis
Schnitt 14 Planum 33. Unterbau Fußboden zu Kirche II mit zugehörigem Schwellbalken. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (17.8.2020 - Shane Cavlovic)
Abbildungsnachweis
Schnitt 11 Planum 25. Blockaltar zu Kirche III. Zu einem frühen Bauzeitpunkt auf dem Außenfriedhof zu Kirche II errichtet und dort wohl liturgisches Zentrum einer provisorischen Kirche während der Bauzeit. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (12.8.2020 - Shane Cavloviv)
Abbildungsnachweis
Schnitt 12 Planum 15. Zu einem Kalkofen der Bauphase von 1430 gehöriger Verziegelungsbereich. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (7.8.2020 - Sophie Hasel)
Abbildungsnachweis
Schnitt 9 Profil 14: Ausbruch des Westfundaments zum Nordannex der Kirche IIIa. Im Vordergrund das im selben Zusammenhang teilausgebrochene Nordfundament des Langhauses von Kirche III. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (6.8.2020 - Shane Cavloviv)
Abbildungsnachweis
Schnitt 10 Planum 14 Nordteil. Im Vordergrund Stützmauer zur Aufschüttung des nördlich gelegenen Kirchhügels vor Baubeginn zu Kirche III, im Hintergrund das Nordfundament des Langhauses zu Kirche III. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (6.8.2020 - Sören Frommer)
Abbildungsnachweis
Schnitt 12 Planum 11: Der Estrich zu Kirche III, unterbrochen von den Schwellbalkengruben zum Holzfußboden von Kirche IV. Zwei Schwellballkengruben in der hinteren Bildmitte wohl bauzeitlich zu Kirche III, möglicherweise Anzeiger eines Lettner-Standorts. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (5.8.2020 - Sophie Hasel)
Abbildungsnachweis
Schnitt 9 Planum 5. Das Nordfundament des Langhauses zu Kirche III unterbrochen vom Ausbruch des links anschließenden Nordannexes der Phase IIIa. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (3.8.2020 - Shane Cavlovic)
Abbildungsnachweis
Schnitt 10 Planum 3. Fensternische über dem Nordfundament des Langhauses zu Kirche III. Von links ziehen die Mörtelschichten des "Flächenfundaments" in die Fensternische hinein. / Ev. Veitskirche in 72147 Nehren (30.7.2020 - Shane Cavloviv)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Grabungsbericht

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Spornlage in unmittelbarer Nähe zweier westlich gelegener Gebäude an der umlaufenden Kirchhof-Mauer.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Pfarrkirche
    • Wallfahrtskirche
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Einfache Saalkirche mit polygonalem Chor mit 3/8 Schluß im Südosten ausserhalb der eigentlichen Mittelachse. Nordöstlich anschließend der hohe Kirchturm auf quadratischer Grundfläche mit Satteldach und Krüppelwalmen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • allgemein
    • Werkstein
  • Mischbau
    • Obergeschoss(e) aus Holz
  • Dachform
    • Dachreiter
    • Krüppelwalmdach
    • Satteldach mit einseitigem Vollwalm
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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