Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Festungsmauer

ID: 186810582413  /  Datum: 01.12.2016
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: keine
Hausnummer: keine
Postleitzahl: 78465
Stadt-Teilort: Konstanz-Litzelstetten

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Gemeinde: Konstanz
Wohnplatz: Insel Mainau
Wohnplatzschlüssel: 8335043010
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Schlosskirche St. Marien (78465 Konstanz-Litzelstetten)
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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Mauer zwischen Torhaus und Rondell ist im Kern mittelalterlich-frühneuzeitlich. Sie diente als äußere Festungsmauer zwischen dem äußeren Tor und dem nordwestlichen Eckturm. Die aus Molassesandstein bestehende Mauer war mit einem Erdwall hinterschüttet (heutiger Garten). Sie zog schräg in den äußeren, ungefähr neun Meter breiten Graben hinab. Die heutige Flucht der Mauer dürfte sich an der alten Mauerlinie orientieren. Vermutlich wurde auch der aus Bruchsteinen und Ziegeln bestehende Kern der alten Mauer weitgehend beibehalten. Darüber hinaus haben sich nahe des Nordwest-Turms noch Reste der Mauerschale erhalten. Die gegenüberliegende Grabenmauer befand sich fragmentarisch im mittlerweile zugeschütteten Keller unter der tiefer gelegenen Terrasse.
Eine erste Sanierungsmaßnahme stellen die gespitzten Quader unterhalb der Nordwestecke des Torgebäudes dar. Vermutlich wurden sie beim Umbau des Wallgrabens zum Fasanengehege im 2.Viertel des 19. Jahrhunderts eingebaut.
Eine wesentlich größere Baumaßnahme erfolgte 1863 unter Großherzog Friedrich I. Damals wurde der Graben vollständig zugeschüttet und großen Teilen der Mauer eine Bossenquadermauer mit Zinnenabschluss vorgeblendet. Ebenso verfuhr man mit dem ruinösen Turm, der nun zur Aussichtsterrasse (Rondell) ausgebaut wurde.
Die Eingriffe des 20. Jahrhunderts beschränkten sich auf den Bau von zwei Terrassen, die gegen die Mauer bzw. das Torgebäude gesetzt wurden, und auf leichte Bauten (Verkaufsstände, Toiletten) auf der unteren Terrasse, deren Dachbalken Auflager in der Mauer erhielten.


1. Bauphase:
(1470 - 1499)
Ende des 15. Jh. erfolgt der Bau des Torgebäudes.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Burg, allgemein
    • Wehrmauer

2. Bauphase:
(1626 - 1627)
Reparatur und Erweiterung des Torgebäudes durch Komtur Caspar von Stadion. Sein Wappen mit 3 silbernen Wolfsangeln auf schwarzem Feld befindet sich über dem inneren Torbogen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1732 - 1738)
Bau der barocken Schlosskirche durch Ordensbaumeister Johann Caspar Bagnato.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Kirche, allgemein

4. Bauphase:
(1739 - 1746)
Bau des barocken Schlosses durch Ordensbaumeister Johann Caspar Bagnato unter Verwendung der Fundamente der mittelalterlichen Burg. Es erfolgt in diesen Jahren die Fertigstellung von Südflügel und Corps de logis, der Nordtrakt evt. später.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss

5. Bauphase:
(1806 - 1827)
Die Insel Mainau befindet sich im Besitz des Großherzogtums Baden.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

6. Bauphase:
(1843)
Abbruch der äußeren Grabenmauer und Auffüllung des Fasanengrabens
um 4 Fuß, im Graben wird ein Fasanenhaus errichtet.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Wehrmauer

7. Bauphase:
(1861 - 1897)
1861-97 erfolgt die Erneuerung der Seeufermauer, teilweise werden neue Mauern im Süden zur Landgewinnung errichtet, Beginn an der Schwedenschanze.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Wehrmauer

8. Bauphase:
(1863)
Auffüllung des sog. Hühnergrabens (Grabenbereich nördlich des Tores entlang der äußeren Wallmauer), das Rondell (Nordwestturm) mit Zinnen versehen. Die Stützpfeiler der alten Mauer werden erneuert
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Turm
    • Wehrmauer

9. Bauphase:
(1863)
Wiederherstellung der Quadermauer im Blumengarten (Stützmauer Süd-Terrasse), ehem. Festungsmauer.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer

keine Angaben

Zugeordnetes Objekt

keines

Fotos

Abbildungsnachweis
Festungsmauer in 78465 Konstanz-Litzelstetten, Insel Mainau (Frank Löbbecke)
Festungsmauer in 78465 Konstanz-Litzelstetten, Insel Mainau

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bau- und kunsthistorische Untersuchung
  • Restauratorische Untersuchungen (Hafen-, See. und Festungsmauern)

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Mauer liegt zwischen Torhaus (äußeres Tor/Torbogen) und Rondell (Nordwest-Turm). Sie zieht aus Nordnordwest- in Südsüdost-Richtung.
Die Mauer begrenzte als äußere Wallmauer den ehemaligen Festungsbereich der Deutschordenskommende Mainau im Nordwesten. Der ihr ehemals vorgelagerte Grabenbereich ist heute weitgehend verfüllt und mit einer Terrasse und einem Gastronomiepavillon überbaut.
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigung- und Verteidigungsanlagen
    • Wehrmauer
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Die 50,80 m lange Mauer weist heute eine sichtbare Höhe zwischen fünf und sechs Metern auf. Sie besteht aus einer geneigten Stützmauer und einer abschließenden Brustwehr mit Zinnenbekrönung.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
    • Quader
Konstruktion/Material:
Die 50,80 m lange Mauer weist heute eine sichtbare Höhe zwischen fünf und sechs Metern auf. Sie besteht aus einer geneigten Stützmauer und einer abschließenden Brustwehr mit Zinnenbekrönung. Die graugrünen Molassesandsteine weisen unterschiedliche Bearbeitungen auf: Im Norden, angrenzend an den vorspringenden Nordwest-Turm, ein unregelmäßiges Quader- und Bruchsteinmauerwerk. Die Steine sind, soweit ihre Oberfläche noch im Original vorhanden ist, grob abgespitzt. Das Mauerstück wurde nachträglich mit Zementmörtel verfugt. Dennoch sind größere Partien ausgebrochen. Südlich schließt ein 34 m langes Mauerstück an, das Bossenquader ohne erkennbaren Randschlag aufweist. Dann folgt ein 6,90 m langer Bereich mit Quadern in regelmäßigen Lagen, die grob abgespitzt sind. Ganz im Süden treten wieder bossierte Quader auf, die nach 3,46 m hinter die Terrassenaufschüttung vor dem Torgebäude ziehen. Die Quader entsprechen denen des Nordwest-Turms. Über die verschiedenen Mauerwerke hinweg zieht eine Brustwehr mit Zinnenkranz. Nahe dem Eckturm sind sieben Zinnen aus Sicherheitsgründen abgebaut worden. Der Mauerrücksprung zwischen Stützmauer und Brustwehr ist größtenteils durch ein Betonsims mit Wasserschräge verdeckt.

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