Hohes Haus (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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JVA Stammheim, Mehrzweckgebäude

ID: 198898597515  /  Datum: 10.08.2022
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Aspergerstraße
Hausnummer: 49
Postleitzahl: 70439
Stadt-Teilort: Stammheim

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Stuttgart (Stadtkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8111000047
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Mehrzweckgebäude der JVA Stammheim wurde eigens für die Prozesse gegen die Führungsspitze der Roten Armee Fraktion (RAF) in den Jahren 1973-1975 errichtetet und mit einer eigenen Sicherheitseinfriedung, Toranlagen und Pförtnerhaus versehen.
Nach der Verkündigung des Urteils im Jahr 1977 fanden auch die Folgeprozesse gegen die zweite und dritte Generation und deren Terrorismusstraftaten im Prozessgebäude statt. Während der Weiternutzung wurde der Bau nur an geringfügigen Stellen saniert.
Vor dem Hintergrund neuer Sicherheitsanforderungen von 1978 fanden bauliche Anpassungsmaßnahmen.
Mit der Änderung der Einfriedungsanlage der JVA und einer neuen Pförtneranlage entstand die heutige Zugangssituation. Das Untergeschoss dient aufgrund des neuen OLG-Gebäudes nicht mehr für die Prozesse des Oberlandesgerichtes. Das Obergeschoss wurde bis zuletzt für administrative Aufgaben der JVA genutzt.


1. Bauphase:
(1973 - 1975)
Errichtung
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1977)
Revisionsarbeiten, Reparaturen und technische Sanierungen; Oberflächen farblich gefasst und wenige Nutzungsänderungen vorgenommen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1978)
Teilung des Parloirs durch Glasscheiben nach Vorlage der überarbeiteten Fassung der Razziengesetze von April 1987, Anpassung der Zugänglichkeiten über die Schleuse und Untersuchungsräume für Prozessbeteiligte.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

4. Bauphase:
(1990 - 1999)
Umbau des kleinen Gerichtssaals Nr. 2 zur Kantine; die Vorhalle wurde inkleine Essensräumen unterteilt und mit einer Essensausgabe ausgestattet. Der technisch überholte Pressebereich im Foye wurde entfernt und die Sicherheitsausrüstung und Technik partiell erneuert.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Ausstattung

Besitzer

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Nordwestfassade / JVA Stammheim, Mehrzweckgebäude in 70439 Stammheim (18.08.2022 - strebewerk.)
Abbildungsnachweis
Südwestansicht / JVA Stammheim, Mehrzweckgebäude in 70439 Stammheim (strebewerk.)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dokumentation und bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die JVA erstreckt sich mit verschiedenen Trakten auf einem Areal am nördlichen Ortsrand Stammheims. Die annährend dreickige Grundstücksfläche wird von einer Umfassungsmauer und Sicherungsanlagen eingefasst. Östlich der Anlage befindet sich das Mehrzweckgebäude.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Randlage
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Über rechteckigem Grundriss erhebt sich der Hauptbau mit zwei Vollgeschossen. Der in der Mitte des Gebäudes liegende Sitzungssaal verfügt über ein eigenständiges Dach, welches in Form eines verkleideten Raumtragwerks überhöht und so vom Hauptbau in seiner Dachform abgestetzt ist. Die Überhöhung wird durch ein umlaufendes Oberlichtband zwischen dem Hauptbau und der Dachkonstruktion betot.
An jeweils einer Ecke seiner Fassadenseite sind zwei Anbaubauten mit Flachdach und annähernd quadratischem Grundriss gesetzt. Der westliche Anbau liegt ein Halbgeschoss höher als der Hauptbau und ist vollunterkellert. Der nördliche Anbau ist eingeschossig und ein Halbgeschoss tiefer als der Hauptbau. Jeder der Anbauten besitzt einen mittig liegenden quadratischen Lichthof, der durch ein pyramidenförmige Konstruktion abgeschlossen wird.
Die Fassaden des Mehrzweckgebäudes gliedern sich funktional der konstruktiven Struktur der einzelnen Gebäudeteile unter, durch die Verwendung von Ortbetonriegeln und Stehlbetonskelettkonstruktion.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Gebäude erstreckt sich über vier Geschosse: eine Teilunterkellerung, das Erdgeschoss, das Obergeschoss und das Dachgeschoss. Die grundlegende Grundriss-Systematik über alle Bereiche des Gebäudes ist durch die Betonskelettkonstruktion, den aussteifenden Erschließungskernen und den binnenstrukturbildenden Trennwänden aus Kalksandstein gegeben. Das grundlegende Achsraster der Bauwerksstruktur ist 7,20m x 7,20m.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Skelettbau
    • Eisen- und Stahlbetonskelett
  • Dachform
    • Flachdach
Konstruktion/Material:
Das gesamte Gebäude wurde in seiner maßgebenden Konstruktion, den Fassaden und bis in zum Ausbau in modularer Bauweise gefertigt. Die Modulbauweise der Betonskelettkonstruktion beruht auf einem gleichmäßigen geometrischen Achsraster von 7,20m x 7,20m. Zur Aussteifung und Erschließung dienen die Treppen und Versorgungskerne in Ortbetonbauweise, welche über beide Vollgeschosse reichen. Der Westkern reicht bis ins Untergeschoss des unterkellerten Anbaus West. In jedem Achsenschnittpunkt befindet sich eine Betonstütze mit Auflager für die jeweiligen Geschossdecken. Die Stützen gründen auf Einzelfundamenten. Die Außenwände und Lichthöfe sind mit Frostschürzen umfasst. Die Bodenplatte ist in Ortbeton ausgeführt. Auf die Auflager der Stützen sind Betonfertigteildecken gelegt. Zwischen die Stützen sind als Außenwände Betonfertigteilwände eingehängt. Die Fassadenbauteile sind nach außen hin unter ihrer Verkleidung, bzw. in ihrem Fertigmodul gedämmt. Die innenliegenden Fassaden der Lichthöfe wurden mit Aluminiumrahmenbauteilen verkleidet, welche je nach Nutzungsanforderung mit Lichtern und opaken Verkleidungselementen ausgestaltet sind. Die Binnenstruktur der Räume im Inneren wurde durch den Einbau von Trennwänden in einheitlichem Kalksandsteinformat aufgemauert.

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